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Digital Independence Day – DI.DAY

Branchen-News
Sandra Uschtrin
freies Internet ohne Wut und Hass via DI.DAY

Der Digital Independence Day (DI.DAY) steht für digitale Selbstbestimmung. An jedem 1. Sonntag im Monat wird daran erinnert, dass es Alternativen zu den wenigen Tech-Giganten gibt, die den digitalen Raum kontrollieren. Am 1. Februar findet der nächste DI.DAY statt. Im Angebot: Wechselrezepte, die funktionieren.

Ein Bündnis von Organisationen, denen die Demokratie wichtig ist, hat den DI.DAY ausgerufen. Seit Jahresbeginn kann man sich an jedem ersten Sonntag des Monats kostenlos von Fachleuten dabei helfen lassen, zu guten Alternativen zu wechseln: etwa von Chrome zu Firefox, von X zu Mastodon oder von Gmail zu einem unabhängigen E-Mail-Provider.

„Unser digitales Leben befindet sich in der Hand weniger Superreicher,“ kritisierte der Autor Marc-Uwe Kling bei der offiziellen Vorstellung des DI.DAY. „Mit der Monopolstellung ihrer Unternehmen bestimmen Menschen wie Elon Musk, Jeff Bezos oder Mark Zuckerberg weltweit, wie wir uns online informieren, wie wir diskutieren, kommunizieren oder handeln. Einen solchen unkontrollierten Einfluss sollte kein Mensch und kein Unternehmen besitzen, weil wir dann nicht mehr in Freiheit leben können.“

Koordiniert wird der DI.DAY von der Initiative Save Social. Einige der beteiligten Organisationen bieten Online- oder Präsenzveranstaltungen an, um Menschen bei ihrem Wechsel zu unterstützen. Einen Veranstaltungskalender zum Durchsuchen mit derzeit über hundert Veranstaltungen gibt es auf der Website unter https://termine.di.day/.

Linus Neumann, Sprecher des Chaos Computer Clubs: „Die großen Plattformen erschweren den Wechsel gezielt. Gleichzeitig wirkt der Netzwerkeffekt gegen uns: Verlieren wir beim Umzug unsere Kontakte? Finden wir unsere Informationsquellen wieder? Und wie gelingt der Wechsel überhaupt? Deswegen stehen am Digital Independence Day in vielen Städten Expert*innen des CCC mit Rat und Tat zur Seite. Wir helfen, die richtige Alternative auszuwählen, umzuziehen, und sich dort auch angenehm einzurichten. So gelingt der Umzug nicht nur, sondern wird auch nachhaltig.“

Björn Staschen, Mitgründer von Save Social, ergänzt: „Mir dem Digital Independence Day wollen wie Vielfalt und Freiheit stärken, weil es dringend nötig ist! Es geht nicht um Purismus, sondern um entspannte Rebellion: Wir holen uns unser freies digitales Leben zurück, zerstören die Demokratie nicht weiter und wechseln zu demokratiefreundlichen digitalen Alternativen.“

Unterstützt wird der DI.DAY von einem breiten Bündnis von Organisationen, das weiter wächst. Derzeit engagiert sind Bonn.digital, der Chaos Computer Club, die Digitale Gesellschaft, Ecosia, Epicenter.works, fairkom, FediVariety, freiburg.social, Independent Federated Trust & Safety (IFTAS), King Consult, Mastodon, Nextcloud, Ossrox, der Präsididiumsarbeitskreis Digitale Souveränität der Gesellschaft für Informatik, Robin Wood, Save Social – Networks For Democracy, Social Social, die Schöpflin-Stiftung, Topio, ver.di Hamburg, Wechange und Wikimedia Deutschland,

#DigitalIndependenceDay

Blogbild: Illustration: Florian Biege für den DI.DAY