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    Beigetreten: 16.02.2019
    Berufsleser

    Hallo,

    ich habe vor Kurzem etwas gelesen, das meinen Kopf permanent beschäftigt: Berufsleser, egal ob sie aus dem Verlagsbetrieb kommen, Literaturwissenschafter, Journalisten oder etwas Ähnliches sind, lesen grundsätzlich anders. Sie analysieren Handlungsstränge, Spannungsbögen und Figuren, stellen den Text in einen historischen, soziologischen oder philosophischen Kontext, und geben am Ende ein sachlich fundiertes Urteil ab.

    Ich bemerke bei mir einen ähnlichen Effekt, obwohl ich Hobbyschreiber und nicht Berufsleser bin. Ich beneide Autoren um geniale Ideen, denke an anderen Stellen, dass ich über so einen Satz vor seiner Veröffentlichung noch fünf Mal drübergegangen wäre, und was am allerschlimmsten ist, ich löse Krimis, indem ich über die Rollen der Figuren im Plot nachdenke.

    Was dabei verloren geht, ist das Eintauchen in den Text, sich mittreiben lassen, ihn einfach zu genießen. Ich vermisse das immer mehr. Genau das will aber der Leser.

    Nachdem hier viele der betroffenen Gruppen unterwegs sind, wage ich die Fragen: Wie geht es euch damit? Wie seht ihr das? Ist es ein Paradoxon oder ein Widerspruch, dass Menschen über die Rolle von Literatur in der Öffentlichkeit bestimmen oder Texte als Autor gestalten, die Literatur ganz anders als die Öffentlichkeit wahrnehmen?

    lg

    Hermann

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    Beigetreten: 12.03.2014
    RE: Berufsleser
    So, 17.02.2019 13:10

    Lieber Hermann,

    für mich persönlich kann ich das von dir beschriebene Phänomen nicht bestätigen. Wenn ich es möchte, lese ich Texte analytisch, allerdings auch nur dann, wenn ich es tatsächlich beabsichtige. Zum Beispiel, wenn ich Krimis lese, um die Tricks und Kniffe der anderen Autor*innen zu entdecken und mir eventuell "eine Scheibe davon abzuschneiden", oder bestimmte Dinge zu vermeiden, die mich bei anderen Autor*innen stören.

    Wenn ich aber ein Buch lese, um mich zu unterhalten (und es muss auch nicht immer ein Buch sein, ein Perry Rhodan-Heft oder ein gutes Computerspiel wie Pillars of Eternity, Life is strange oder ähnlich storylastiges dürfen es auch mal sein), schalte ich den "Analysemodus" weitestgehend ab. Sicher fällt mir ab und zu eine Ungereimtheit auf, etwas, was ich persönlich anders gelöst hätte. Ich ärgere mich auch hin und wieder über unnötige Lektoratspatzer, aber ich halte mich daran nicht auf.

    Wenn man professionell mit Texten umgeht, sollte das analytische Lesen ein Werkzeug, eine Option sein, aber kein Zwang. Ich kann mich dessen bedienen, es aber auch im Werkzeugkasten ruhen lassen.

    Dass Menschen über die Rolle der Literatur in der Öffentlichkeit bestimmen, ist logisch. Literatur ist ein ausschließlich menschliches Phänomen. Allerdings bestimmen nicht wir Autoren diese Rolle, das obliegt den Lesern, seien es Kritiker*innen, Fans oder "einfache" Leser*innen. Wir erschaffen "Textwelten" und bieten diese den geneigten Leser*innen an, die Öffentlichkeit entsteht aber dadurch, dass Leser*innen die Bücher kaufen und mit dem Lesen die Öffentlichkeit des Textes herstellen. Deren Rolle zu bestimmen (also sie zu bewerten) ist ebenfalls das Privileg der Leser*innen. "Die Literatur" als solche kann schlecht insgesamt bewertet werden, dafür ist sie zu vielfältig. Deshalb teilen wir vermutlich Texte in verschiedene Genres ein, weil sie sich dann leichter vergleichen lassen. 

    Hermann schrieb:
    ich habe vor Kurzem etwas gelesen, das meinen Kopf permanent beschäftigt: Berufsleser, egal ob sie aus dem Verlagsbetrieb kommen, Literaturwissenschafter, Journalisten oder etwas Ähnliches sind, lesen grundsätzlich anders.

    Ich verstehe es so, dass diese "Berufsleser" anders lesen, wenn sie es wollen. Dass sie es können, ist eine erarbeitete, erlernte Fähigkeit. Siehe Werkzeugkasten.

     

    Liebe Grüße
    Dirk

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      Beigetreten: 16.02.2019
      RE: Berufsleser
      Mo, 18.02.2019 16:53

      Hallo,

      ich hoffe, dass ich den Ausschalter auch noch finde, aber es ist wie eine App, die im Hintergrund läuft und irgendwelche Daten generiert. Ich bin eben doch kein Profi und habe den Umgang mit dem Werkzeugkasten inklusive Ausschalten nicht erarbeitet und gelernt. Das improvisierte Learning by doing hat aber auch seine spannende Seiten.

      Entsteht "die Öffentlichkeit" wirklich erst beim Lesen? Der Text muss doch schon öffentlich sein, bevor man ihn in die Hand nimmt (wenn wir von der nicht unwesentlichen Zielgruppe der Verwandten und Bekannten absehen).

      Nachdenkliche Grüße

      Hermann

      P.S.: Der Begriff "Berufsleser" klingt irgendwie negativ, so war er nicht gemeint. Vielleicht wäre "Berufungsleser" besser.

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        Beigetreten: 14.03.2014
        RE: Berufsleser
        Di, 19.02.2019 20:46

        Also bei mir springen die Analysetools nur dann schon während des Lesens an, wenn der Text es nicht schafft, mich reinzuziehen. Wenn etwas stört zum Beispiel, die Spannung zu flach ist und sowas. 

        Es gibt auch Texte, da geht hinterher die Analyse los: Wenn ich geflasht bin (naja: nahe an geflasht reicht auch), dann erfreue ich mich am tollen Handwerk.

        Lästig wird das alles bei "Texten mit Potential" - wenn man das Gefühl hat, da wäre mehr möglich gewesen und Idee und/oder Plot wären dieses Mehr auch wert gewesen -, weil die Analyse mich dann etwas länger beschäftigt. Lästig ist das, weil ich natürlich gleichzeitig weiß, dass das Grübeln sinnlos ist - der Text ist ja schon "draußen", da kann ich nichts mehr verbessern.

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        Beigetreten: 12.03.2014
        RE: Berufsleser
        Mo, 18.02.2019 19:21

        Lieber Hermann,

        Eine Öffentlichkeit des Textes entsteht mit dessen Veröffentlichung, daher wohl die Bezeichnung. Vor der Veröffentlichung haben sich natürlich schon einige Menschen intensiv mit dem Text befasst, was aber kaum eine Öffentlichkeit darstellt, eher einen "inneren Kreis von Eingeweihten". Familie, Verwandschaft und Freunde sowie Bekannte als Öffentlichkeit mißzuverstehen, ist ein mitunter gefährlicher Trugschluss. Dieser Kreis würde dich für deinen Text auch loben, wenn er komplett unlesbarer Mist wäre. Die mögen bzw. lieben dich und würden dich nicht kränken wollen mit ehrlicher Kritik.

        Selbst externe Testleser stellen keine Öffentlichkeit des Textes her, die gibt es mit der Veröffentlichung. Was aber wenn - so unwahrscheinlich es auch sei - nicht ein Mensch das Buch kauft, niemand es liest? Ist dann allein durch die Veröffentlichung eine Öffentlichkeit hergestellt? Daher meine ich (ganz persönlich und zu 100 % subjektiv), dass die Öffentlichkeit mit den/durch die Leser*innen hergestellt wird.

        Liebe Grüße
        Dirk

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          Beigetreten: 13.03.2014
          RE: Berufsleser
          Do, 21.02.2019 20:27

          Ich bin seit vielen Jahren "Berufsleserin" als Lektorin und schreibe selbst Romane/Krimis.

          Bis kürzlich habe ich abgeschaltet, mittlerweile ist es aber so, dass extreme Fehler fast rot aufleuchten - zB. zuletzt ein Buch, bei dem offenbar eine Art Rohfassung gedruckt wurde, also tatsächlich Hoppalas im Text zu lesen waren.
           

          Wenn die Qualität einigermaßen in Ordnung ist, passiert mir das weniger.

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          Beigetreten: 12.03.2014
          RE: Berufsleser
          Fr, 22.02.2019 13:03

          Liebe Ulrike, liebe Anni,

          da kann ich Euch beiden zustimmen. Wenn ich an so einen "Krimi mit Potenzial" gerate, mich die Handlung nicht fesselt oder mir eklatante Plot-Schwächen auffallen, beginne ich auch automatisch zu analysieren, warum es bei mir nicht funkt. Man lernt ja auch von schlechten Vorbildern ...

          An eine Rohfassung bin ich zum Glück noch nicht geraten. Handelte es sich um ein Buch aus einem Publikumsverlag (groß? klein?) oder war es ein SP-Werk?

          Liebe Grüße
          Dirk

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            Beigetreten: 16.02.2019
            RE: Berufsleser
            Fr, 22.02.2019 17:08

            Ich habe zuletzt ein paar Mal in Kritiken gelesen, dass ein Text schlecht lektoriert worden ist. Hier ist es gar eine Rohfassung. Habe ich das früher nicht so wahrgenommen oder nimmt das Phänomen zu, weil Verlage auch sparen müssen?

            Grüße,

            Hermann

            P.S.: Als Autor finde ich es nett, wenn die Fehler im Buch dem Lektorat angelastet werden :-)

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            Beigetreten: 12.03.2014
            RE: Berufsleser
            Sa, 23.02.2019 18:38

            Lieber Hermann,

            auch ich habe den Eindruck gewonnen, das in den letzten Jahren die Fehlerdichte sowohl in Büchern als auch journalistischen Arbeiten zunimmt.

            Ich nehme an, dass Verlage tatsächlich sparsamer geworden sind. Der Branche geht es nicht so gut, wie es ihr gehen sollte. Seit das schnelllebige Internet zum Zeitfresser Nummer eins geworden ist, verlieren lange Texte bei vielen Menschen anscheinend an Attraktivität.

            Angelastet werden sollten schlecht lektorierte Texte dem/der Auror*in, dem/der Lektor*in und dem Verlag zu gleichen Teilen.

            • Autor*in, weil er/sie das Handwerk nicht beherrscht,
            • Lektor*in, weil er/sie durch das unmögliche Arbeitspensum fehleranfälliger wird und dem
            • Verlag, weil er sein Lektorat (vermutlich) kaputtspart.

            Eventuell schlägt jetzt aber auch der ein oder andere bildungspolitische bzw. pädagogische Fehltritt durch und versaubeutelt so die Qualität der Bücher.

            Liebe Grüße
            Dirk

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              Beigetreten: 16.02.2019
              RE: Berufsleser
              Mo, 25.02.2019 17:33

              Hallo Dirk,

              Literatur sollte ja auch ein Spiegel ihrer Zeit sein. Den Auftrag erfüllen wir, wenn wir immer schneller unausgereifte Dinge auf den Markt werfen. Vielleicht machen wir es irgendwann wie die Software-Branche: Wir veröffentlichen halbfertige Geschichten und nach einem halben Jahr voller Beschwerden ein Update mit den Bugfixes. Zumindest bei ebooks würde das gehen. Man könnte natürlich auch beschließen, nicht jeden Unsinn mitzumachen.

              Liebe Grüße

              Hermann

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                Beigetreten: 14.03.2014
                RE: Berufsleser
                Di, 26.03.2019 23:14

                Ich muss mal zwischengrätschen: Die Qualität der Lektoratsarbeit lässt sich nicht am veröffentlichten Buch ablesen. Es stimmt zwar (*), dass ein schlecht lektoriertes Buch schlechter ist, als es mit einen guten Lektorat geworden wäre, aber es stimmt schlichtweg nicht, dass ein gut lektoriertes Buch automatisch ein gutes Buch ist. (* … voraussgesetzt, der Autor war willens und fähig, die Lektoratsanmerkungen in Verbesserungen zu verwandeln.)

                Das schließt nicht aus, dass Lektorate schlecht gemacht sein können.

                Und: Nicht alle Fehler fallen in den Verantwortungsbereich des Lektors.

                 

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                  Beigetreten: 16.02.2019
                  RE: Berufsleser
                  Mi, 27.02.2019 20:33

                  Hallo,

                  ich hoffe, mein Versuch, das ironisch auf die Spitze zu treiben, wird nicht missverstanden. Ich sehe die Verantwortung bei der Person, deren Name auf dem Cover steht und die vor der Veröffentlichung die Druckfreigabe gibt. Als solche nehme ich jede Hilfe gerne an und die Diskussion zeigt, dass es ohne dieser kaum geht.

                  Hermann

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                    Beigetreten: 13.03.2014
                    RE: Berufsleser
                    Di, 26.03.2019 21:24

                    Sphärenspringer schrieb:

                    An eine Rohfassung bin ich zum Glück noch nicht geraten. Handelte es sich um ein Buch aus einem Publikumsverlag (groß? klein?) oder war es ein SP-Werk?

                     

                    Verlag. Nicht winzig, wohl auch nicht riesig, aber schon lange am Markt.

                     

                    An wem es lag, kann ich von außen nicht sagen.

                    Es gibt ja auch diese Arbeit mit der Änderungsfunktion, wo vermutlich irgendwer am Ende im Verlag auf "alles annehmen" klickt, auch aus Zeit- und Ersparnisgründen. So richtig intensive Lektorate habe ich übrigens als Autorin auch nicht allzu oft erlebt, mit unterschiedlichen Verlagen.

                    Ich wollte eig. den Verlag kontaktieren und meine Lektorate anbieten :-), aber die haben weder einen Mail-Kontakt irgendwo stehen noch kann man ihnen über Social Media schreiben. Und was auf Papier kopieren, Fehler anmerken und per Post ... nö, soooo wichtig war das dann auch nicht.

                    • [Moderator]
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                    Beigetreten: 12.03.2014
                    RE: Berufsleser
                    Fr, 05.04.2019 14:13

                    Anni Bürkl schrieb:
                     Ich wollte eig. den Verlag kontaktieren und meine Lektorate anbieten :-), aber die haben weder einen Mail-Kontakt irgendwo stehen noch kann man ihnen über Social Media schreiben. Und was auf Papier kopieren, Fehler anmerken und per Post ... nö, soooo wichtig war das dann auch nicht.

                    Liebe Anni, 

                    dass kann ich verstehen, die Steinzeitmethode würde ich heutzutage auch nicht mehr anwenden wollen.

                    Als großer Science-Fiction-Fan (Science  Fiction im Allgemeinen und das Perryversum im speziellen) habe ich mir natürlich sofort das neue Buch von Andreas Eschbach zugelegt ("Perry Rhodan- Das größte Abenteuer", als Hardcover auf Papier, nicht als E-Book). Ein wirklich unterhaltsames, gut geschriebenes Buch, mehr Entwicklungsroman und Chronik der Zeitgeschichte des 20. Jahrhunderts als Zukunftsroman und eine absolute Leseempfehlung an alle, aber für die 25 Euro muss man einige Kröten schlucken, was kleine Tippfehler, aber auch fehlende Wörter und in einem Fall sogar ein fehlender Nebensatz, der dem Gedruckten erst einen Sinn gegeben hätte, angeht. Das Buch ist bei TOR Fischer erschienen, der Phantastik-Sparte von Fischer. Mangelnde Ressourcen für ein Lektorat kann man dem Verlag vermutlich nicht unterstellen. Dass man als Autor*in machmal betriebsblind für den eigenen Text wird, das Phänomen begegnet mir auch öfter, etwa, wenn ich meiner Lektorin einen Text sende, den ich mit der Rechtschreibkontrolle von Papyrus Autor (Duden Korrektor) durchgesehen und dann mehrfach durchgelesen habe, und sie mir dann trotzdem noch drei bis vier Fehler markiert.

                    Ich kann mich daran erinnern, dass es mir in den 80er Jahren seltener aufgefallen ist, Rechtschreibfehlern in Büchern zu begegnen. Das war die Ära, als noch nicht an jedem Arbeitsplatz ein digitaler Kollege gestanden hat. Vielleicht hat man sich damals mit langsameren Arbeitsprozessen abgefunden und gründlicher, fokussierter arbeiten können. Vielleicht blendet aber die Erinnerung an vergangene Zeiten auch unwichtige Details wie Tipphehler aus, und man glorifiziert etwas, was so garnicht da war. 

                    Liebe Grüße
                    Dirk

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                      Beigetreten: 16.02.2019
                      RE: Berufsleser
                      Fr, 05.04.2019 16:19

                      Hallo,

                      mich beschäftigen gerade folgende Fragen: Wie viele Lektoren beschäftigt ein Verlag, der zum Beispiel im Jahr 40 Bücher veröffentlicht? Ist das Verhältnis in den letzten Jahren größer oder kleiner geworden?

                      Liebe Grüße,

                      Hermann

                      • [Moderator]
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                      Beigetreten: 12.03.2014
                      RE: Berufsleser
                      Fr, 05.04.2019 21:11

                      Lieber Hermann,

                      ich kann die Frage zwar nicht sicher beantworten, da ich nicht in einem Verlag arbeite. Wenn ein Verlag aber 40 Bücher im Jahr herausgibt, von dem nur ein Teil Novitäten sein dürften, der "Rest" (die Mehrheit der Veröffentlichungen) eher Übersetzungen im Ausland erfolgreicher Bücher oder Werke von Bestsellerautoren, wird er, um sagen wir zwanzig Novitäten zu veröffentlichen, um die zweitausend Einreichungen prüfen müssen (reine Schätzung). Davon kommen vielleicht 50 Werke soweit, von einem Lektor*in (an-)gelesen zu werden, die zwanzig Manuskripte, die zum Verlagsportfolio hinzugefügt werden sollen, erhalten ein Lektorat. Ich denke, nicht mehr als zwei bis höchstens drei Lektor*innen werden dafür gebraucht (hätte fast geschrieben "missbraucht"). 

                      Lektor*innen vor, wie sieht es in der Realität aus?

                      Liebe Grüße
                      Dirk