Beiträge für Konkursbuch 61: „Natur“
Untertitel
Beschreibung
Liebe Kunstschaffende, liebe Autor*innen,
zwischen Urwald und Urbanität, Klimakrise und Kindheitserinnerung, Mythos und Molekül: Wir suchen literarische, essayistisch-theoretische, persönlich-biografische, künstlerische oder interdisziplinäre Beiträge, die sich mit dem Thema Natur auseinandersetzen.
Wir möchten auf Naturerfahrungen im Alltag oder in der Krise blicken – was ist überhaupt Natur, was ist natürlich? Ist der Mensch Teil davon oder Gegensatz? Faszination und Bedrohung: Erdbeben und Stürme, Vulkanausbrüche, aber auch Insekten, Gifte und Krankheiten. Heilung durch Natur, Erfahrungen mit Wildnis oder Isolation. Aus persönlicher Perspektive kann Natur als Heimat und Kindheitserinnerung geschildert werden. Autobiografische Erzählungen über das Aufwachsen und Alt werden mit Wäldern, Seen, Meer, Wüste oder Bergen. Reflexionen in Sachtexten, Prosa oder Poesie über Natur als Ganzes und allgemein oder über konkrete Pflanzen, Tiere, Pilze, Landschaften. Welche Bilder repräsentieren „Natur“ besonders?
Natur als Sehnsuchtsort und Hassobjekt: Zwischen rassistischen und sexistischen Stereotypen von Primitivität, Wildheit, Unvernunft, zugleich eine Projektionsfläche für exotisierende erotische Fantasien. Körperbilder und Schönheitsindustrie. Gibt es einen Widerspruch zwischen Natur und Kultur, Land und Stadt? Befreiung und Natur in der kritischen Theorie.
Verlust der Natur im Anthropozän durch Urbanisierung, Brände, Rodung, Klimawandel. Luft, Gewässer, Böden werden vergiftet, Flora und Fauna ausgerottet. Zerstörung, Entfremdung, Widerstand – hier treffen aktivistische, politische und wissenschaftliche Perspektiven auf ökologische Kreisläufe und Biodiversität zusammen. Naturschutz, Tierbefreiung, Fridays for Future, Extinction Rebellion. Klimagerechtigkeit und Kolonialismus. Greenwashing, Natur und Veganismus als Marketing-Tool. Naturrechte & Rechtsprechung – Flüsse, Wälder oder Tiere als moralische und juristische Subjekte. Ökologie und Ethik: Was schulden wir der Natur?
Mensch-Natur-Verhältnisse in der Anthropologie: Was lernen wir von der Naturwahrnehmung in anderen Kulturen oder Zeiten? Welches Verständnis haben Physik, Chemie oder Mathematik von Natur? Wie wandeln sich die Naturbilder in Ästhetik, Malerei, Film, Musik und Literatur? Natur und Sprache. Warum dienen Tiere, Jahreszeiten oder andere Naturereignisse als Metapher in Psychologie, Mystik und Religion? Natur und das Sublime. Grenzbereiche und Schnittstellen zu Technologie und KI. Gerade in der Kunst lässt sich über die Idee einer „Post-Natur“ reflektieren – Natur als Fragment, als Archiv. Was ist für uns natürlich – im Sinne von selbstverständlich, unveränderlich und richtig?
Mit dem „kulturellen Jahrbuch“ Konkursbuch hat Claudia Gehrke den Konkursbuch Verlag 1978 gegründet. Es geht um das Leben, wie es ist, um „große“ existenzielle Themen wie Liebe, Lügen, Geld, Tod, Arbeit, Freiheit und zuletzt Schönheit. Der Titel „Konkursbuch“ verweist (neben Anspielungen aus der Gründungszeit) auf – ein Wortsinn von „Konkurs“ – „Zusammenlaufen“, Aufeinandertreffen von sehr unterschiedlichen sonst oft getrennten Bereichen, unterschiedlichen sozialen Gruppen, Altersstufen, Arbeitswelten. Viele namhafte Autorinnen und Autoren, Künstlerinnen und Künstler waren in den Bänden schon vertreten.
Besonders ist der Fokus auf das interdisziplinäre Neben- und Miteinander von Literatur und Kunst, Wissenschaft und Technik, Philosophie und Aktivismus. Sie begegnen einander auf Augenhöhe und dürfen auch in den einzelnen Beiträgen verschmelzen. Die 61. Ausgabe des Konkursbuch soll ein vielstimmiges Panorama eröffnen – poetisch, politisch, philosophisch, wissenschaftlich oder dokumentarisch. Wir möchten Raum schaffen für Perspektiven, die sowohl das Vertraute als auch das Unbequeme sichtbar machen: Schönheit, Verlust, Wandel, Widerstand.
Die Form ist dabei frei: Literarische Prosa und Lyrik, wissenschaftliche und philosophische Essays, persönliche Erfahrungen und Beobachtungen, biografische Interviews – und sehr gern auch visuelle künstlerische Beiträge: Fotos, Zeichnungen oder Kombinationen aus Bild und Text. Wer kann mitmachen? Alle – wir freuen uns über vielfältige Perspektiven!
Texte: als Word-Dokument, max. 20.000 Zeichen inkl. Leerzeichen, gern auch mehrere kurze Beiträge zur Wahl, bei längeren Beiträgen bitten wir um Rücksprache
Bilder: als JPG, 300 dpi, ca. 12-15 cm breit, RGB.
Einsendeschluss: 31. Januar 2026
Welche Beiträge wir einbauen können, entscheidet sich immer erst im Verlauf der Arbeit an der Gestaltung bis spätestens zur Drucklegung. Wir danken für Ihre Beiträge.
Nach Erscheinen erhalten Sie ein Belegexemplar und können weitere Exemplare mit Rabatt für Mitwirkende (30–40%) beim Verlag kaufen. Honorar kann leider nicht gezahlt werden – sonst müsste auf die Text- und Bildfülle verzichtet werden. Das Periodikum lebt aus dieser Vielsprachigkeit, aus der opulenten Fülle von Texten und Bildern aus allen Genres, die Bände haben oft 400 und mehr Seiten- Würde jeder einzelne Baustein honoriert werden, wäre diese Vielfalt wäre nicht möglich oder der Ladenpreis wäre unbezahlbar.
Veröffentlichung: voraussichtlich im Frühjahr 2026
Wir freuen uns auf Ihre Einsendungen in Text und Bild! Signalisieren Sie uns gern kurz, ob und wann wir mit einem Beitrag rechnen dürfen. Bitte mit kurzer biografischer Notiz (max. 500 Zeichen) an [email protected] und [email protected]
Sophie Voigtmann (Herausgeberin) und Claudia Gehrke (Verlegerin)