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    Beigetreten: 25.09.2019
    Ratgeberbuch zum Thema Sucht geschrieben, wie geht es weiter?

    Liebe Community der Autorenwelt,

    ich will mich und meine Arbeit kurz vorstellen und euch gleichzeitig um Rat bitten. Ich habe fast 15 Jahre meines Lebens mit einer Suchterkrankung zu kämpfen gehabt und konnte diese im Jahr 2016 dank einer stationären Therapie in den Griff kriegen. Da mich meine Erfahrungen aus der aktiven Sucht und der anschließenden Genesung sehr beeinflusst haben und weil ich glaube, mit meinem Wissen anderen helfen zu können, habe ich mich vor 18 Monaten dazu entschlossen, ein Buch zu schreiben.

    Mein Buch ist fertig und wurde von einer befreundeten Germanistin lektoriert. Nun möchte ich es veröffentlichen, aber mir fehlt jede Erfahrung diesbezüglich. Ich habe zwar recherchiert, dass es prinzipiell die Möglichkeiten gibt sich direkt an einen Verlag zu wenden, eine Argentur zu suchen oder selfpublishing zu betreiben, aber welcher Weg ist in meiner Situation am sinnvollsten? Mein Buch ist von der Intention und der Lesensart mit Allen Carrs "Endlich Nichtraucher" vergleichbar.

    Falls ihr mir einen Verlag empfehlt, welcher wäre das? Es gibt so viele... Das selbe gilt für eine Agentur.

    Ich bin ein bisschen ratlos und freue mich über jeden Hinweis oder Ratschlag.

    Vielen Dank vorab :)

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      Beigetreten: 14.03.2014
      RE: Ratgeberbuch zum Thema Sucht geschrieben, wie geht es w...
      Mo, 04.11.2019 17:12

      Ob du den Weg über einen Verlag (bzw. eine Agentur) gehst oder Selfpublishing machst, ist weniger eine Frage des Buches als vielmehr eine Frage deiner Ambitionen. Was sinnvoller ist, entscheidest du.

      Wenn das Buch unbedingt erscheinen soll, ist Selfpublishing der sicherere Weg - mit dem Risiko, dass es sich nicht (gut) verkauft und du einen Haufen Miese machst. Wenn du kein Geld ausgeben, sondern nur welches bekommen willst, dann ist der Weg über Agentur/Verlag sinnvoll - mit dem Risiko, dass du gar keinen Verlag findest, der das Buch veröffentlichen will.

       

      Wenn du einen Verlag suchst: Schau in vergleichbare Bücher, wo die erschienen sind. Bei Agenturen ist es nicht so einfach - da musst du auf den Seiten der Agentur nachsehen, was die so im Programm haben.

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      Beigetreten: 12.03.2014
      RE: Ratgeberbuch zum Thema Sucht geschrieben, wie geht es w...
      Mi, 06.11.2019 14:03

      Lieber Lucas,

      in den meisten der obigen Punkte gebe ich Ulrike Recht. Nur dem "Haufen Miesen", den man als Selfpublisher machen soll, kann ich nicht so recht zustimmen. Da kommt es stark auf die Plattform an, über die du veröffentlichst und wofür du Geld ausgibst. Bei epubli zahlt man erst mal nichts, beteiligt den Service aber an den Umsätzen und die Druckkosten für z. B. Taschenbücher schmälern lediglich den Gewinn. Dafür ist man aber auf den meisten Plattformen mit seinem Werk vertreten. Da bleibt dem Autor mehr übrig als einem Verlagsautor. Wenn du "nur" E-Books verkaufen willst, ist Amazon eine Option, die auch Gewinne abwerfen kann. Taschenbücher werden dort "on Demand" gedruckt und die Kosten wie folgt berechnet; https://kdp.amazon.com/de_DE/help/topic/G201834340

      Eine weitere Möglicheit ist die BoD - Books on Demand GmbH, Kosten wie folgt: https://www.bod.de/autoren/buch-veroeffentlichen/produkte-und-preise.html 
      Zum veröffentlichen bei BoD kannst du vielleicht die Jasmin Zipperling hier im Forum kontaktieren, die hat, soweit ich das mitbekommen habe, ihr Kinderbuch "Himmeldonnerglöckchen" erfolgreich dort herausgegeben. 

      Natürlich hängt der Erfolg eines Buches erstmal von der Qualität des Inhalts, aber ganz wesentlich auch von intensivem Marketing ab. Als Selfpublisher wäre das allein deine höchst zeitaufwendige Aufgabe. Zum Informieren rate ich zur Self-Publisher-Bibel (http://www.selfpublisherbibel.de/) und der Lektüre der Hefte des Magazins "der selfpublisher (https://www.autorenwelt.de/magazin/derselfpublisher/aktuelles-heft), welches praktischerweise vom Uschtrin-Verlag, zu dem auch dieses Forum gehört, herausgebracht wird.

      Falls du den klassischen Weg über Agentur oder Verlage gehen willst, brauchst du ein Spitzenmanuskript, den passenden Verlag/die passende Agentur und vermutlich viieel Geduld.

      Welches der für dich passende Verlag sein könnte, wäre das Ergebnis einer tiefgehenden Internetrecherche, die du aber selbst in Angriff nehmen solltest. Ansonsten gehe mal in eine große Buchhandlung, schau dir vergleichbare Ratgeber an und in welchen Verlagen diese erscheinen. Dann kannst du die Adressaten für dein Werk eingrenzen.

      Wenn die Germanistin, die dein Buch lektoriert hat, tatsäch eine erfahrene Lektorin ist, sollte dein Manuskript ja bereits vorzeigbar sein. Falls nicht, könntest du ja mal bei einer hauptberuflichen Lektor*in ein oder zwei Kapitel lektorieren lassen. Das kostet nicht so viel und du merkst schnell. ob das Manuskript nicht doch noch mal geschliffen werden muss.

      Liebe Grüße und viel Erfolg für deinen Ratgeber,

      Dirk  

      Liebe Grüße
      Dirk

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        Beigetreten: 14.03.2014
        RE: Ratgeberbuch zum Thema Sucht geschrieben, wie geht es w...
        Mi, 06.11.2019 16:07

        Zitat:
         Nur dem "Haufen Miesen", den man als Selfpublisher machen soll, kann ich nicht so recht zustimmen. 

        Natürlich gibt es sehr viele SPler, die Gewinn machen, viele sogar einen auskömmlichen. Aber das ist nicht garantiert, man muss bei der Entscheidung damit rechnen, dass man nicht zu diesen Autoren gehören wird. Deshalb schrieb ich "Risiko, Miese zu machen" und nicht "Garantie, Miese zu machen".

         

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        Beigetreten: 12.03.2014
        RE: Ratgeberbuch zum Thema Sucht geschrieben, wie geht es w...
        Do, 07.11.2019 00:44

        Liebe Ulrike,

        ich verstehe nur nicht, wie ich als SPler "Miese" machen soll, wenn ich praktisch keine Kosten habe, wenn ich nicht verkaufe. Ich selbst bin ja kein SPler, aber egal welche Plattform ich mir anschaue, liegt der "Gewinn" der Autor*innen oberhalb der Summe der Kosten. Ich wäre da für einen Erfahrungsbericht dankbar, ist sicher auch wertvoll für andere Leser*innen dieser Seiten.

        Liebe Grüße
        Dirk 

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          Beigetreten: 14.03.2014
          RE: Ratgeberbuch zum Thema Sucht geschrieben, wie geht es w...
          Do, 07.11.2019 17:20

          Miese entstehen, wenn man etwas vorher bezahlt. Die Plattform-Gebühr ist da ja nur ein Posten. Folgende Dinge können auch Geld kosten: Lektorat, Korrektorat, Satz, Covergestaltung (2 Elemente: Optik und technische Umsetzung), Werbung. Der Prozentsatz der SPler, die an keiner Stelle Geld in die Hand nehmen müssen, ist seeeehr gering. Deutlich mehr wollen es einfach nicht - mit den Konsequenzen, die man allenthalben sehen kann. Die meisten, die ihren "Job" ernst nehmen, engagieren jedoch Profis/"Profis".

          Ich z. B. halte mich für jemanden, der beim Text ziemlich gut im Stoff steht. Ich habe z. B. auf Lektorate verzichtet (und nur im Forum getestet) und nur einmal einen Korrektor für einen Teil eines Buches bemüht. Sowas kostet (mal meine Preise zugrunde gelegt / 350 Normseiten) 1400 bis 3000 Euro (je nach Ausgangsqualität). Satz habe ich selbst gemacht (machen viele, nicht alle können es), das sparte (nach den Zahlen, die mir so begegnet sind) ab 350 Euro aufwärts. Cover gibt es Premade ab ca. 60 Euro - nach oben offen, vor allem Motive auf Bestellung. Die technische Umsetzung (also Druckfertigmachen) ist in den 60 Euro oft nicht dabei. (Ich habe am Cover gespart, was man aber auch sieht.) Und dann noch die Werbung - vieles kostet nur Zeit, vieles aber auch Geld. (Das hab ich auch gespart. Was man an der Präsens meiner Bücher merkt.) Und DAZU kommt dann der Weg, den man wählt: Man kann Auflage drucken (und E-Book-Dateien erstellen (lassen)) und selbst verkaufen (kostet beides) oder einen Partner wählen, der das alles macht (also eine dieser "Plattformen") - und alles, was es so dazwischen noch gibt.

          Wie schon erwähnt: Vor allem Anfänger sind eher nicht in der Lage, alle Aspekte der Buchherstellung so selbst abzudecken, dass das Buch/E-Book eine halbwegs akzeptable Qualität hat. Wenigstens Korrektur und Cover sollten sie machen lassen - macht bei meinen Beispielen 410 Euro. Minimum! In der Regel ist es mehr, viel mehr.

           

          Wie auch schon gesagt: Natürlich gibt es zum einen SPler, die für nichts davon zahlen und vom ersten verkauften Buch an Gewinn machen. Die meisten zahlen aber für etwas oder viel davon und brauchen erstmal ein paar Verkäufe, ehe die Kosten wieder rein sind. Und genau dafür gibt es keine Garantie: Dass es "einige Verkäufe" gibt.

          • [Moderator]
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          Beigetreten: 12.03.2014
          RE: Ratgeberbuch zum Thema Sucht geschrieben, wie geht es w...
          Do, 07.11.2019 22:05

          Liebe Ulrike,

          da gebe ich dir weitgehend recht. In diesem Fall habe ich das Lektorat bewusst nicht mit eingerechnet, da Lucas angegeben hat, sein Text sei bereits lektoriert. Über ein Cover habe ich ehrlich gesagt nicht nachgedacht, weil ich das zur Not selber machen könnte (habe schon ein paar Cover für andere Autoren erstellt und bin fit mit Grafiken). Auflage zu drucken kommt mir ein bisschen arg Retro vor, würde aber tatsächlich ordentlich zu Buche schlagen. Im Zeitalter von Print-on-Demand aber auch nicht nötig und ein paar Ausgaben für Lesungen oder Rezensionsexemplare machen nicht wirklich arm.

          E-Book-Dateien kann man doch ganz ordentlich mit Calibre erstellen, Papyrus kann das wohl auch. Ich habe das nie getestet, da ich wie schon erwähnt kein SPler bin und auch nicht vorhabe, einer zu werden. Was das Korrektorat angeht, hilft der Duden-Korrektor von Papyrus schon mal ganz gut, dann sollte man sich zum Beispiel intensiv mit einem Buch wie "So lektorieren Sie Ihre Texte" von Sylvia Englert (Autorenhaus Verlag) befassen. Natürlich ersetzt das ein sündhaft teures Lektorat nicht, aber es sorgt dafür, dass es nicht mehr Fehler im Text gibt als in einem x-beliebigen Bestseller aus der Spiegel-Liste (und da finden sich erschreckend viele Fehler). Die Stil- und Lesbarkeits-Analyse aus dem Papyrus Autor verbessern den Text auch, wenn man ihn bewusst und kritisch einsetzt und sich darauf einlassen kann (manche fühlen sich da ja in ihrer Künstlerehre gekränkt oder in der schöpferischen Freiheit beschnitten). Ich persönlich würde ja ein gutes Lektorat und vielleicht noch den Satz bezahlen, den Rest würde ich selbst machen.

          Ich habe mich kürzlich mit Philip P. Peterson im Rahmen eines Perry Rhodan-Con unterhalten, er ist ein erfolgreicher Selfpublisher, der passable Hard-SF schreibt. Er druckt über BoD und hat sich jeweils ein Lektorat für seine mittlerweile gut zehn Romane geleistet. Mittlerweile gibt es seine Titel zum Teil schon als Audible-Hörbücher.

          3000 Euro als Investition in einen Roman finde ich jetzt gar nicht so schlimm, allerdings sollte man sich gerade als Debütant auf dem SP-Markt darüber im Klaren sein, dass der erste Versuch wohl die Kosten nicht oder nur über einen erschreckend langen Zeitraum einspielt. Eine Autorenkollegin, die romantisch-kitschige Liebesromane schreibt, ist am anderen Ende der "Nahrungskette", hat locker sechs bis sieben Romane auf dem Markt und verdient nach eigenen Angaben 5-10 Euro im Quartal damit. Da sie relativ viel Merchandise an ihre Leser raushaut, dürfte das ein Minusgeschäft sein.

          Für einen bereits lektorierten Ratgeber (Sachbuch) würde ich den Satz und das Cover extern einkaufen, mehr nicht. Dann zunächst nur als E-Book über eine Plattform verkaufen und im Erfolgsfall über eine Taschenbuchausgabe nachdenken.

          Aber es ist schon klar, dass die Qualität mancher E-Books zeigt, wie viel die Autor*in investiert hat. Wenn man ein begrenztes Budget hat, muss man das bedenken und sich klarwerden, was man wirklich will.

          Liebe Grüße
          Dirk