
Der Loewe Verlag setzt ein Zeichen gegen KI-Slop. Ab sofort ist der Hinweis „Ohne KI“ in Online-Shops bei den Coverabbildungen von Loewe-Büchern zu sehen.
Der Loewe Verlag zeigt ab sofort, dass seine Bücher von Menschen gemacht sind. Bei allen Coverabbildungen weist ein kleines Schild mit der Aufschrift „Ohne KI“ eigens darauf hin, dass die Bücher kein Slop* und ohne künstliche Intelligenz (KI) entstanden sind.
So begründet der Loewe Verlag den Hinweis „Ohne KI“ bei seinen Coverabbildungen
In der Pressemeldung des Loewe Verlags vom 24. Februar 2026 heißt es:
Damit erleichtert der Verlag Leser*innen die Orientierung in einer wachsenden Flut KI-generierter Bücher. Das Label macht klar, dass Menschen diese Titel geschrieben, illustriert und sorgfältig verlegerisch betreut haben.
Seit Monaten steigt insbesondere im E-Commerce die Zahl KI-generierter Bücher stark an. Vor allem auf großen Plattformen stehen Kund*innen vor der Herausforderung, entsprechende Titel als solche zu identifizieren. Die Kritik richtet sich dabei vor allem gegen automatisch erzeugte Texte und Illustrationen ohne redaktionelle Qualitätsprüfung. Zwar soll ab August eine gesetzliche KI-Kennzeichnungspflicht greifen, allerdings ist fraglich, ob sich diese umfassend durchsetzen lässt. Seit Jahren ist nämlich festzustellen, dass viele „KI-Selfpublisher“ in ihren Produkten nicht einmal der gesetzlichen Impressumspflicht nachkommen.
Anstatt weiterhin auf eine KI-Kennzeichnung durch E-Commerce-Plattformen zu hoffen, beschreitet der Loewe Verlag nun einen eigenen Weg: „Wir haben die Online-Coverabbildungen unseres gesamten lieferbaren Programms mit dem Label „Ohne KI“ versehen“, sagt Geschäftsführer Christoph Gondrom. „Dieses Kennzeichen wird fortan standardmäßig für Abbildungen unserer Cover in Online-Shops verwendet.“
Das Label steht für klar definierte verlegerische Standards. Vertragliche Vereinbarungen, strukturierte Prüfprozesse sowie ein persönliches, intensives Lektorat gewährleisten, dass Texte und Illustrationen ohne generative KI entstehen.
Auch bei Autor*innen und Illustrator*innen findet die Initiative Zustimmung. Markus Orths, Autor der Kinderbuchreihe „Crazy Family“, sagt: „Ich bin unbedingt dafür und finde es nicht nur wichtig, sondern unumgänglich, diesen Schritt zu gehen. Wenn wir dem Ausufern der KI nichts entgegensetzen, werden wir bald ohne Autoren und letztlich dann auch ohne Verlage dastehen.“
Besonders im Kinderbuchbereich dienen Bücher nicht nur zur Unterhaltung, sondern unterstützen Kinder beim Lesenlernen, vermitteln Wissen, stärken Selbstvertrauen und fördern Empathie sowie Kreativität. Mit dem Label „Ohne KI“ unterstreicht der Loewe Verlag seinen Anspruch, Familien weiterhin Bücher anzubieten, die auf Erfahrung, Sorgfalt und echter verlegerischer Arbeit basieren.
* Was bedeutet Slop?
Merriam-Webster, der wichtigste Wörterbuchverlag in den USA, kürte das Wort „slop“ 2025 zum Wort des Jahres. Die Begründung:
We define slop as “digital content of low quality that is produced usually in quantity by means of artificial intelligence.” All that stuff dumped on our screens, captured in just four letters: the English language came through again.
[Wir definieren Slop als „digitale Inhalte von geringer Qualität, die in der Regel mithilfe künstlicher Intelligenz in großer Menge produziert werden“. All das Zeug, das auf unseren Bildschirmen landet, lässt sich in nur vier Buchstaben zusammenfassen: Die englische Sprache hat wieder einmal ganze Arbeit geleistet.]
The flood of slop in 2025 included absurd videos, off-kilter advertising images, cheesy propaganda, fake news that looks pretty real, junky AI-written books, “workslop” reports that waste coworkers’ time… and lots of talking cats. People found it annoying, and people ate it up.
[Die Flut von Slop im Jahr 2025 umfasste absurde Videos, seltsame Werbebilder, kitschige Propaganda, gefälschte Nachrichten, die ziemlich echt aussehen, minderwertige, von KI geschriebene Bücher, „Workslop“-Berichte, die die Zeit der Kollegen verschwenden ... und jede Menge sprechende Katzen. Die Leute fanden es nervig, aber sie haben es trotzdem verschlungen.]
Like slime, sludge, and muck, slop has the wet sound of something you don’t want to touch. Slop oozes into everything. The original sense of the word, in the 1700s, was “soft mud.” In the 1800s it came to mean “food waste” (as in “pig slop”), and then more generally, “rubbish” or “a product of little or no value.”
[Wie Schleim, Schlamm und Dreck hat Slop den feuchten Klang von etwas, das man nicht anfassen möchte. Slop sickert in alles hinein. Die ursprüngliche Bedeutung des Wortes im 18. Jahrhundert war „weicher Schlamm“. Im 19. Jahrhundert bedeutete es „Lebensmittelabfälle“ (wie in „Schweinefutter“) und dann allgemeiner „Müll“ oder „ein Produkt von geringem oder keinem Wert“.]
Blogbild: Vier Cover des Loewe Verlags mit dem Hinweisschild „Ohne KI“, zusammengestellt vom Loewe Verlag
