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Gelöschter Nutzer
Agentur sieht nur in der ebook-Sparte eine Chance ...

Liebe Forum-Teilnehmer,

dürfte ich euch um Rat bitten? Ich habe einen lockeren Liebesroman mit einer Prise Humor geschrieben und das Manuskript an sechs Agenturen geschickt. Meine Wahl fiel auf zwei große Agenturen und vier kleinere. Ich hatte mir eine Liste gemacht mit Pluspunkten und habe zuerst die Agentur angeschrieben, die die meisten Pluspunkte hatte. Es handelt sich um eine kleinere bis mittlere Agentur, die jedoch den Ruf hat sehr seriös und kompetent zu sein. Im Montségur-Forum las ich sehr positive Berichte über sie und zwei Autorinnen, die dort unter Vertrag sind, schrieben, dass der Agent "jeden Cent wert sei, den sie ihm zahlen würden."
Der Agent hat sich nach vier Wochen gemeldet. Mein erster Eindruck: Sehr freundlich, höflich, sehr klar gegliedert und zielgerichtet mit präzisen Angaben zu dem, was er mit dem Manuskript vorhat. Allerdings sagte er mir gleich zu Beginn, dass er nur in der e-book-only-Sparte Chancen für das Mansukript sehen würde. Prinzipiell habe ich nichts gegen ebook. Meine Zielgtruppe ist auch eher jung und besitzt ganz sicher einen Reader. Der Agent wollte dann das volle Manuskript sehen. Er meldete sich zwei Wochen später wieder, mit konkreten Vorschlägen zur Manuskript-Optimierung: Ich solle das Ganze um 100 Seiten kürzen und einige Nebenfiguren herausnehmen, die in seinen Augen das Ganze nur verwässerten.

Seine Einschätzung war keine Überraschnung für mich, ich hatte mir schon halbwegs gedacht, dass 450 Seiten für einen (ersten) Liebesroman etwas viel seien. Ich habe mich also an die Arbeit gemacht. Jetzt frage ich mich jedoch, ob es richtig von mir ist, einfach so darauf einzugehen. Wie seht ihr das? Ist e-book-only womöglich eine Sackgasse? Hätte ich vielleicht noch mehr Agenturen anschreiben sollen?

Die Art, wie dieser Agent sich gibt und mit mir umgeht, ist mir einfach sympathisch. Er redet nicht drumherum, lobt mich nicht in den Himmel hoch, sondern zeigt auf, was für Stärke und Schwäche mein Manuskript hat  und geht, soweit ich das einschätzen kann, professionell, zielgerichtet und unaufgregt an die Sache heran.

Die Agentur hat einen guten Ruf und bis jetzt scheint alles zu stimmen, was ich im Net über sie gefunden habe. Hatte ich jetzt einfach nur Glück oder übersehe ich in meiner Unerfahrenheit etwas Entscheidendes?
Ich habe noch keinen Vertrag unterschrieben. Bevor ich mich vertraglich binde, hätte ich gerne gewusst, wie eure Erfahrungen sind. Es wäre ja blöd, wenn ich, vor lauter Begeisterung darüber, dass sich ein Agent gemeldet hat, etwas Wichtiges übersehen würde ...

Vielen Dank im Voraus!

Herzliche Grüße

Jane

Gelöschter Nutzer
RE: Agentur sieht nur in der ebook-Sparte eine Chance ...
Do, 02.03.2017 17:01

Hallo liebe Jane, 

 

zunächst mal herzlichen Glückwunsch!!!! :-) Du bist einen Schritt weiter und klar, da tauchen tausend Fragen auf.

Ob die ebook-only-Sparte eine Sackgasse ist, hängt in erster Linie davon ab, welcher ebook-Verlag sich dafür interessiert. Ist es ein Imprint eines großen Publikumsverlages, kann das eine Eintrittskarte sein, denn du beweist ja dann, dass man mit dir gut zusammenarbeiten kann. Eine kleine "Gefahr" sehe ich höchstens darin, dass du auf ein Genre festgelegt wirst, wenn dein Liebesroman gut ankommt. Diese "Gefahr" besteht aber grundsätzlich immer, wenn die Bücher sich gut verkaufen. :-)

Vorsichtiger wäre ich, wenn es ein unbekannter, kleiner, vielleicht gerade erst gegründeter ebook-Verlag ist. Was die können, kann auch jeder Selfpublisher.

Ich würde mir von dem Agenten ein bisschen mehr erzählen lassen, wo er dein Manuskript anbieten will und mit welchen Konditionen du dort rechnen kannst. Denn - das ist meine persönliche Beobachtung aus dem, was meine Agentur mich immer fragt - frische, freche, gute Liebesromane werden immer und von allen Verlagen gesucht, auch von den größeren und großen. Ich spekuliere jetzt einfach, das muss also nicht so sein: Vielleicht hat dein Agent einfach nur die besseren Kontakte zu Leuten aus der ebook-Sparte und erhofft sich dort einen leichteren Verkaufserfolg. Aber wie gesagt, reine Spekulation!!! Es kann auch ganz anders sein.

Was die Arbeit am Manuskript zu so einem frühen Zeitpunkt angeht, so deckt sich das mit meinen Erfahrungen. Auch meine Agentin grätscht mit großem Vergnügen mit einem dicken Rotstift durch meine ach so schönen Geschichten. :-) Allerdings, und diesen Unterschied solltest du vielleicht auch beim Agenten ansprechen, tut sie das erst, wenn wir uns vertraglich geeinigt haben, also schriftlich, dass sie dieses MS vertreten will. Vorher nicht. 

Bei einem Agenturvertrag muss man lediglich wissen, dass es Projekt- und Exklusivverträge gibt. Sprich, arbeitet man immer mal wieder bei einzelnen Büchern zusammen, oder legt der Autor zukünftig der Agentur alles vor, was er veröffentlichen will. Die erste Variante hat den Charme, dass man seine eigenen Sachen verfolgen kann, wenn die Agentur nicht anbeißt. Die zweite Variante hat den Vorteil, dass gute Agenturen bei so einem Autor von sich aus die Augen nach Stoffen und Anfragen der Verlage offen halten. Sprich, man bekommt vielleicht Schreibaufträge.

VG, Dorit 

Gelöschter Nutzer
RE: Agentur sieht nur in der ebook-Sparte eine Chance ...
Do, 02.03.2017 20:08

Liebe Dorit,

deine Antwort gibt mir eine erste Orientierung. Danke!

Viele Grüße

Jane