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    Beigetreten: 29.07.2015
    Buchmesse und Lesungen allgemein

    Hallo liebe Alle!

     

    Ich habe heute gleich zwei Fragen:

    1.Hat jemand Erfahrung mit der Buchmesse bei Selbstverlagen? Ich meine, wie geht man vor, wenn man ein Buch im Selbstverlag veröffentlicht hat, wen muss man kontaktieren, was muss man beachten, wenn man sich durch die Buchmesse Aufmerksamkeit für sein Buch wünscht? 

    2. Lesungen: Wie macht ihr das, wenn ihr für eine Lesung angesprochen werdet? Ich meine, in finanzieller Hinsicht. Fragt ihr ganz direkt, was es für ein Honorar gibt, oder wartet ihr, dass das Gegenüber das anspricht? Was ist mit Fahrtkosten, Hotel etc.?

     

    Vielen Dank und liebe Grüße

    Lucy

     

    Gelöschter Nutzer
    RE: Buchmesse und Lesungen allgemein
    Mo, 21.09.2015 13:34

    Ja, ich frage direkt, wenn es in der Anfrage nicht erwähnt wird. Das spart Zeit für alle Beteiligten. Und Fahrtkosten, Hotel etc. sind Spesen, die zum Honorar dazu gezahlt werden. 

     

    Was Buchmesse und Bücher im Selbstverlag angeht, da kann ich nur mit meiner eigenen Meinung aufwarten. Auf Buchmessen präsentieren sich Verlage und ihre neuesten Bücher. Das ist was anderes als eine Börse, wo die Menschen mit ihren Produkten hingehen. Oder anders ausgedrückt, die Aussteller wollen Aufmerksamkeit für ihre Produkte. Ergo solltest du Aussteller sein. Für Selfpublisher gibt es da verschiedene Möglichkeiten über den Selfpublisher-Verband, wenn ich richtig informiert bin. Einfach mal bei  Matthias Matting in der Selfpublisherbibel nachschauen.

    Ansonsten macht es wenig Sinn, mit dem eigenen Buch von Stand zu Stand zu gehen, denn dort findest du keine Leser.

     

    vG, Dorit

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      Beigetreten: 29.07.2015
      RE: Buchmesse und Lesungen allgemein
      Mo, 21.09.2015 14:51

      Vielen Dank, Dorit. 

      Sagst du dann: "Und wie sieht es mit Honorar und Spesen aus?"

      Ich kann mir das noch nicht so genau vorstellen und würde gerne erfahren, wie man das verhandelt. 

      Und verzichtest du manchmal auf das Honorar, weil du denkst, der Laden ist zu klein, oder die Werbung für das Buch lohnt sich dafür?

      Lg, Lucy 

      Gelöschter Nutzer
      RE: Buchmesse und Lesungen allgemein
      Mo, 21.09.2015 18:04

      Genau so sage ich es. :-) Je klarer desto besser. Irgendwo habe ich mal den blöden Spruch aufgeschnappt: Je deutlicher du sagst, was du willst, desto größer die Chancen, dass du es bekommst. :-) Wie soll man es sonst sagen? Entscheidend ist die eigene Einstellung zu diesem Thema. Wenn du der Meinung bist, dass deine Leistung ein Honorar wert ist, dann wirst du das auch rüberbringen. Andernfalls überwiegen wohl die Selbstzweifel. Und glaube mir, gewiefte Veranstalter riechen so etwas. 

       

      Nein, ich verzichte eigentlich nicht auf Honorar. Wenn der Laden "zu klein" ist, was sie immer alle sind, :-), dann hält sich ja auch der Besucherandrang in Grenzen. Ohnehin ist es schwierig, einen Werbeeffekt bei einer Lesung zu messen. Bei mir ist es so, dass etwa die Hälfte der Zuhörer meine Bücher schon kennen und haben, also nichts mehr kaufen. Die andere Hälfte wurde von der ersten mitgeschleppt, und von denen wiederum kaufen etwa 50% ein bis zwei Bücher nach der Lesung. Ich betrachte Lesungen eher als PR, um bei den Leuten sichtbar zu sein und bei Veranstaltern im Gedächtnis zu bleiben.

      Wenn der Veranstalter unbedingt eine Lesung mit mir machen möchte und echte Schwierigkeiten hat, das Honorar aufzubringen, dann biete ich oft an, gemeinsam kreativ nach einer Lösung zu suchen. Lösungen können sein: im Grundhonorar runter zu gehen, dafür an den Eintrittsgeldern beteiligt sein; Sponsoren finden; Anträge für Kulturförderung zu vermitteln.

      Wichtig ist, herauszufinden, warum ein Veranstalter unbedingt eine Lesung mit mir machen möchte. Wenn ich diese Frage stelle, dann gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder kommt die Lesung dann nicht zustande, weil ich vielleicht nur ein Lückenbüßer für irgendwas war und man glaubte, ich würde umsonst lesen. Oder aber die Lesung findet statt und wir entwickeln eine passgenaue Werbung und schauen, wie wir genau die Zielgruppe ansprechen, die dem Veranstalter so wichtig ist. 

      Verhandlungsgrundlage bzw. Orientierung bietet ver.di, die schlagen 300 € vor. Das ist aber nur ein grober Wert. Je nach Stadt und Veranstalter gibt es da größere Schwankungen. Ich achte immer darauf, dass der Veranstalter zuerst seine Vorstellungen nennt. Nicht dass ich in vorauseilender Demut und Dankbarkeit unter seinen Vorstellungen bleibe. :-) 

      Es gibt auch eine Ausnahme, wo ich gern auf mein Honorar verzichte, das sind Veranstaltungen, auf denen wir Spenden für irgendwen oder irgendwas sammeln. Da lese ich kostenfrei und lasse mir dann auch mit dem Veranstalter was einfallen, wie wir den Leuten das Geldsäckel öffnen. Wir haben z.B. mal auf einer Gemeinschaftslesung jeden Autor, der gelesen hat, anschließend versteigert, für eine weitere Lesung, dann bei dem Meistbietenden zu Hause oder in der Firma. Macht immer großen Spaß. Oder ich sage schon vor der Lesung, dass wir Geld sammeln und ich mich freuen würde, wenn die Zuhörer anschließend für jedes signierte Buch auch noch eine kleine Spende geben. Es kommt ja nicht so selten vor, dass die Leute ihr eigenes Leseexemplar schon zur Lesung mitbringen, um es signieren zu lassen. 

      Am wichtigsten ist meiner Ansicht nach, offen und direkt über das Thema Geld zu sprechen. Wir tun nichts verbotenes, wir sind keine Bettler, wir müssen uns für unsere Bücher nicht schämen und wir wollen gute Unterhaltung bieten. Eine Lesung zu halten ist harte Arbeit. Wirklich harte Arbeit, ähnlich wie das Schreiben selbst. 

      Wenn man kein Honorar nimmt, sehe ich immer die Gefahr, dass man auch später, wenn man dann vielleicht bekannter ist, auch kein Honorar bekommt. Wie will man das dann begründen, ohne dann erst recht schief angeschaut zu werden. "Ach, gucke. Jetzt hat sie doch Erfolg! Warum will sie denn jetzt plötzlich Geld? Verdient sie nicht genug? Kriegt sie den Hals nicht voll? Jetzt wird sie gierig." 

      Kopf hoch, aller Anfang ist schwer. 

      VG, Dorit 

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        Beigetreten: 29.07.2015
        RE: Buchmesse und Lesungen allgemein
        Mo, 21.09.2015 22:56

        Vielen Dank für deine Antwort, Dorit! . 

        Liebe Grüße

        Lucy :-)