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    Vorveröffentlichungen von Leseproben: okay für Verlage?

    Hallo allerseits,

    ich las kürzlich, dass es schwierig sein kann, Verlagen Manuskripte anzubieten, von denen schon Teile vorveröffentlicht sind.  Mir geht es dabei nur um Leseproben, d. h. einige Kapitel, nicht um ganze Manuskripte.  Ich spiele mit dem Gedanken, auf meiner Webseite solche Leseproben meiner Texte einzustellen, um so Interesse zu wecken und natürlich auch Feedback von Lesern zu sammeln.  Da hat mich diese Warnung etwas verunsichert, und ich würde gerne ein paar mehr Einschätzungen dazu hören, am liebsten natürlich von Profis aus der Branche.  Aber mich würden auch Einschätzungen und Vermutungen von Betroffenen interessieren.

    Im Netz gibt es einige Kommentare zu dem Thema, aber viel hab ich nicht finden können, so dass ich denke, die eine oder andere Meinung kann durchaus auch von einem bestimmten Geschäftsmodell gefärbt sein (will das aber niemandem unterstellen).

    In diesem Artikel [1] von Ina Fuchshuber von www.neobooks.com aus dem Jahr 2011 z. B. werden Vorveröffentlichungen (mit prominenten Beispielen) als durchaus sinnvoll für den Autor eingestuft.  (Wobei mich nur Leseproben interessieren.)

    Hans Peter Roentgen (Hallo!, falls Sie gerade mitlesen) meinte in einem Beitrag von 2010 [2] durchaus Ähnliches: »Wenn du übrigens (wie bei Romansuche) nur eine Leseprobe einstellst, dürfte das mit der Vorveröffentlichung kein Problem sein.«

    Andere Meinungen finden sich aber auch, so z. B. ein (inzwischen anonymer) Gast auf DSFO in 2011 [3]: »Jede Form der Vorveröffentlichung, auch in Auszügen, ist dem Verlag auf Anfrage anzuzeigen und führt aus vielen Gründen i.d.R auch zum Ausschluss des MS.«

    Oder die ›Schreibtrainerin‹ Anette Huesmann rät 2017 in [4]: »[…] eine Vorveröffentlichung, auch wenn es nur Ausschnitte sind, ist ein Risiko. Ist die Teilveröffentlichung im Internet ein grandioser Erfolg, ist das natürlich ein Argument für jeden Verlag, das Manuskript zu nehmen. Doch das lässt sich nicht planen. Ist die Teilveröffentlichung nur ein mäßiger Erfolg, dann ist das Manuskript womöglich für viele Verlage damit nicht mehr interessant.«

    Mir geht es allerdings weniger um einen möglichen Misserfolg, sondern mehr darum, dass ein Verlag ein K.O.-Kriterium darin sehen könnte, dass schon zu viel von einem Manuskript vorab öffentlich lesbar war.  (Einen Click-Counter habe ich auch nicht in Planung.)

    Ich würde gerne Leseproben im Umfang von 30 bis 50 Seiten von Romanen im Umfang von mehreren hundert Seiten einstellen, also etwa 5 bis 15% des Manuskripts.  Wie reagieren Verlage auf so eine Veröffentlichung?  Lassen sie solche Manuskripte einfach links liegen, vielleicht aus rechtlichen Gründen?

    Herzlichen Gruß

    Alfe

     

    Quellen:

    [1] https://orbanism.com/wasmitbuechern/2011/ina-fuchshuber-10-grunde-warum-...

    [2] https://autorenforum.montsegur.de/index.php?/topic/11799-neobookscom-ken...

    [3] https://www.dsfo.de/fo/viewtopic.php?t=31326

    [4] https://www.die-schreibtrainerin.de/buch-veroeffentlichen/

     

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    Beigetreten: 12.03.2014
    RE: Vorveröffentlichungen von Leseproben: okay für Verlag...
    Fr, 05.02.2021 19:08

    Lieber Alfe,

    ich würde mal sagen, es kommt auf den Verlag an. Manche großen Verlage möchten keine Vorab- oder Teilveröffentlichungen und machen da auch keine Ausnahmen. Ich würde nachfragen, wenn ich eine Verlagsveröffentlichung anstrebe. Für Selfpublisher mag dies weniger gelten, aber da bin ich kein Experte.

    Liebe Grüße
    Dirk

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      Beigetreten: 14.03.2014
      RE: Vorveröffentlichungen von Leseproben: okay für Verlag...
      Sa, 06.02.2021 09:32

      Hallo Alfe,

      ich würde es nicht machen. Unabhängig davon, dass es sicher von Verlag zu Verlag verschieden ist (*), halte ich für wahrscheinlich, dass Risiko und Aufwand den Nutzen übersteigen. Normale Leser werden - wenn sie überhaupt auf deine Seite finden - nicht so lange Proben lesen, wenn sie nicht im Anschluss das Buch kaufen oder vorbestellen können. Ich kann mir aber vorstellen, dass einzelne Geschichten aus und rund ums Buch gelesen werden. Profi-Leser (Verlagsentscheider) suchen nicht auf diesem Weg (**), sie würden "irgendwelche" Leseproben im Netz sicher auch nicht lesen.

      Was ich mir eventuell vorstellen kann: So lange Auszüge so einstellen, dass sie nicht öffentlich sind, und im Exposee oder so einen Deeplink ("Erweiterte Leseprobe") mitschicken. Aber ob das tatsächlich von Verlagsentscheidern genutzt wird?

      * Ich halte für möglich, dass es noch immer Verlage gibt, für die solche Vor- und Teilvorveröffentlichungen Ausschlussgründe sind. Man muss denen das aber beim Buch-Anbieten nicht sofort auf die Nase binden, man darf es auf Nachfrage nur nicht verneinen. Kleinere und jüngere Verlage sind - vermute ich - da sicher auch entspannter. In beiden Fällen sollte man halt nur irgendwann um den Moment der Vetragsunterzeichnung herum die Leseprobe rausnehmen. 

      ** Kleine und junge Verlage schauen heutzutage vielleicht auch in Schreibforen oder so vorbei. Aber auf Autorenwebseiten? 

       

      LG von Ulrike

       

      PS: Ich arbeite zwar manchmal für einen Verlag, kenne die Vorgänge in einem Verlag aber nur durch Außensicht.

        Status:
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        Beigetreten: 22.10.2017
        RE: Vorveröffentlichungen von Leseproben: okay für Verlag...
        So, 07.02.2021 22:26

        Hallo Ulrike,

        jon schrieb:

        Normale Leser werden - wenn sie überhaupt auf deine Seite finden - nicht so lange Proben lesen, wenn sie nicht im Anschluss das Buch kaufen oder vorbestellen können.

        [...]

        Profi-Leser (Verlagsentscheider) suchen nicht auf diesem Weg (**), sie würden "irgendwelche" Leseproben im Netz sicher auch nicht lesen.

        Interessant – ich hatte gar nicht daran gedacht, dass Verlage sich auf meine Seite verirren könnten.  Also um ein Entdecktwerden ging es mir dabei nicht.  Mein Gedanke war eher, eine Community aufzubauen (Facebook, Pinterest usw.) und so zu erfahren, welche der Themen meiner Texte die Leser am meisten fesseln.  Dort würde ich dann vorrangig weiterarbeiten.

        Die Leseproben, die ich mir vorstelle, sind ja schon recht lang.  Da werden die meisten Probeleser vermutlich beim Loslesen ohnehin denken, dass sie vor dem Ende das Interesse verlieren werden, so dass es nicht schlimm ist, wenn das Buch noch gar nicht verfügbar ist.  Sollten sie aber doch so gefesselt sein, dass sie bis zum Ende der Leseprobe kommen – ja dann muss ich sie leider vertrösten (das ist aber keine schlechte Situation aus meiner Sicht).

        Zitat:

        Was ich mir eventuell vorstellen kann: So lange Auszüge so einstellen, dass sie nicht öffentlich sind, und im Exposee oder so einen Deeplink ("Erweiterte Leseprobe") mitschicken. Aber ob das tatsächlich von Verlagsentscheidern genutzt wird?

        … um die es mir ja nicht geht.  Ich will nur nicht in die Falle tappen, dass meine Manuskripte hinterher als ›verbrannt‹ gelten, für den vagen Fall, dass ein Verlag tatsächlich mal Interesse zeigen sollte.  Der Fall würde mich zwar freuen, aber den strebe ich nicht vorrangig an.  Gedacht sind meine Leseproben ausschließlich für Endkunden, auch wenn ich natürlich Verlagsmitarbeiter nicht ausschließen kann oder will.

        Das mit dem Deeplink ist natürlich eine Idee, den könnte ich an Interessierte herausgeben, wenn sich welche melden.  Aber eigentlich wollte ich lieber eine extrem niedrige Hemmschwelle für mögliche Testleser.  – Gut, danke für deine Antwort, die hilft mir jedenfalls insofern weiter, dass ich mir da noch mal mehr überlegen sollte.

        Herzlichen Gruß

        Alfe

         

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          Beigetreten: 04.05.2021
          RE: Vorveröffentlichungen von Leseproben: okay für Verlag...
          Di, 04.05.2021 12:29

          Hallo,

          zumindest Agenturen sehen so etwas überhaupt nicht gerne. Ich hatte mit dieser begründung schon Absagen. Verlage mögen das auch nicht, es sei denn, es ist wirklich ein Mega-Manuskript. Aber da muss man schon sehr viel Glück haben, da die Chance, dass ein Manuskript gelesen wird, sehr gering ist.

          Viele Grüße

          Dirk