
Federwelt
- Yannick-Maria Reimers: Welten öffnen mit Worten
- Mit Want und Need zu tiefgründigeren Figuren
- Wie weit dürfen Schlüsselroman und Satire gehen
- Zeitmanagement – Wie schaffe ich das eigentlich alles?
Artikel und Interviews
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Vielfalt feiern
Wie wir mit Worten Welten öffnen oder verschließen und wie sensible Sprache aussehen kann. Yannick-Maria Reimers teilt in diesem Beitrag persönliche Erfahrungen als nichtbinäre Person und vermittelt, wie wir mit Feingefühl für eine bessere Welt schreiben können. -
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Heimatlosigkeit ist mein Thema
Wie es dazu gekommen ist und wie Sinem Straughan es literarisch umsetzt. Ein Erfahrungsbericht -
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Von der Autorin zur Verlegerin
Warum SPIEGEL-Bestsellerautorin und Übersetzerin Jenny-Mai Nuyen 2021 einen Verlag gegründet hat und was wir daraus lernen können. Jenny-Mai Nuyen im Gespräch mit Madeleine Hold -
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Zeitmanagement – Wie schaffe ich das eigentlich alles?
Cally Stronk ist nicht »nur« Kinder- und Jugendbuchautorin, sondern auch noch Schreibcoach, Künstlerin und Inhaberin einer Literaturagentur. In diesem Beitrag steht, wie ihr Zeitmanagement aussieht. -
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Deine Schreibstimme
So lässt du sie im eigenen Sachbuch erklingen. Von Anke Ernst -
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Abgehängt? Veröffentlichen mit Psychiatrie-Erfahrung: Hürden, Hilfen und autofiktionales Schreiben
Folge 1: Hürden, Hilfe und ein Blick auf das, was psychisch Erkrankte zu bieten haben. Von Susanne Konrad -
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Mit Want, Need und Defizit tiefgründigere Figuren entwickeln und die Handlung vorantreiben
Wie macht man das bei seinen eigenen Romanfiguren? Von Lea Korte
Kolumnen
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Agentenschaufenster
Folge 27: zoraLit-Literaturagentur -
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Ist das Kunst? Oder landet das vor Gericht?
Folge 2: Wie weit dürfen Schlüsselroman und Satire gehen? Deckt die Kunstfreiheit hier sogar die Schmähung eines Menschen ab? Von Ulrike Günther -
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Pinnwand
Termine und mehr -
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Kummerecke
Mit Dr. Erika von Eichkamp-Luchterfisch -
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Wie überzeugt mein Exposé?
Folge 5: Das fragt Bettina Lausen Anne Pias, Lektorin bei beTHRILLED/beHEARTBEAT, den E-Book-Labels von Bastei Lübbe -
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Der Ideenmarkt: Kreative Schreibhilfen für (fast) jeden Schreibtyp
Folge 8: Das Schreibjournal. Von Daniela Esch -
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Bessere Texte – Satz für Satz
Sonderfolge: Erzeugt der erste Eindruck ein gutes Lesegefühl? Wie ein In-House-Lektor Texte einordnet. Uli Mattfeldt, Lektor beim MAXIMUM Verlag, über das Romanprojekt unserer Leserin Katja -
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Kurzmeldungen
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Ausblick + Impressum
Editorial
Üppige Sekunden
November 2025: Ich war einige Tage nicht draußen und bin auf dem Rückweg von meiner Ärztin. Die Luft ist kristallklar. Und auf einmal faszinieren mich viele Dinge: knorrige Äste, das Lichtblau des Himmels, alte Villen mit ihren Sprossenfenstern und Erkern, geschmückte Türen. Wie schön die Welt ist!, denke ich, als ich in den Bus steige. Das sollte ich noch viel öfter wahrnehmen, mich an diesen üppigen Sekunden erfreuen. Weniger schön ist dann, dass der Bus nicht da hält, wo ich die Halte-Taste drücke. Eine Station später steige ich zusammen mit einem Mann um die siebzig aus. Ich biete ihm Hilfe an, da er mit einem Rollator unterwegs ist, und wir kommen ins Gespräch, bei dem ich erfahre: Busfahren ist oft eine Tortur für ihn. Einmal wurde er samt Rollator in den Gang geschleudert, weil der Bus so abrupt losgefahren war. Einmal fuhr der Bus an, während er noch beim Aussteigen war. Er fiel auf seinen Rollator, und ein Griff brach ab. Eine Katastrophe für ihn. Denn er hat nur acht Euro am Tag zum Leben. Davon muss er alles bezahlen: sein Essen, Reparaturen, jede Busfahrt, Medikamente. Ob ich ihm mit zehn Euro helfen könne, frage ich. Er sagt ja und: »So was habe ich noch nie erlebt.«
Warum teile ich diese Geschichte hier? Weil das, was wir (von uns) erzählen, einen Einfluss hat. Weil es Begegnungs- und Verständnisräume öffnet und so Veränderungen anstoßen kann. Davon handelt auch unsere berührende Titelstory. (Seite 6) Yannick-Maria Reimers hat sie geschrieben und lädt uns damit ein, sensibler mit Sprache umzugehen. Denn was wir als harmlos empfinden, kann andere tief verletzen. Auch Sinem Straughan legt in ihrem Erfahrungsbericht ihr Herz offen. (Seite 15) Sie erzählt, wie sie als Jugendliche Heimat in der Literatur fand und wie sich das Thema »Heimatlos sein und Heimat finden« durch ihre Geschichten zieht.
Wie sie aus einer Krise heraus einen Verlag gegründet hat, erzählt Bestsellerautorin Jenny-Mai Nuyen im Interview. (Seite 22) Und natürlich erwarten Sie noch viele tolle Texte mehr. Unter anderem der von Cally Stronk, in dem sie meine Frage beantwortet, wie sie eigentlich alles schafft, was sie zu tun hat: vom Schreiben als Autorin bis hin zum Manuskripte-Vermitteln als Literaturagentin.
Ich wünsche Ihnen viele üppige Sekunden: beim Lesen, Schreiben und Leben.
Anke Gasch, Chefredakteurin
([email protected])





