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    Beigetreten: 03.11.2019
    Lektorat für Leseprobe

    Hallo in die Runde,

    ich bin neu hier und freue mich, nun Teil der Autorenwelt zu sein. =)

    In meiner Schublade liegen zwei Bände einer dreiteiligen High-Fantasy-Romanreihe. Für das erste Band (mein Erstlingswerk) bin ich aktuell auf der Suche nach einem Verlag oder einer Literaturagentur. Ich bewerbe mich mit Exposé, Leseprobe und Autorenvita. Nun habe ich mir überlegt, für eine Überarbeitung nur meiner Leseprobe einen Lektor zu bezahlen. Zum einen als Feedback für mich selbst, wie gut der Text wirklich ist, und zum anderen, um meine Chancen bei der Bewerbung zu erhöhen.

    Habt ihr Empfehlungen an wen ich mich wenden könnte? Gibt es überhaupt (freie) Lektoren, die solche Aufträge annehmen?

    Viele Grüße,

    Kathrin

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      Beigetreten: 14.03.2014
      RE: Lektorat für Leseprobe
      So, 05.01.2020 17:10

      Klar gibt es Lektoren, die auch sowas machen. "Kleinvieh macht auch Mist." 1f 609

       

      Ich bin allerdings geteilter Meinung über den Sinn so einer Aktion.
      Damit du einen Eindruck zur Qualität deiner "Schreibe" bekommst - okay, auch wenn sich das nicht auf alle Aspekte für "gutes Buch" beziehen kann. Und eigentlich wäre es sinnvoller gewesen, diese Qualitäten vor dem Schreiben eines Dreiteilers zu trainieren. Was wirst du denn tun, wenn der Lektor sagt, dass da grundsätzlich der Wurm drin ist?
      Ich verstehe auch den Wunsch, die Chance beim Verlag zu erhöhen. Aber erstens merkt er beim Manuskript dann, dass du getrickst hast. Vor allem, wenn dir - was Anfängern oft passiert - der Lektor zu sehr in deinem Stil rum"pfuscht". Zweitens wird der Verlag / die Agentur beim Annehmen einen eigenen Lektor an das Buch setzen. 

      Tipp: Versuch es erstmal mit Testlesern. Und Detail-Qualität kannst du auch in Foren testen.

       

       

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        Beigetreten: 12.03.2014
        RE: Lektorat für Leseprobe
        So, 05.01.2020 19:08

        Liebe Kathrin,

        ich stimme Ulrike in ihrer Einschätzung zu.

        Es gibt, falls du wirklich Geld dafür ausgeben möchtest, um etwas über die Qualität deiner "Schreibe" zu erfahren, ein Angebot der Autorenwelt: Einen Rabatt auf die Analyse von "QualiFiction". Die KI wird auch von Verlagen zum Aussieben verwendet und testet dein Werk auf Bestsellertauglichkeit. Erreicht dein Text dort eine hohe Bewertung, lohnt sich die Einreichung allemal, wenn nicht, weißt du auf jeden Fall, dass noch Arbeit zu leisten ist. Kostenpunkt 44,59 Euro anstatt 49 Euro mit dem 9 % Rabatttcode AUTORENWELT19.

        Ist billiger als ein Lektorat, hilft dir aber nicht aktiv, deine Schwächen und Fehler zu finden.

        https://www.autorenwelt.de/forum/autorenwelt/rabatte-verguenstigungen-un...

        Liebe Grüße
        Dirk

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          Beigetreten: 03.11.2019
          RE: Lektorat für Leseprobe
          Di, 07.01.2020 23:03

          Danke für das Feedback.
          Ich hatte schon zwei anspruchsvolle Testleser, die das Buch für gut befunden und mir Tipps zu Verbesserung gegeben haben. Der Wurm ist nicht drin. =)

          Ich schreibe seit 15 Jahren periodisch weiter an der Geschichte, immer wenn es das Leben zulässt. Angefangen habe ich als Teenager und seither natürlich mehrfach überarbeitet. Nachdem ich beruflich etwas anderes mache und das Schreiben nur ein Hobby ist, habe ich mir bis vor wenigen Monaten tatsächlich nie Gedanken gemacht, mein Schreibtalent gezielt zu trainieren. My bad. Heute würde ich einen Roman von vornherein inhaltlich strukturieren, aber als Teenie... schreibt man einfach und hat Spaß dabei. =)
           

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            Beigetreten: 17.04.2015
            RE: Lektorat für Leseprobe
            Mi, 08.01.2020 01:40

            Wenn du Mitglied beim BVjA e.V. bist, kannst du dort auch ein kostenloses Lektorat bekommen.

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              Beigetreten: 28.06.2020
              RE: Lektorat für Leseprobe
              Fr, 31.07.2020 14:30

              Zitat:
              Und eigentlich wäre es sinnvoller gewesen, diese Qualitäten vor dem Schreiben eines Dreiteilers zu trainieren.

              Natürlich wäre das besser. Aber ist es nicht eigentlich immer so, dass man im Laufe des Lebens dazulernt und sich verbessert? Mit irgendwas muss man halt auch mal anfangen, selbst wenn es dann nicht den gewünschten Erfolg bringt oder vielleicht sogar für die Tonne sein sollte. Und auch bei Büchern, die letztendlich veröffentlicht werden, haben wohl gar nicht so wenige Autoren hinterher das Gefühl, dass sie es etwas anders angehen würden, wenn sie das gleiche Buch ein weiteres Mal schreiben würden.

              Wenn hier nur ein schlichtes Lektorat gesucht wird (oder wurde?) würde ich einen virtuellen Aushang auf einer Seite mit Studentenjob-Inseraten machen. Eine ehemalige Mitstudentin von mir hat Germanistik studiert und sich einen Teil des Lebensunterhalts mit dem Lektorieren von unterschiedlichen Texten verdient. 

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                Beigetreten: 14.03.2014
                RE: Lektorat für Leseprobe
                Fr, 31.07.2020 23:46

                Was ist denn ein "schlichtes Lektorat"?? Und nein: Das ist nichts, was man irgendeinem Studenten anvertrauen sollte. Und noch ein nein: Ein Germanstikstudium ist keine hinreichende Qualifikation für ein Lektorat. Eine notwendige übrigens auch nicht.

                Zitat:
                 Mit irgendwas muss man halt auch mal anfangen, 

                Ja. Vorzugweise mit Kurzgeschichten. 

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                  Beigetreten: 11.08.2020
                  RE: Lektorat für Leseprobe
                  Do, 13.08.2020 20:20

                  Zitat:
                  dass man im Laufe des Lebens dazulernt und sich verbessert?

                  Selbstverständlich ist das so – und wenn du dein Leben lang schon schreibst und gegebenenfalls auch schonmal etwas gelesen hast, hast du dir vermutlich schon eine vernünftige Rechtschreibung angewöhnt.

                  No harm done, wenn man einen Außenstehenden für einen kleinen Obolus bittet, beim Testlesen einen Rotstift zur Hand zu haben.

                  Ich würde auch sagen, dass so ein

                  Zitat:
                  schlichtes Lektorat
                  von einer Germanistikstudentin oder jemandem, der einfach selber gerne schreibt oder einfach gerne korrigiert durchaus eine konstruktive und hilfreiche Kritik sein kann.

                  Dass man dem Manuskript anmerkt, dass du

                  Zitat:
                  "getrickst hast"
                  " halte ich für etwas übertrieben. Du entscheidest, was du änderst und was nicht. Wenn dem Verlag das dann nicht mehr gefällt, bist du halt auch selber schuld. Aber ist es nicht am Ende alles "Trickserei"? Ich nenne es allerdings Lernen und Optimierung.

                  Vielleicht machst du dir wirklich etwas kaputt, wenn du zu viel änderst; vielleicht übersiehst du ein paar Fehler, wenn du vorher niemanden mehr drüberschauen lässt. Aber jetzt viel Geld auszugeben, um ein "professionelles" Lektorat zu bekommen, wo es ein "schlichtes" auch tun würde... naja.

                  Ich biete dir gerne an, ein paar Seiten von dir zu lesen. Bevor dich das irgendetwas kostet, kann ich dir sagen, ob ich dein Werk interessant genug finde, um mich kostenlos mit dem Rotstift dranzusetzen. Vielleicht streiche ich nichts an, vielleicht ist das ganze Dokument rot und vielleicht bin ich dir eine Hilfe – aber nur, wenn mich das Thema interessiert :D

                   

                  Ja, ich schreibe ugs in Foren.

                   

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                    Beigetreten: 14.03.2014
                    RE: Lektorat für Leseprobe
                    Fr, 14.08.2020 07:19

                    Zitat:
                    oder einfach gerne korrigiert

                    Es war von Lektorat die Rede. Wenn es um ein Korrektorat geht: Ja, da kann man die Leseprobe schon mal durchgehen lassen, auch von einem Studenten ohne Lektoratserfahrung, Es kostet (auch vom Profi) ja deutlich weniger als ein Lektorat. Ein fehlerarmer oder gar -freier Text wirkt besser.

                     

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                      Beigetreten: 28.06.2020
                      RE: Lektorat für Leseprobe
                      So, 16.08.2020 19:33

                      Zitat:
                      Was ist denn ein "schlichtes Lektorat"?? Und nein: Das ist nichts, was man irgendeinem Studenten anvertrauen sollte. Und noch ein nein: Ein Germanstikstudium ist keine hinreichende Qualifikation für ein Lektorat. Eine notwendige übrigens auch nicht.

                      Damit habe ich das Lesen eines Textes gemeint. Das Auffinden von Fehlern bei Rechtschreibung und Interpunktion. Und das Hinweisen, wenn Passagen im Text zu finden sind, die nur für den Autor schlüssig sind, für die Außenstehende aber weiterführende Erklärungen oder eine andere Formulierung benötigen. Dadurch ändert sich keinesfalls der Stil der Leseprobe im Vergleich zum Gesamtwerk. 

                      Es geht ja augenscheinlich nur darum eine Leseprobe etwas zu optimieren, um die Chancen verbessern zu können. Und nicht darum, dass jetzt direkt die mehrteilige Roman-Reihe direkt durch ein Lektorat und Korrektorat soll. Dass das, sofern sich einer finden lässt, der Verlag übernehmen wird, ist eh klar. 

                      Dass wirklich gute Kurzgeschichten für Einsteiger besser geeignet wären, als ein Roman, halte ich für eine schwierige Aussage. Es gibt nicht so wenige Autoren, die das Gefühl haben, es wäre schwerer gute KGs zu schreiben, als einen Roman. 

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                        Beigetreten: 14.03.2014
                        RE: Lektorat für Leseprobe
                        Mo, 17.08.2020 18:00

                        Zitat:
                        Dass wirklich gute Kurzgeschichten für Einsteiger besser geeignet wären, als ein Roman, halte ich für eine schwierige Aussage.

                        Ich verstehe nicht. Natürlich ist es immer besser, wenn man mit wirklich guten Texten seine Karriere beginnt - egal, ob kurz oder lang.
                        Aber darum ging es doch auch überhaupt nicht, es ging darum, dass man zum Schreibenlernen besser mit Kurzgeschichten anfängt als mit einem Roman.

                        Zitat:
                        Es gibt nicht so wenige Autoren, die das Gefühl haben, es wäre schwerer gute KGs zu schreiben, als einen Roman. 

                        Es gibt auch viele Autoren, die das Gefühl haben, ein superdupergenialistisches Werk abgeliefert zu haben, und dem Leser kräuseln sich trotzdem die Nägel beim Lesen. Und?
                        Aber ja: Es ist immer schwerer, einen guten Text zu schreiben, als einen Roman beliebiger Güte. Diese "nicht so wenigen Autoren" gehen halt davon aus, dass Fehler und Schwächen in der Textflut nicht auffallen, dass die schiere Wucht der Geschichte alles wett machen würde. 

                        Gelöschter Nutzer
                        RE: Lektorat für Leseprobe
                        Mi, 07.10.2020 11:01

                        jon schrieb:
                        Diese "nicht so wenigen Autoren" gehen halt davon aus, dass Fehler und Schwächen in der Textflut nicht auffallen und dass die schiere Wucht der Geschichte alles wettmachen würde.

                        Der war richtig gut! 1f 605

                        Aber noch mal zum Eingangsposting. Nein, ein Lektorat ist bei einem Exposé überflüssig, wenn der Roman dringend ein Lektorat bräuchte. Ein Lektorat ist bei einem Exposé, was ja nur wenige Seiten umfasst, generell überflüssig. Ein Korrektorat kann hingegen niemandem (auch beim Exposé nicht) schaden. Ein Lektorat geht bei einem Text in eine so große Tiefe, die ein Exposé per definition gar nicht haben kann. Und es ist auch keine Schummelei. Wenn dein Buch dringend ein Lektorat bräuchte und dein Exposé so perfekt ist, dass es trotzdem jemanden interessiert, bingo! Alles richtig gemacht. Aber – das ist die absolute Ausnahme. Meist ist das Exposé kaum besser als das beschriebene Buch.