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    Beigetreten: 05.08.2016
    Hilfe, ich hänge! Zuviel Prota, zuwenig Anta

    Hallo in die Runde!

    Ich habe einen kleinen Hänger, der vor allem damit zusammenhängt, daß ich kapitelweise zwischen Prota und Anta hin- und herspringe. Nun war ich über sechs Kapitel beim Prota und bräuchte eintlich noch ein siebtes, damit die Handlung weiterkommt. Ich möchte aber nicht über so eine lange Strecke nur beim Prota sein und will zwischendurch auch mal wieder zur Anta schalten.
    Das Problem ist nur, daß die Anta momentan nichts zu tun hat außer über ein paar Dinge nachzudenken, die aber nicht wirklich handlungsrelevant sind. Es geht dabei um ein Geheimnis, das sie hat und von dem sonst niemand wissen darf. Deshalb hat die Anta für diese Gedanken auch keinen Gegenpart, dem sie sie erzählen könnte. Ich könnte sie höchstens ein Selbstgespräch führen oder Tagebuch schreibenlassen, aber das finde ich etwas weit hergeholt.
    Nach diesem Anta-Kapitel kommt noch ein Prota-Kapitel, das inhaltlich an die vorangegangenen Prota-Kapitel ankünpft, bevor die Geschichte ganz normal weitergeht.

    Es geht mir also aktuell um dieses Anta-Kapitel, mit dem ich den gesamten Handlungsstang etwas abwechslungsreicher gestalten möchte, obwohl die Anta gerade nicht wirklich was zu tun hat.

    Kennt jemand dieses Problem und hat vielleicht einen Tip für mich, wie ich dieses Brücken-Kapitel schreiben oder es geschickt umgehen kann?

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      Beigetreten: 21.10.2015
      RE: Hilfe, ich hänge! Zuviel Prota, zuwenig Anta
      Sa, 23.12.2017 20:47

      Jemand - ich weiß nicht mehr, wer es war - hat mal geschrieben, wenn man sich beim Schreiben schon langweilt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass der Leser das auch tut.
      Hast du jetzt eigentlich durchgeplottet? Mir hilft das ungemein, derartige Hänger zu vermeiden. Wenn ich zwei Perspektivfiguren habe, plotte ich aus beiden Perspektiven durch, und eine Szene darf nur ins Buch, wenn sie einen Zweck erfüllt, den Charakter also zum Beispiel zu weiteren Entwicklungen motiviert.

      Wie gut kennst du deine Antagonistin? Diese Phasen, wenn bei mir jemand "nichts zu tun hat" deuten ganz oft darauf hin, dass ich den Charakter nicht gut genug kenne. Wenn sie echt nur über ein Geheimnis nachdenkt, kannst du das vielleicht auch auflösen und immer mal wieder an anderen Stellen in ihre Gedanken einstreuen, ohne ein ganzes Kapitel draus zu machen?

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        Beigetreten: 05.08.2016
        RE: Hilfe, ich hänge! Zuviel Prota, zuwenig Anta
        Sa, 23.12.2017 21:43

        Ja, es ist komplett durchgeplottet. Ich weiß genau, wie es weitergeht und wann was passiert. Aber das ist natürlich nicht in Stein gemeißelt, und ich verwerfe manchmal auch Ideen zugunsten von besseren. Außerdem stelle ich auch fest, daß manche Kapitel viel länger werden als ich dachte, so daß ich zwei daraus mache.

        Ich glaube eigentlich schon, daß ich meine Figuren gut kenne. Ich habe Abbildungen von ihnen (nach den Eckdaten bei Google gesucht und die passenden Fotos gespeichert), den Gebäuden und allen Schauplätzen, die wichtig sind. Die schaue ich mir beim Schreiben auch immer mal wieder an. Zumal Protagonist und Antagonistin auch viel von mir selbst haben, deshalb kann ich mich in beide recht gut hineinversetzen.

        Ich habe das Problem inzwischen gelöst. Im vorigen Kapitel hatte der Prota ihr eine SMS geschrieben, welche die Anta nun liest. Daraufhin beginnt sie, nachzudenken. Dann versucht sie, sich abzulenken, indem sie die Musik laut aufdreht. Es gibt Beschwerden von den Nachbarn, sie kehrt zurück ins Wohnzimmer, legt sich aufs Sofa und denkt nochmal in Ruhe über alles nach, bis sie für sich zu einer Lösung kommt und dem Prota zurückschreibt. Kapitel fertig.
        Es gibt also relativ viel Nebenhandlung, was mich aber nicht stört und eher dazu beiträgt, die Umgebung der Anta weiter aufzubauen.

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          Beigetreten: 31.03.2014
          RE: Hilfe, ich hänge! Zuviel Prota, zuwenig Anta
          Sa, 30.12.2017 17:27

          Raphael schrieb:
          Ich habe das Problem inzwischen gelöst. Im vorigen Kapitel hatte der Prota ihr eine SMS geschrieben, welche die Anta nun liest. Daraufhin beginnt sie, nachzudenken. Dann versucht sie, sich abzulenken, indem sie die Musik laut aufdreht. Es gibt Beschwerden von den Nachbarn, sie kehrt zurück ins Wohnzimmer, legt sich aufs Sofa und denkt nochmal in Ruhe über alles nach, bis sie für sich zu einer Lösung kommt und dem Prota zurückschreibt. Kapitel fertig.
           
          Lass sie nicht nur nachdenken, lass sie sich was richtig fieses aufgrund der SMS ausdenken, um dem Prota einen dicken Stein in den Weg zu legen. Eine Anta, die nur nachdenkt, ist langweilig. Selbst mit lauter Musik.
          Herzliche Grüße, Hans Peter

           

           

           

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            Beigetreten: 05.08.2016
            RE: Hilfe, ich hänge! Zuviel Prota, zuwenig Anta
            Di, 02.01.2018 21:31

            Danke für den Tip, der tatsächlich gar nicht so schlecht war. Viel habe ich nicht verändert, aber über einen Absatz führt sie ein ziemlich eindeutiges Selbstgespräch, in dem sie klar zum Ausdruck bringt, was sie weiter vorhat. Somit wissen die Leser mehr als der Prota, der sehenden Auges ins Verderben rennt.

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            Beigetreten: 12.03.2014
            RE: Hilfe, ich hänge! Zuviel Prota, zuwenig Anta
            Mi, 03.01.2018 15:35

            Lieber Raphael,

            den Tipp von Hans-Peter Roentgen hätte ich dir in ähnlicher Form auch nähergebracht. Gut, dass der Meister schneller war. Figuren, gerade Antagonisten, die nur Selbstgespräche führen (Infodump?), nachdenken und ansonsten (fast) nichts tun (wo ist die Aktion?), wirken blass und langweilig. Dein Roman muss ja kein Action-Reißer sein, aber knisternde Spannung kann schon mit einer perfiden Intrige aufkommen, die dein Anta ausheckt und dann auch aktiv umsetzt. Nur über Etwas nachdenken, Musik hören, sich auf die Couch legen, wieder in aller Ruhe nachdenken ist tatsächlich langweilig. Da hilft dann auch die SMS nicht, die danach geschrieben wird. Vieleicht könntest du die Szene straffen, un etwas mehr Spannung zu erzeugen?

            Viel Erfolg mit der Geschichte und ein Gutes Neues,

            Dirk