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    Beigetreten: 25.11.2022
    Verlage Manuskript anbieten

    Hallo zusammen,

    ich glaube ich mache mich noch vollkommen verrückt.

    Ich bin gerade im Endspurt um ein paar Verlagen mein Debüt-Manuskript anzubieten. 

    Zuerst war ich nur hin und her gerissen ob z.B.: das Exposé auf Normseiten gehört oder nicht (die Leseprobe sowieso) und was alles hineingehört etc.

    Nun stehe ich vor meinem "neuen" Vogel. Weshalb ich mich hier melde.

    Mein Manuskript ist ein Jugendbuch - Coming of Age Roman mit LGBTIQ Inhalt. Es ist fertig und besitzt 540.000 Zeichen und damit ca. 381 Normseiten, was laut meiner Recherche zuviel ist für ein solches Buch und nun frage ich mich, was ich machen soll, da ich immer wieder darüber nachdenke, was ich kürzen könnte und auf kein einziges Kapitel komme, da es immer für die ganze Geschichte oder für die Heranführen an das LGBTIQ Thema wichtig ist. Das Manuskript selbst habe ich bereits von einer befreundeten Lektorin lektorieren lassen. 

    Vorschläge? Einfach ignorieren oder was tun?

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      Beigetreten: 12.03.2014
      RE: Verlage Manuskript anbieten
      Fr, 25.11.2022 11:22

      Lieber Martin,

      ich kann für dein Genre leider bislang keine Erfahrungswerte aufweisen.  Wenn der Umfang tatsächlich so ungewöhnlich groß ist, würde ich an deiner Stelle entweder streichen oder kürzen. Hat wirklich jede (!) Szene einen Konflikt, der für die Handlung essenziell ist und sie (tatsächlich!) voran führt? Es geht ja nicht darum, ganze Kapitel zu streichen. Adjektive, althergebrachte Redewendungen und zu passiv formulierte Sätze blähen den Text bisweilen auf.

      Was das Heranführen an die Thematik betrifft, ist deine Aufgabe in diesem Punkt vielleicht kleiner, als du denkst. Leser:innen, die zu einem belletristischen Werk im LGBTIQ(+)-Genre greifen, werden sich mit der Thematik bereits auseinandergesetzt haben und sicher von einem unterhaltenden Werk keine fachlichen Informationen, sondern eine unterhaltsame Geschichte erwarten. Für eine seriöse Einführung in die Thematik sind entsprechende Sach- bzw. Fachbücher vielleicht besser geeignet.

      Die Info-Dump-Gefahr ist bei "thematischen Einführungen" außerdem recht groß, aber darauf hat deine Lektorin ja sicher bereits geachtet. Wenn du an Verlage herantrittst, werden die verlagseigenen Lektor:innen sich deines Werks sicher noch einmal annehmen wollen.

      Viel Erfolg!
      Liebe Grüße
      Dirk

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        Beigetreten: 25.11.2022
        RE: Verlage Manuskript anbieten
        Fr, 25.11.2022 15:15

        Hallo Dirk,

        danke für die schnelle Antwort. Ich korrigiere, es ist nicht direkt eine "Einführung" zur Thematik, sondern dient dazu den Protagonisten und gleichzeitig auch sein Umfeld kennenzulernen. 

        Stark Abweichung ist so eine Sache. Wie gesagt hat das Werk ca. 381 Normseiten (Zeichenanzahl durch 1500 -> 360) Seiten. Es besitzt daneben 86.000 Wörter, also ca. => Ich habe Online halt gefunden, dass New Adult, das eben mit dem Alter auch so einer wäre zwischen 40.000 - 70.000 Wörter haben und damit wäre ich ca. 16.000 darüber. Allerdings findet man dann auch Romantik Romane, die 50.000 - 100.000 haben dürfen -> Und Romantik ist ja auch ein Inhalt.

        Konkret wäre das Werk ein Jugendroman Coming-of-Age LGBTIQ mit Fokus auf Gay Romance -> Folglich irgendwie alles so ein bisschen.

        Die Lektorin hat schon besonders Füllwörter gekillt usw. Ist also recht verdichtet und ja gefühlt trägt tatsächlich JEDES Kapitel zur Handlung bei.

         

         

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          Beigetreten: 14.03.2014
          RE: Verlage Manuskript anbieten
          Fr, 25.11.2022 16:52

          Hallo Martin,

          wenn dir partout nicht einfällt, was noch kürzbar ist (später in die Story einsteigen?), dann lass es so. Die Gefahr, dass krampfig wird, ist nicht zu unterschätzen. Eventuell preist du es nicht ausdrücklich als Jugenbuch an, dann fällt schonmal diese imaginäre Hürde. Wie Dirk schon sagt: Wenn der Verlag Interesse an der Story und dem Stil hat, dann hilft bei Bedarf der Verlagslektor beim Kürzen.

          LG von jon

           

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            Beigetreten: 25.11.2022
            RE: Verlage Manuskript anbieten
            Fr, 25.11.2022 22:25

            Hallo zusammen,

            vielen Dank für die Beiträge und die Tipps. Längentechnisch habe ich mich dank euch nun beruhigt. Danke.

            Ein paar Fragen hätte ich noch, da ich mir da auch nicht ganz sicher bin. Vielleicht könnt ihr mir die auch so fix und kompetent beantworten.

            1. Exposé besteht ja aus Eckdaten (Länge, Genre, Zielgruppe, Arbeitstitel etc.), Kurz, Figuren, Inhalt, Kurzvita -> Wie lange sollte so ein Exposé denn maximal sein? Momentan ist meines so 2,5 (Ohne Figuren) - 3 (mit Figuren) "normale" Seiten, also keine Normseiten. Ist das in Ordnun bzw. sollten es besser Normseiten sein (Also das Format?) 

            2. Die Leseprobe ist in Normseiten, ich habe zwecks, was die Leseprobe sein sollte zwei verschiedene Dinge gelesen: Einerseits, einfach eine Seitenanzahl mit Max Seiten (wovon ich aus Prinzip von Normseiten ausgehe) und andererseits ein repräsentatives Kapitel. Wenn bei den Verlagen dasteht, Bis Max XX Seiten, nehme ich aus Prinzip die ersten Seiten und Ende entweder nach einem Kapitel, oder wenn es sich nicht ausgeht, weil die Seiten zu gering sind, bei einer guten Stelle. Beim Repräsentativen Kapitel nehme ich halt eines, das ganz gut mmn ist (in meinem Fall Kapitel 22.) Ist das so sinnvoll? Sprich: Den Beginn einzuschicken normalerweise?

            3. Sprachlich ist das Manuskript aufgrund meiner Herkunft in österreichischem Deutsch (Der Roman spielt auch in Österreich) -> Bedeutet, es gibt halt ein paar Wörter, die anders sind z.B.: statt Junge nehme ich Bub, ist das für Bundesdeutsche Verlage ein Problem?

            Vielen Dank schonmal!

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              Beigetreten: 25.11.2022
              RE: Verlage Manuskript anbieten
              So, 27.11.2022 14:26 / Bearbeitet am: So, 27.11.2022 15:55

              Ach und noch eine "Kleinigkeit"

              Mir ist aufgefallen, dass die meisten bis fast alle Coming-of-Age (Entwicklungsromane) ich der Ich-Perspektive geschrieben sind.

              Ich habe mich damals aber gezielt gegen die Ich-Perspektive entschieden (unter anderem aufgrund des LGBTIQ Themas). 

              Ist das ein großes Problem, eurer Einschätzung nach?

              Der Roman selber ist so aufgebaut, dass es halt meiner Meinung nach eine personale Erzählperspektive ist, die durch Vergangenheits und Gegenwartsbezüge in gewisser Hinsicht etwas auktorial wirkt, obwohl das Wissen um alles durchaus nur aus der Sicht des Progonisten bleibt. Auch wenn er von der Vergangenheit erzählt, weiß er nur, was er erlebt hat & erfahren hat. Zusätzlich erfährt der Leser / die Leserin die Gedanken mittels Kursivschrift, die natürlich dann in der Ich-Perspektive ist.

              z.B.: Samuel hörte das Kichern in der Klasse. Warum lachen sie? Was bedeutet das? Geht es um mich? Haben sie etwas vor? Doch er wischte die Gedanken beiseite und versuchte sich zu beruhigen.

               

              Gruß und danke!

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                Beigetreten: 14.03.2022
                RE: Verlage Manuskript anbieten
                Mi, 30.11.2022 11:47

                Hallo Martin!

                Das Exposé sollte so lang wie nötig und so kurz wie möglich gehalten sein. ;) Ja, das ist wieder so eine Aussage, aber es kommt halt darauf an, ob die Informationen aus dem Exposé nötig sind oder nicht. Enthält jedes Wort eine Information? Ich würde sagen, innerhalb von 3 bis 6 Seiten sollte es sich bewegen. Hast du außerdem schon Agenturen recherchiert? Normalerweise ist es echt schwer, an einen Verlag zu kommen, ohne eine Agentur dazwischenzuschalten. Auf den Websites der Agenturen steht auch meist noch etwas zum Exposé und wie sie es haben wollen. Du solltest auf jeden Fall eine Kopf- oder Fußzeile mit deinem Namen, der E-Mail-Adresse, der Telefonnummer und der Seitenzahl einfügen.

                Dann folgt der Kopf:

                Name:

                Arbeitstitel:

                Genre:

                NS-Anzahl:

                Zielgruppe/Referenztitel:

                USP:

                 

                Prämisse/Botschaft:

                Pitch:

                wichtigste Figuren mit Lebensalter:

                Kurztext: Anfang, Mitte, Ende in 3 bis 12 Sätzen.

                Langtext: Anfang, Mitte, Ende, Soannungsbogen, Konflikt, Entwicklung der Hauptfigur

                Autorenvita:

                Marketingmöglichkeiten: Website, Lesungen, social media etc., wenn möglich

                 

                Es lohnt sich immer! dein Exposé noch jemand anderem zum Lesen zu geben. Wenn derjenige noch Fragen hat, oder irgendetwas nicht gleich versteht, dann geht es dem*der Agentin oder Verlagslektor*in genauso. Das sollte nicht passieren. Das Exposé soll sie ja schließlich von deiner Geschichte überzeugen. Falls du professionelle Hilfe möchtest, schau mal beim VFLL. Da gibt es Lektor*innen, die auch Exposéarbeit anbieten und dir helfen können!

                Viel Erfolg und Grüße

                Tanja

                 

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                  Beigetreten: 21.11.2022
                  RE: Verlage Manuskript anbieten
                  Mo, 05.12.2022 14:57

                  Hallo zusammen.

                  Ich bin neu hier und finde einige Foren sehr interessant. Auch ich suche einen Verlag. Die Schreiberei beschäftigt mich schon sehr lange, leider bin ich vor zehn Jahren an jemanden geraten, der mich so richtig "über den Tisch gezogen hat". Danach lagen meine Manuskript etst mal auf Eis. Nachdem ich mich von dem Schock erholt hatte, nahm ich wieder Geld in die Hände und ließ mein Kinderbuch "Hexe Glenda" illustrieren. Es ist wirklich super toll gelungen und erschien als ebook bei Amazon, Thalia, Hugendubel usw. Dazu erschien mein Roman "Skandal in der 1. Liga" ebenfalls als ebook. Nun, die Bücher einfach nur als ebook einzustellen reichte nicht aus und es passierte natürlich nicht viel. Da ich damals keine Zeit hatte, um mich um ein ordentliches Marketing zu kümmern, verlor ich abermals den Mut und zog alles zurück. Nach einem Schicksalsschlag habe ich entschieden, mich nur noch der Schreiberei zu widmen. In meiner "Schublade" liegen fünf Skripte (Romane) und immer noch die kleine "Hexe Glenda". Ich hoffe sehr, dass ich bei meinem nächsten Versuch vieles besser mache und ein paar Menschen auf meine Romane und/oder "Hexe Glenda" neugierig werden. 

                  Vielleicht kann ich mich auf dieser Plattform mit der/dem einen oder anderen von euch austauschen. 

                  Grüße

                  PeLa