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Andreas Köglowitz vom Unsichtbar Verlag stellt Buchprogramm ein

Branchen-News
Sandra Uschtrin
Andreas Köglowitz vom Unsichtbar Verlag stellt Buchprogramm ein

Der Unsichtbar Verlag stellt seine Tätigkeit 2020 ein. Für Wirbel sorgt die ausführliche Erklärung des Verlegers Andreas Köglowitz, in der er detailliert darlegt, warum und weshalb er das tut.

Ab 2020 will Andreas Köglowitz im Unsichtbar Verlag kein festes Programm mit Büchern mehr machen. Es bleiben jedoch alle Bücher weiterhin lieferbar und die eine oder andere Produktion wird weiter stattfinden.

Auf seiner Homepage erklärt Andreas Köglowitz, warum er sich nach zwanzig Jahren Arbeit so entschieden hat. Er habe es sich nicht leicht gemacht.

In seine Erklärung zeichnet er ein Bild von der Buchbranche, wie es vielen – besonders bayerischen – Kleinverleger*innen bekannt vorkommen dürfte.
Er schildert frustrierende Erlebnisse mit Buchhandlungen und Autor*innen. Durch die Auslistung etlicher Titel beim Buchgroßhändler Libri sei es beim Unsichtbar Verlag zu einem Umsatzrückgang von 60 Prozent gekommen. Die Portoerhöhung der Post für Bücher innerhalb von nicht mal zwei Jahren von 1,00 Euro auf 1,90 Euro, sei schon ein starkes Stück: »Das sind fast 20% vom Preis eines Taschenbuchs nur für Porto.« Und das alles bei einer Kulturförderung, die in Bayern so ablaufe:
»Bei uns in Bayern gibt es eine Förderung, und zwar den Kleinverlegerpreis, der mit 5.000 Euro dotiert ist. Da sucht sich ein Kultusminister einen Verlag heraus, mit dem er sich gerne fotografieren lassen möchte, weil er gut aussieht damit. Natürlich wird der von einer Jury ausgesucht, was dachtet ihr denn. Denke, es ist somit klar, warum wir den Preis nie bekommen haben bei unseren Buchtiteln ;) Aber mal abgesehen davon: Was sind denn schon 5.000 Euro? Davon kann man dann ein vernünftiges Buch vorstrecken. Was ist dieser Betrag schon gegen die Summen, die allein ins Theater fließen? [...] Ganz ehrlich, liebe selbsternannte „Kulturpolitiker“: Fickt euch!«

Auf den Seiten des Börsenblatts gibt es eine Diskussion über das Ende des Unsichtbar Verlags.

Links
> www.unsichtbar-verlag.de/
> www.facebook.com/UnsichtbarVerlag/
> www.boersenblatt.net/2020-01-21-artikel-unsichtbar_verlag_gibt_auf-verleger_andreas_koeglowitz_beklagt_einkaufspolitik_des_handels.1796042.html
> www.boersenblatt.net/2020-01-28-artikel-wie_koennen_kleine_verlage_ihre_sichtbarkeit_erhoehen_-debatte_nach_rueckzug_von_andreas_koeglowitz.1799806.html
> www.boersenblatt.net/2020-01-30-artikel-_gewinnspiele_sind_etwas_fuer_den_rummel_____wir_brauchen_eine_kalkulierbare_loesung_-joseph_rheintaler_zur_verlagfoerderung_in_bayern.1801382.html

Blogbild: Foto: Pop & Zebra auf Unsplash