Sie sind hier

Suchformular

Storytelling – Wie Debütautorin Lisa Keil den Fischer Verlag begeistert hat

Federwelt
Lisa Keil
Debütautorin Lisa Keil mit Pferd Paulchen

Der gesamte Fischer Verlag ist, durch alle Abteilungen hindurch, Feuer und Flamme für seine Debütautorin Lisa Keil. „Was für eine Neuentdeckung! Lisa Keil erzählt das Leben live“, schwärmte sogar Key Account Manager Thomas Wippenbeck. Wie hat unsere Autorin diese Begeisterung entfacht? Was bedeutet Autorenmarketing, was ist Storytelling und warum ist Lisa Keil genau die Richtige dafür? All dies und mehr lesen Sie hier.

 

Ich habe ein Marketingteam!

Ich kann es immer noch nicht ganz glauben: Ich habe für meinen Roman einen Vertrag mit S. Fischer unterschrieben und jetzt sitze ich mit meiner (!) Lektorin im Verlagsgebäude. Mehrere Stunden haben wir an Text und Plot meines Manuskriptes gearbeitet. Als wir unsere Ordner schließen, ist es schon spät.
„Möchten Sie noch Ihr Marketingteam kennenlernen?“, fragt sie mich plötzlich.
Ich habe ein Marketingteam?! Etwas ungläubig folge ich meiner Lektorin durch den schon feierabendruhigen Verlag in einen kleinen Konferenzraum. Jede in der Runde stellt sich mir mit ihrem Zuständigkeitsbereich vor: Classic Marketing, Online-Marketing, Presse, Veranstaltungen. Freundlich erklären sie mir, was sie für mich tun werden und beantworten meine Fragen. Man sieht ihnen den langen Arbeitstag an. Umso mehr freut es mich, dass sie trotzdem geblieben sind, um mich kennenzulernen. Ich erzähle, dass ich meinen Roman eigentlich als selbst gemachtes Weihnachtsgeschenk für meine Freundinnen geschrieben habe und zeige ihnen eines der Exemplare. 
Verena Wälscher (Classic Marketing) bekommt funkelnde Augen. „Da haben wir doch schon ein perfektes Marketing-Argument: Dieses Buch muss ich meinen Freundinnen schenken, denn es ist für die Freundinnen geschrieben worden!“ Die anderen nicken.
Ich berichte von meiner Arbeit als Tierärztin, von dem Tag als Frau L. von mir wissen wollte, ob sie ihre Katze Pauline nach deren Tod von mir ausstopfen lassen könnte, da Pauline doch diese Hautprobleme habe. Und davon, wie Frau L. mir wegen meiner völligen Irritation zur nächsten Sprechstunde Paulines Vorgänger (Tiger) mitbrachte – als Anschauungsobjekt. Tatsächlich sehr lebensecht, ausreichend auf jeden Fall, um sich mit der Kollegin im Nebenraum einen Scherz zu erlauben. „Frau Doktor, der Tiger will heute gar nicht fressen.“ Frau L. hätte einen Oscar verdient. So inspirierend kann ein einziger Praxistag sein.
Mein Marketingteam lacht. Alle sind plötzlich aufmerksam, fragen meine Lektorin, ob sie denn bald schon in den Roman reinlesen dürfen. Wir sprechen auch über das Landleben, weil das Team in der aktuellen „Landlust“ ein weiteres Marketingargument sieht. Ich merke, wie schwer es ist, allen das Leben in einem mittelkleinen Ort näherzubringen. Hier, mitten in Frankfurt, ist nicht viel vorstellbar zwischen Großstadt und Bauernhofidylle. Etwas hilflos versuche ich, meinen Wohnort zu beschreiben: für eine Kleinstadt viel zu klein, aber für ein Dorf eigentlich zu groß.

Wie wäre es mit Storytelling?

Ein paar Wochen später bekomme ich eine E-Mail von Verena Wälscher:

Liebe Frau Keil,
ich wollte Sie fragen, ob Sie vielleicht Lust hätten, dass ich und eine Kollegin Sie besuchen kommen? Wir würden gerne Sie und die Umgebung zwischen Praxis und Reitstall noch besser kennenlernen, um ein besseres „Gespür“ für Sie, das Buch und die anstehende Kampagne entwickeln zu können. [...]
Herzliche Grüße aus Ihrem Verlag [...]

An einem warmen Sommertag ist es soweit. Verena Wälscher und die Storytelling-Konzepterin Christina Maria Schollerer checken im Hotel am Ort ein. Wir fahren mit meinem alten Rover zum Biergarten an der alten Windmühle.
Lektion 1: Ohne Auto kommt man hier nicht weit. Fließend wechseln wir zum Du und bereits nach einer halben Stunde gleicht unser Treffen einem Wiedersehen mit Schulfreundinnen. Als wir uns etwas zu laut darüber unterhalten, dass Tierärzte bei Tisch durchaus unappetitliche Themen ansprechen, ohne es zu merken, fangen wir uns eine Rüge vom Nachbartisch ein.
Am nächsten Morgen sitzen wir im Garten und die beiden erklären mir die Idee einer Autorenmarke und das Konzept von Storytelling. Für den Fischer Verlag selbst ein relativ neuer Marketingweg, erfahre ich, deshalb wurde Chris als Expertin hinzugezogen.
Ich äußere offen meine Bedenken. „Ich möchte nicht zur Kunstfigur gemacht und wichtiger werden als mein Roman.“ Chris erklärt mir, dass gerade Authentizität eine Grundvoraussetzung für das Storytelling ist. Ich darf und soll ganz ich selbst bleiben. „Der Bezug zum Roman ist wesentlich, dein Text steht immer im Mittelpunkt.“

Was ist mit der Privatsphäre?

Ich habe Sorge, dass ich durch meine Unerfahrenheit vielleicht zu viel preisgebe und es dann bereue. Beide versprechen, mich zu beraten und darauf zu achten, dass genau das nicht passiert. Außerdem würden sie nichts ohne mein Einverständnis verwenden. – Dann kann es ja losgehen mit dem Einblick in mein Leben.
Wir fahren zu meinen Pferden. Der Stallbesitzer lädt gerade Stroh ab, die Pferde grasen auf der Weide. Verena und Chris kommen aus dem Schwärmen nicht raus, machen unzählige Fotos. Ich zeige ihnen Paulchen, ein Shetlandpony wie in meinem Roman, und Sunday, den ich als Jährling gekauft und selbst zugeritten habe.
„Dürfen wir filmen? Wir müssen das doch allen im Verlag zeigen ...“, fragt Verena. Also beantworte ich Fragen in die Kamera und erzähle von mir. Hofhund Filou läuft ins Bild und will gekrault werden. „Noch mal?“
„Nein, das war perfekt.“
Mein Marketingduo ist restlos begeistert. Am Nachmittag wollen die beiden am Konzept arbeiten und sich über den weiteren Plan abstimmen. Verena fährt am Abend nach Hause. Chris lernt noch meine Familie kennen. Und bevor ich sie am nächsten Morgen zum Bahnhof bringe, fahren wir noch mit dem Praxisauto zu einem kranken Pferd – für einen ganz kleinen Einblick in mein Tierarztleben.

Storytelling auf den Punkt gebracht

Christina Maria Schollerer im Gespräch mit Anke Gasch

Was ist Storytelling denn nun genau?
Unter Storytelling versteht man erst mal ganz generelles Geschichten-Erzählen, von der ursprünglichsten Form, dem Erzählen von Legenden rund ums Lagerfeuer, bis hin zu modernen transmedialen Geschichten-Universen wie dem Marvel Cinematic Universe. Immer geht es darum, Informationen in Form von Geschichten so aufzubereiten, dass sie Gefühle erzeugen. Im Grunde tun wir das seit Urzeiten und von Kindesbeinen an. Inzwischen haben Hirnforscher auch herausgefunden, warum: Fakten, die wir an Emotionen knüpfen, werden leichter verständlich und bleiben auch besser im Kopf. Andere Menschen mitfühlen zu lassen und Spannung aufzubauen, das ist für Autorinnen und Autoren ja Tagesgeschäft. Und genau deswegen bietet es sich an, dieses Können auch fürs Marketing und die Kommunikation mit seinen Fans zu nutzen.
Die Fans einer Autorin lieben sie ja genau dafür, wie sie erzählt. Und wenn die Autorin es schafft, genau diese Art der Unterhaltung auch zwischen den Büchern zu liefern und zusätzlich Nähe herzustellen oder die Leser näher an sich heranzulassen, sodass alle Teil der Erzählung werden, dann ist das dufte für Autorin, Verlag und Fans.

Was kann das für mich als AutorIn konkret heißen, wie nutze ich Storytelling?
Manchmal hilft es, sich von außen zu betrachten, um zu schauen: Welche Figur wäre ich in einer Erzählung? Welche Rolle spielen meine Fans? Wie werde ich von anderen wahrgenommen und wie möchte ich wahrgenommen werden? Und sich darauf basierend zu fragen: Wie kann ich dieses Bild fördern, welche kleineren und größeren Anekdoten passen genau dazu und unterstützen es? Was ist meine persönliche Heldenreise? Was haben Geschichten, die ich toll finde, gemeinsam? Wenn mir das schwerfällt, wäre die erste Frage: Warum genau finde ich sie toll? Und warum finde ich die Charaktere darin toll?
Ganz wichtig ist dabei aber, dass es authentisch bleibt. Alles andere fliegt früher oder später immer auf.

Was heißt eigentlich „Autorenmarketing“?
Beim Autorenmarketing stehen der Autor und seine Marke im Mittelpunkt aller Marketingaktivitäten. Es geht darum, die Person des Autors längerfristig und nachhaltig bekannt zu machen, auch über Einzeltitel hinweg. Das heißt, statt das Marketing auf den jeweils veröffentlichten Titel zu konzentrieren, wie es lange üblich war, konzentriert man sich nun viel mehr auf den Menschen hinter den Büchern. Konkret bedeutet das, dass gerade mithilfe der sozialen Medien immer noch die Bücher promotet werden, sich daraus aber eine zweite Erzählung ergibt, die mehr oder minder losgelöst von den Buchinhalten die Autorin mit ihren Hobbys, ihren Stärken und Schwächen beleuchtet.

Wie werde ich zur Marke?
Was mir ganz wichtig ist: Es geht dabei nicht darum, eine künstliche Autorenfigur zu erzeugen, die dann nach einem bestimmten Schema die Romane dazu liefert. Denn im Mittelpunkt der Autorentätigkeit steht immer noch das Schreiben. Die meisten Autorenmarken formen sich eher auf natürliche Art und Weise, ich schreibe etwas, bin ein eigener Typ, kann manche Sachen mehr, andere weniger. Und daraus ergibt sich, wie ich kommuniziere, wen ich anspreche und vor allem: was ich schreibe.
Meine Aufgabe, wenn ich Autorenmarken aufbaue, ist es, zu schauen: Was macht die Autorin einzigartig, woran hat sie langfristig Spaß und kann es entsprechend auch durchhalten und kommunizieren. Wenn wir diese Aspekte herausgearbeitet und definiert haben, geht es darum, die passenden Plattformen und Wege zu finden, um diese Punkte nach außen sichtbar zu machen.

Einmal Marke, immer Marke?
Wie werde ich eine gut aufgebaute Autorenmarke wieder los, etwa, wenn ich mich weiterentwickelt habe? Wenn ich den Namen und die Grundbausteine meiner Marke behalten möchte, gehe ich transparent damit um, nehme die Leute einfach mit. Jeder Mensch entwickelt sich doch weiter. Warum sollte ich mit meiner Marke es dann nicht auch tun? Zumindest, solange ich die Gründe, die Motivation, die hinter den Entwicklungen steht, nachvollziehbar darstelle. Es ist im Prinzip das Gleiche wie mit fiktionalen Charakteren: Ich bin bereit, ihnen auf die wildeste Reise zu folgen, wenn sie mir sympathisch sind und ich verstehe, warum sie tun, was sie tun.

Wenn ich die Marke wirklich ganz loswerden möchte, was dann?
Das ist gar nicht so leicht. Denn je näher eine Autorenmarke an meiner realen Persönlichkeit dran ist, desto schwieriger wird es natürlich, sie abzulegen. Sehr deutliche, künstliche Merkmale wie eine knallige Haarfarbe oder ausgefallene Kleidung kann ich noch relativ leicht loswerden. (Einen Sascha Lobo ohne seinen roten Iro wird kaum jemand auf der Straße erkennen.) Wenn meine Fans mich allerdings mit all meinen Ängsten, Leidenschaften, vielleicht sogar Freunden oder Familie kennen, gerät das zur echten Herausforderung. 
Für eine Veronica Roth, die einen Großteil ihrer Fancommunity über ihren persönlichen Blog aufgebaut hat, müsste es nahezu unmöglich sein, sich komplett von der eigenen Autorenmarke zu lösen. Dennoch kann man selbst bei ihr beobachten, wie sie ihre Autorenmarke in den letzten Jahren, seit dem Erfolg der Divergent-Reihe, weiterentwickelt hat: Sie ist immer noch bekennender Harry-Potter-Fan, sehr ehrlich und authentisch in Bezug auf ihre Angststörung, allerdings postet sie kaum mehr was aus ihrem Privatleben. Stattdessen nutzt sie Instagram, um hochwertige und meist künstlerische Fotos mit ihren Fans zu teilen.
Wer sich unsicher ist, wie viel er von sich selbst in seine Autorenmarke stecken möchte, oder wer bewusst Abstand zwischen sich und sein Werk bringen möchte, der kann natürlich auch mit einem Pseudonym arbeiten. Das ist auch ratsam für Autorinnen und Autoren, die bereits eine sehr starke Autorenmarke aufgebaut haben und nun für ein Werk ein komplett anderes Genre, eine komplett andere Zielgruppe ansteuern wollen. Wer von Anfang an mit einem Pseudonym arbeitet und eine Kunstfigur für dessen Autorenmarke kreiert, hat es natürlich viel leichter, diese abzulegen oder temporär nicht zu nutzen.

Kann ich dich auch privat buchen?
Ja klar. Meist arbeite ich zwar für Verlage und werde über sie angefragt, aber wer Interesse hat, kann sich per Mail gerne bei mir melden. Bitte immer dazu schreiben, um welche konkreten Fragen und Wünsche es geht.

www.storydesign.studio | chris@storydesign.studio

Die weitere Zusammenarbeit

In den folgenden Wochen beginnt die enge Zusammenarbeit. „Können deine Freundinnen uns vielleicht kleine Videoclips senden, in denen sie von deinem Buch und dir erzählen?“, fragt Verena. Und erklärt mir auch, warum das toll wäre: Es soll meinen Freundinnen, für die ich das Buch geschrieben habe, Gesichter geben und so medial auch klarmachen, dass der Roman bei vielen Leserinnen den Wunsch nach einem guten Buch erfüllt, egal ob sie Juristinnen, Buchhändlerinnen oder Grafikdesignerinnen sind. „Die Lektorin hat deinen Text freigegeben. Wer es liest, ist begeistert und steckt die anderen an. Du hast schon viele Fans im Verlag“, sagt Verena noch.
Ich fühle mich völlig miteinbezogen und traue mich, eigene Marketingideen beizusteuern: Flyer auslegen in Landhotels? Werbung im Pferdesportversand? Gewinntickets für die Scheunenparty? Hoffentlich nerve ich nicht, denke ich und sende Verena eine E-Mail:
Ihr habt folgendes Problem mit mir: Ich bin sowas wie eine Sprudelflasche. Wenn man mich schüttelt, dann schäumt’ s schnell über. Ihr dürft also jederzeit den Deckel draufdrücken.
Ich bekomme keine Antwort, aber beim nächsten Verlagsbesuch überreicht Verena mir einen verzierten Geschenkkarton. Darin liegen eine Flasche Sprudelwasser und die Botschaft: „Es macht große Freude mit dir!“ Was für eine Anerkennung!
Tatsächlich haben inzwischen viele im Verlag mein Buch gelesen und sprechen mich darauf an. Alle kennen mich von dem „Video mit dem Hund“. Beim Mittagessen mit Verena, meiner Lektorin und der Programmchefin erzähle ich nebenbei von einer Idee. „Wie wäre es, wenn wir für den zweiten Roman eine ‚Gastrolle‘ verlosen würden? Die Leserin kann sich mit Pferd oder Haustier bewerben und ich schreibe sie in eine Tierarztszene rein.“
Die drei wechseln Blicke. „Ginge das zeitlich?“, fragt die Programmchefin.
Alle schauen zur Lektorin. Sie nickt. „Wir müssen nur einen passenden Platz freihalten und kurz vor Abgabe einfügen.“
Verena jubelt. „Das machen wir in die Klappe vom ersten Band. Oder auf die U3?“
Ich bin noch völlig verwirrt, da hat die Programmchefin alles schon zufrieden abgenickt.

Das Vorschau-Glück

Wir nehmen Kampagnen-Fotos auf. Und von Verena erfahre ich: Mein Titel kommt aufs Cover der Belletristik-Verlagsvorschau, mein Roman und ich werden auf den ersten sechs Seiten vorgestellt. Für einen Debütroman in der Frauenunterhaltung ist das mehr als ungewöhnlich. Dass bei mir alles etwas anders ist, gibt auch Verena zu. „So eng habe ich noch nie mit einer Autorin vor Erscheinen des ersten Romans zusammengearbeitet.“
Ich bin glücklich, aber auch neugierig, was gerade mich zur Ausnahme macht. Deshalb habe ich Verena für diesen Beitrag genau das gefragt. Ihre Antwort: „Der Grundstein der Begeisterung liegt sicherlich in der Textqualität, die uns überzeugt hat. Das haben wir als klares und erstes Alleinstellungsmerkmal erkannt, als USP eins. Als wir dann noch erfuhren, wie viel von deinem eigenen Leben im Roman steckt, wurde uns bewusst, dass wir hier ein tolles Gesamtprojekt auf die Beine stellen können. Du bist sozusagen der USP Eins-plus-mit-Sternchen. Das hört sich im „Marketingsprech“ vielleicht hart und emotionslos an, soll aber ganz klar unsere Wertschätzung dir gegenüber ausdrücken. – Es ist so: Wir brauchen inzwischen diese Geschichten hinter den Romanen, die wir erzählen können, um relevanter zu werden, uns abzuheben. Wir reduzieren gerade Titel pro Auslieferungsmonat, es wird schwieriger auf dem Büchertisch im Buchhandel zu landen. Inzwischen müssen Autoren und Verlage schauen: Was kann ich dem Leser rund um meine Publikation noch mitgeben? Was kann ich der Zielgruppe als Versprechen mitgeben? In deinem Fall zum Beispiel das Versprechen der Auszeit vom Alltag.“

Verena Wälscher (Marketingmanagerin FISCHER Taschenbuch Belletristik): „In den letzten Jahren haben unsere Bestrebungen, Buchprojekte mit Kooperationen zu begleiten, an Bedeutung gewonnen. Wir gehen damit aus den bestehenden Buchumfeldern einen Schritt heraus: Indem wir zum Beispiel mit Beautymarken kooperieren, trifft unser Buch die Leserin auch in Alltagssituationen, etwa wenn sie sich gerade etwas „gönnt“ und eventuell auch entsprechend offen für andere (Buch-)Inspirationen ist. Reisekooperationen sind für uns besonders attraktiv. Das schafft Aufmerksamkeit und wir haben die Möglichkeit, unser Storytelling zum Projekt weiterzuführen. Die Idee ist, dass für beide Partner ein interessantes und ansprechendes Paket zustande kommt. Das bietet neue Chancen, den Weg zu den Käufern zu finden. Wichtig ist, dass Partner und Buch zusammenpassen.“

Als Autorin im Netz: per Zufall zum perfekten Mentor

Noch eine Begegnung ist ein Glücksfall. Jemand kommentiert auf Facebook einen Beitrag zum Deutschen Buchpreis 2018. Ich finde den Kommentar lustig und gehe darauf ein. Ich klicke sein Profil an. Ein Buchblogger. Irgendwie nett. Das war es eigentlich. Aber dann „stolpert“ meine Agentin bei der Buchpreisverleihung über ihn, erzählt ihm von mir. Die beiden rufen mich an, empfinden in Sektlaune den Zufall als Schicksal.
Wenige Tage später treffe ich während der Agenturfeier zur Buchmesse auf meine Facebook-Bekanntschaft: Florian Valerius (@literarischernerd) ist nicht irgendein Buchblogger. Er ist Buchhändler und hat 2017 den Sonderpreis beim 1. Buchblog-Award gewonnen. Er findet mich und meinen Roman spannend und empfiehlt mir, als Autorin eine Instagram-Seite anzulegen. Ich zögere. – Mein Essen fotografieren? Mich täglich online inszenieren und noch mehr Lebenszeit aufs Smartphone verschwenden?
Florian lacht. Er erzählt vom Kontakt zu den (zukünftigen) Lesern, der Möglichkeit, sie auf meinen ungewöhnlichen Weg mitzunehmen und mitzubekommen, was sie mit meinem Buch erleben. „Ich helfe dir. Beim Start und auch danach. Ich kenne mich mit Instagram sehr gut aus und überlege schon länger, diese Art von Beratung als Dienstleistung für Autoren anzubieten.“
Kurz darauf erfahre ich von ihm, dass meine Homepage schon fast sowas wie Instagram ist. „Du bist ein Insta-Naturtalent“, sagt mein Mentor und erklärt mir die Funktion von Hashtags, die Koppelung mit Facebook und die besten Zeiten für neue Beiträge. Schon bald komme ich gut zurecht und entwickle tatsächlich großen Spaß an der Sache.

[17.999 von insgesamt 39.442 Zeichen]

Autorin: Lisa Keil
Weiterlesen in: Federwelt, Heft 135, April 2019
Foto: Christina-Maria Schollerer

 

WARUM ENDET DIESER ARTIKEL HIER?
Es kostet viel Geld, die Federwelt mit all ihren Fachinformationen herzustellen: Autorinnen und Autoren, die für uns schreiben, erhalten ein Honorar. Die Redaktion, das Korrektorat, Layout, Druck und (digitaler) Vertrieb - das alles kostet. Dieses Geld müssen wir durch den Verkauf von Heften und Abos erwirtschaften. Daher können wir unsere Inhalte nicht verschenken.

SIE MÖCHTEN MEHR LESEN?
Dieser Artikel steht in der Federwelt, Heftnr. 135, April 2019: /magazin/federwelt/archiv/federwelt-22019
Sie möchten diese Ausgabe erwerben und unsere Arbeit damit unterstützen?
Als Print-Ausgabe oder als PDF? - Beides ist möglich:

PRINT
Sie haben gerne etwas zum Anfassen, und es macht Ihnen nichts aus, sich zwei, drei Tage zu gedulden?
Dann bestellen Sie das Heft hier: /magazine/magazine-bestellen
Bitte geben Sie bei »Federwelt-Heft-Nummer« »135« ein.

PDF
Download als PDF zum Preis von 4,99 Euro bei:

•    beam: https://www.beam-shop.de/sachbuch/literaturwissenschaft/557767/federwelt-135-02-2019-april-2019
•    umbreit: https://umbreit.e-bookshelf.de/federwelt-135-02-2019-april-2019-12486691.html
•    buecher: https://www.buecher.de/shop/sprachwissenschaft--philologien/federwelt-135-02-2019-april-2019-ebook-pdf/keil-lisa-brauer-oliver-quinke-sibyl-halu/products_products/detail/prod_id/55877980/
•    amazon: https://www.amazon.com/dp/B07Q3XF5V6/

Oder in vielen anderen E-Book-Shops.
Suchen Sie einfach mit der ISBN 9783932522253.