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    Beigetreten: 14.01.2020
    Unzufrieden mit aktuellem Lektor, suche zweite Meinung

    Hallo zusammen,

     

    vorran sei gesagt, dass ich quasi keine Erfahrung mit der Zusammenarbeit mit Lektoren habe und das dies mein erstes (Fantasy) Buch ist. Dennoch bin ich leider sehr unzufrieden mit meinem aktuellen Lektor. Ich habe nicht den Einruck, dass er sich keine Mühe gibt oder mich bloß hinhält, aber wir kommen seit Monaten überhaupt nicht vorran. Dies liegt vor allem daran, dass er oft meine Mails entweder nicht richtig gelesen oder nicht verstanden hat. Ich muss Dinge erklären, um die viele Bestseller einen großen Bogen machen, ohne den Eindruck zu haben, dass sie mir irgendwie beim Schreiben helfen würden. Des Weiteren machen wir alles schriftlich. Für einfache Fragen oder kleinste Korrekturen muss ich 2 Wochen warten (einmal hat er nur gefragt, ob er alles richtig verstanden habe. Hatte er, wofür eine einfache Sms gereicht hätte, aber ich musste wieder die volle Zeit warten). Ob das so üblich ist, weiß ich nicht. Ich tue mir immer sehr viel einfacher, Dinge mündlich zu erklären. 

    Ich bin nun immer noch in der Planungphase meines aktuellen Buches und bräuchte quasi eine zweite Einschätzung, ob ich es wirklich unverständlich darstelle, das Buch an sich unstimmig ist, oder ob es doch an dem Lektor liegt. Könntet ihr mir hierfür einen Lektor/in empfehlen, die sich das kurz anschaut und mit der ich vielleicht 15 Minuten telefonieren könnte?

    Edit: Exposé und Textkonzept habe ich fertig, ich wüsste von der Lektor/in nur gerne ob ich beides richtig gemacht habe.

    Vielen Dank im vorraus, Albert

     

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    Beigetreten: 12.03.2014
    RE: Unzufrieden mit aktuellem Lektor, suche zweite Meinung
    Di, 14.01.2020 14:35

    Lieber Albert,

    schade, dass du mit deinem Lektor unzufrieden bist. Verstehe ich richtig, dass du dich gerade in der Planungsphase deines Romans befindest? Was genau darf ich mir darunter vorstellen? Gibt es denn noch kein Manuskript? Ich habe mit meiner Lektorin in der Vergangenheit auch nicht hin- und hertelefoniert, was aber daran lag, dass es schlicht keinen Grund dafür gab.

    Ich habe meine Manuskripttexte bei ihr eingereicht, sie hat diese korrigiert und lektoriert, an mich zurückgeschickt, danach habe ich die Anregungen in den Text übertragen. Ich muss sagen, es hat den Text jedes Mal um Klassen besser gemacht.

    Lektoren arbeiten für gewöhnlich nicht exklusiv für eine*n Autor*in, da können häufige Mails schon stören. 

    Rein interessehalber würde mich jetzt noch interessieren, welche Dinge du erklären musst, um die "Bestseller einen großen Bogen machen"?

    Liebe Grüße
    Dirk

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      Beigetreten: 14.01.2020
      RE: Unzufrieden mit aktuellem Lektor, suche zweite Meinung
      Di, 14.01.2020 16:20

      Sphärenspringer schrieb:

      Verstehe ich richtig, dass du dich gerade in der Planungsphase deines Romans befindest? Was genau darf ich mir darunter vorstellen?

       

      Ich habe zuerst drauf losgeschrieben, dann aber sehr schnell festgestellt, dass das zu nichts führt. Ich habe eine Outline erstellt, in der jede Szene kurz zusammengefasst ist und auch der Konflikt und die Charakterentwicklung innerhalb dieser Szenen. Dann habe ich jedoch mit den Tipps meines Lektors und Fachliteratur die Geschichte erst einmal in ihrem Grundsatz festgelegt und dabei grundlegend geändert. Nun stehen Sachen wie das Textkonzept und Exposé mit Thema, Prämisse, Konflikt und Auflösung und die Geschichte (auf einer Seite) fest und ich bin damit zufrieden, mein Lektor aber nicht. Er schlägt vor, sie zum xten Mal grundlegend zu ändern, womit effektiv ein anderes Buch daraus werden würde und ich gleich ein Neues schreiben könnte. Um nun nicht vollstandig für den Papierkorb zu arbeiten, bräuchte ich quasi das go von einem Fachman, dass die grundlegenden Dinge stimmen, damit ich mit der Outline weitermachen kann, um dann den Text auszuformulieren. 

      Es gibt also schon irgendeine Art Manuskirpt, doch an der Story hat sich inzwischen so viel geändert, dass es nicht mehr aktuell ist.

       

      Sphärenspringer schrieb:

      Lektoren arbeiten für gewöhnlich nicht exklusiv für eine*n Autor*in, da können häufige Mails schon stören. 

       

      Darauf lege ich großen Wert. Ich spamme meinen Lektor ja nicht zu oder betreibe Telefonterrorismus. Ich antworte bloß so schnell und so knapp auf seine Mails, wie es mir möglich ist. Wir haben bisher nur zwei Mal telefoniert, was beides mal unter 5 Minuten war und er mich wieder in den schriftlichen Teil abgeschoben hat.

       

      Sphärenspringer schrieb:

      Rein interessehalber würde mich jetzt noch interessieren, welche Dinge du erklären musst, um die "Bestseller einen großen Bogen machen"?

       

      Es geht in meiner Geschichte darum, dass ein Zauberlehrling und seine Meister versuchen, sich gegenseitig ihre Kräfte wegzunehemen.

      Ich habe mir das ähnlich vorgestellt, wie in dieser 30 sekündigen Szene aus Supernatural: https://youtu.be/N91MvGl4OSc?t=120

      Kurze Erklärung: Die Gnade (Grace) befähigt einen Engel, zu zaubern. Castiel (der Engel der sagt, "You have something, that i'll need") hat in dieser Szene keine Gande mehr. Er kann nicht mehr zaubern. Er holt sich die Gande (der hellblaue Nebel) von dem anderen Engel. Danach hat der andere Engel keine Gande mehr, er wird ein normaler Mensch. Castiel kann wieder zaubern (er heilt sich). Es ist einfach, es ist visuell und die Zuschauer von Supernatural verstehen es. 

      Mein magisches System funktioniert (auch bei anderen Sachen) sehr ähnlich: Man wird eben nicht als Engel, sondern als Magier, erschaffen/geboren und sie nehmen sich gegenseitig ihre Zauberkräfte anstelle ihrer Gnade weg. Warum muss ich also über Wochen lang erkären, warum man überhaupt die Kräfte einem anderen Magier wegnehmen kann?

      Ein anderes Beispiel ist Game of Thrones. Daenerys ist immun gegen Feuer. Warum ist es überhaupt möglich, immun gegen Feuer zu sein? Ist sie einfach, es ist Magie.

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        Beigetreten: 14.03.2014
        RE: Unzufrieden mit aktuellem Lektor, suche zweite Meinung
        Di, 14.01.2020 17:44

        Ich kann dir zwar keinen Lektor nennen, aber ich habe ein ungutes Gefühl dabei, nur eine zweite Meinung zu suchen.

        Wenn der Lektor so gar nicht zu dir passt, dann ist es besser, die Zusammenarbeit zu beenden. Damit meine ich nicht nur das Zeitmanagement, mit dem beide leben können müssen, sondern auch das Maß der Einflussnahme. Auch wenn dein aktueller Lektor vielleicht recht mit seinen Vorschlägen hat (was ich nicht beurteilen kann), musst du das Gefühl behalten, es sei dein Buch - nur eben besser, als wenn du es allein gemacht hättest. 

        Das klingt vielleicht unkollegial deinem aktuellen Lektor gegenüber, aber wenn es so sehr hakt, dann dürfte es auf die Dauer auch für ihn nervend werden.

         

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          Beigetreten: 09.11.2019
          RE: Unzufrieden mit aktuellem Lektor, suche zweite Meinung
          Mi, 15.01.2020 08:08

          Ich gebe zu, ich bin ein wenig ratlos.

          Was Du unter Lektorat beschreibst, geht in meinen Augen weit über die klassische Aufgabenstellung eines Lektors hinaus: Der bearbeitet üblicherweise ein abgeschlossenes Manuskript. Du beschreibst eher ein Choaching. Das ist verwandt, aber doch etwas anderes. Hast Du denn auch ein Coaching eingekauft?

          Und es ist natürlich klar, dass bei einer Romanskizze sehr viele Fragen mehr offen bleiben als in einem elaborierten Manuskript.

           

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            Beigetreten: 31.03.2014
            RE: Unzufrieden mit aktuellem Lektor, suche zweite Meinung
            Mi, 15.01.2020 15:24

            Hallo,

            es handelt sich offensichtlich um Autorencoaching, also Lektorat des Projekts?

            Ohne das Projekt zu kennen, lässt sich da schwer was sagen. Nromalerweise antworten Lektoren schon schneller, wenn eine gemeinsame Arbeit begonnen wurde.

            Eine zweite Meinung ist sicher nicht schlecht, denn möglicherweise hat der Lektor recht, dass das Konzept noch nicht fertig ist? Oder der Autor? Ohne das Konzept zu kennen ist das schwer zu sagen.

            Wenn der Autor dem Lektor etwas erklären muss, ist es allerdings ein schlechtes Zeichen. Möglicherweise versteht der spätere Leser die Geschichte genausowenig wie der Lektor? Da sollte man sich also genau überlegen, ob das nicht ein prinzipielles Problem ist.

            Zweitmeinung wäre in dem Fall sicher gut auch/oder Testleser.

            Herzliche Grüße, Hans Peter