Black Eyes Are Watching You
Untertitel
Beschreibung
Wir leben in einer Zeit, in der uns die Technik mit Siebenmeilenstiefeln vorauseilt und unsere Wirklichkeit radikal verändert. Konsum, Unterhaltung und Arbeit werden immer stärker durch Algorithmen und Künstliche Intelligenz geprägt, die Grenzen zwischen „human made“ und „AI made“ verschwimmen.
All das war vor zwei Jahren noch Zukunftsmusik – wie wird es in zwei Jahren aussehen? Wie in zwanzig? Wie in zweihundert? Und werden wir die „technologische Singularität“ erleben? Was bedeutet das für unsere Lebenswirklichkeit und unseren Alltag? Wer findet noch einen Job, und was machen jene Menschen, die dann laut Yuval Noah Harari zur „useless class“ („nutzlosen Klasse“)* gehören werden?
Erleben wir eine Utopie oder eine Dystopie?
Utopie heißt Freiheit: die Freiheit, sich zu äußern, sich zu bewegen, persönliche Neigungen und Lebensentwürfe zu verfolgen, ohne die Rechte anderer zu missachten oder zu verletzen. Dystopie bedeutet das Gegenteil: Kontrolle, Überwachung, Einschränkung, Unterdrückung.
Literarische Klassiker haben diese Welten deutlich umrissen, und die Serie »Black Mirror« hat diese Abgründe so erschreckend wie facettenreich in Bilder verwandelt. Und dennoch gibt es noch eine Menge zu erzählen und zu ergründen.
Unsere Zukunft beginnt heute und genau deshalb widmet sich die Ausschreibung »Black Eyes Are Watching You« Erzählungen und Short Storys, in denen beispielsweise:
- staatliche Macht zur Unterdrückung oder Eliminierung Andersdenkender missbraucht wird,
- vermeintliche Sicherheitsmaßnahmen zum Horrorkabinett der Überwachung werden,
- menschliche Kreativität verboten, reglementiert oder verlorengegangen ist,
- Deep Fakes falsche Verurteilungen ermöglichen,
- gespeicherte Daten (Chatverläufe, Social-Media-Posts, Telefonate) bei Regimewechseln zu existenziellen Bedrohungen werden,
- KI-Prognosen über Freiheit oder Unfreiheit oder über Leben und Tod entscheiden,
- KI die vollständige Kontrolle über die Medien erlangt hat und damit Wissen zensiert, auslöscht oder verbreitet (und damit einen perfiden Plan verfolgt),
- KI sich gegen Reglementierungen/Abschaltung durch den Menschen wehrt,
- fehlende Social Points zu einer unentrinnbaren Hölle werden,
- digitales Geld nicht mehr beliebig ausgegeben werden kann,
- digitale Identitäten vertauscht oder gestohlen werden oder
- sich das eigentliche Leben vollständig in glänzende virtuelle Welten verlagert, weil die Wirklichkeit längst zu dystopisch geworden ist.
AUSSCHREIBUNGSDETAILS
Gegenwartsliteratur / Science-Fiction
Bedeutet, die Erzählungen können in der Gegenwart spielen oder in einer fernen Zukunft; allerdings sollte die dargestellte Gesellschaft einen Bezug zur Wirklichkeit haben.
„Die verlorene Ehre der Katharina Blum 2035“ ist genauso denkbar wie eine „Minority Report“-Variante oder eine Geschichte, inspiriert durch „Ready Player One“.
Umfang
Zwischen 9.000 und 54.000 Zeichen, inklusive Leerzeichen (ca. 5 bis 30 Normseiten).
Hintergrund ist, dass die Texte der Anthologie nicht gleichförmig lang sein sollen. Zudem kann nicht jede Geschichte auf fünf Seiten erzählt werden, und andere brauchen nicht mehr als fünf Seiten.
Einsendeschluss
31. März 2026, COB
RAHMENBEDINGUNGEN
Text
- Der eingesandte Text darf bisher nicht veröffentlicht worden sein (weder in Printmedien noch online / digital).
- Der eingesandte Text muss selbst verfasst sein und darf keine Rechte Dritter verletzen.
- Der eingesandte Text darf nicht durch eine KI erstellt worden sein.
Vergütung
Die Anthologie ist ein Benefiz-Projekt. Alle teilnehmenden Autorinnen und Autoren, gegebenenfalls Dienstleistende, und auch ich als Herausgeberin verzichten auf Gehalt/Einnahmen.
Gewinne gehen an das „Stadttaubenprojekt Frankfurt e.V.“ Eine Begründung für diese Wahl wird im Nachwort der Anthologie gegeben werden.
Alle weiteren Information und FAQ zur Ausschreibung gibt es auf der Webseite "Black Eyes Are Watching you" (https://www.johanna-wolfmann.com/call-for-stories/)
Kontaktmöglichkeit
Mailadresse: [email protected]
Instagram: @johanna_wolfmann