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    Buchhandlung Wortwerke

    Weiß jemand was mit der Buchhandlung Wortwerke passiert ist?

    Die Internetseite und email-Adresse sind nicht mehr verfügbar?

    Gibt es da eine Insolvenz?

    mfG

    Reinhard Gobrecht

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      Beigetreten: 19.07.2016
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      RE: Buchhandlung Wortwerke
      So, 12.08.2018 12:48

      Hallo Reinhard,

      diese Information gab es vor ein paar Tagen aus dem Selfpublisher-Verband:

      Unsere Geschäftsführerin Bianca Bolduan wird nicht mehr für Wortwerke tätig sein.
      Frau Bolduan hat mir die Geschäftsführung von Wortwerke übergeben.

      Die Homepage www.buchhandlungwortwerke.de, sowie die Mail Adresse: kontakt@buchhandlungwortwerke.de, sind nicht mehr erreichbar.

      Ab sofort könnt ihr euch auf meiner Homepage www.mehralsbuecher.de über Aktivitäten von Wortwerke erkundigen, oder auf meiner Facebook Seite Wortwerke Rastatt. Bei Fragen bin ich zu erreichen unter: neudoerfer@mehralsbuecher.de

      Nicht zuletzt möchte ich mich bei den Autoren bedanken.
      Für Eure Geduld, die Wortwerke in letzter Zeit sehr auf die Probe gestellt hat und für Eure Treue, Wortwerke nicht den Rücken zu zukehren.
      Ich weiß, dass Wortwerke nur so gut ist, wie die Autoren, die dieses Konzept mit Leben füllen. Ohne Euch würde es Wortwerke nicht geben!

      Ich hoffe ich kann Euren Erwartungen gerecht werden und freue mich auf eine gute Zusammenarbeit mit Euch. 

      Eure Claudia Neudörfer

       

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      RE: Buchhandlung Wortwerke
      Di, 14.08.2018 15:54

      Hmh, klingt für mich nicht nach einem erfolgreichen Konzept. Ich möchte die wunderschöne Idee, die Bücher von Selbstverlegern und Kleinstverlagen in den stationären Handel zu bringen, nicht kleinreden. Aber dieses Konzept mit Café, Deko- und Glückwunschkartenverkauf, Teeladen, Bastelaktionen und so weiter zeigt auf den ersten Blick, dass das Konzept (wirtschaftlich) nicht tragfähig ist. Warum braucht man sonst so viele weitere "Standbeine" im Laden? Und warum die "Apartheid", warum entweder oder? Warum nicht "normaler" Buchhandel, Buchrücken an Buchrücken mit den "Exoten" (die beileibe keine mehr sind)?

      Dennoch finde ich es wichtig, gute (!) selbstverlegte Werke und Bücher von Kleinst- bzw. Independent-Verlagen in den stationären Handel zu bringen. Das geht aber nicht ohne die etablierten stationären Buchhändler, die sich leider mehrheitlich und vehement gegen die "neuen" Publikationsmodelle stemmen, obwohl es ihnen wirtschaftlich auch immer schlechter geht.

      Die stetig sinkenden Verkaufszahlen in der Buchbranche zeigen aber, dass das Sortiment dringend etwas frisches Blut braucht. Die "Auf-Nummer-sicher-Bestseller", die die Hitlisten der Literaturportale anführen, lassen erkennen, dass der Branche der Mut fehlt, sich auf neue Konzepte und neue Autoren mit neuen Erzählkonzepten einzulassen. Das ist auch nicht einfach, wie Lübbe schmerzlich feststellen musste. Ob es aber der richtige Schritt ist, all das Neue wieder abzustoßen (wie z.B. das verlagseigene Software-Studio Daedalic, dass mit Ken Follets "Die Säulen der Erde" eine wunderschönes Computerspiel zum Buch entwickelt hat.), wage ich zu bezweifeln.

      Es geht in großen Verlagen nicht mehr allein um das Buch, nicht um die Kunst, ein gutes Buch zu schreiben, es zu veredeln, zu bewerben und zu verkaufen, nicht mehr vorrangig um die Zufriedenheit der Leser*innen.

      Es geht primär um Geld. Ich will das nicht pauschal verurteilen, schließlich muss ein Verlag seine Angestellten, hauptsächlich tolle Menschen, ja ernähren. Aber haben Verlage nicht auch eine gewisse Verantwortung gegenüber den Leser*innen, den Künstlern? Nur auf wirtschaftlichen Erfolg schielen reicht mir nicht. 

      Und weil es fast nur ums Geld geht, verlegen immer weniger Verlage die Bücher, die wir in den Buchläden finden. Diese Verlage werden dafür immer größer, weil sie die kleinen schlucken oder verdrängen. Und sie wollen Gewinne einfahren. Daher versucht man zu sparen, wo es geht: An "teuren" neuen Autoren (wirtschaftliches Risiko) und kleinen Auflagen, die im Verhältnis teuer sind. Man setzt lieber auf bekannte Autoren und produziert Millionen-Bestseller am Fließband. Leider geht dadurch die Vielfalt verloren. Die Kunst tritt zugunsten des Kommerz in den Hintergrund. 

      Ich lese wirklich gern hin und wieder einen Klaus-Peter Wolf oder den neuen Frank Schätzing, Stephen King oder was sonst durch die Hitlisten geistert. Aber manchmal möchte ich auch ein künstlerischeres Buch, möchte etwas poetisches oder zutiefst literarisches lesen. Und da verschwindet das Angebot zusehends aus dem (klassischen) stationären Buchhandel.

      So bin ich dann fast gezwungen, meinen Hunger nach literarischer Qualität wieder mit Megasellern wie Eric Emmanuel Schmidt oder Maarten t´Haart oder Ulla Hahn zu befriedigen. Dann wandert mein Geld aber wieder an die Großverlage, die mit eben diesen Autoren auf Nummer sicher gehen.

      Wenn ich könnte, würde ich ein System entwickweln, dass die klassische Verlagsbranche mit der Selfpublisher-, Kleinst- und Indieverlagsbranche verbindet und es den Buchhändlern möglich macht, zumindest die erfolgreichen Titel aus "allen Welten" zusammen, ohne Trennung in die Regale ihrer Buchhandlungen zu bringen. Man müsste den "Regalrassismus" ("Ihhh, guck mal hier, das ist von BoD, und da, pfui, ein Selbstverleger, das kann ja nichts sein!") einfach mal abschaffen.

      Mir als Autor ist es ein Herzensanliegen, dass es der Buchbranche gut geht, das gern gelesen wird. Mir ist da nichts egal. Denn ich möchte in dieser Branche meine Existenzgrundlage errichten und erhalten.

      Hat jemand von Euch vielleicht eine Idee, wie man dieses Dilemma lösen könnte? Wer möchte die offene Diskussion mit führen?

      Liebe Grüße
      Dirk

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        Beigetreten: 17.04.2015
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        RE: Buchhandlung Wortwerke
        Di, 14.08.2018 16:19

        Das Problem ist ja (unter anderem), dass die Geschäftsmodelle von klassischen Buchhändlern und Selfpublishern nicht wirklich kompatibel sind. Ein Beispiel ist der Widerspruch zwischen Remissionsrecht und PoD. PoD sorgt dafür, dass ein Buch erst dann gedruckt wird, wenn es bestellt wird. Was prima ist für den SPler, weil er keine große Auflage vorproduzieren muss. Der Buchladen verkauft aber, indem er Bücher ausstellt. Dafür müssen sie gedruckt werden. Und damit er Ladenhüter irgendwann aussortieren kann, braucht er das Remissionsrecht.

        Aber das ist nur ein Punkt unter vielen.

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        Beigetreten: 12.03.2014
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        RE: Buchhandlung Wortwerke
        Di, 14.08.2018 21:48

        Lieber Manuel,

        Recht hast du. Es ist nur ein Punkt unter vielen. Da aber niemand wirklich Bock zu haben scheint, diese Probleme beim Schopf zu packen und eine Lösung zu denken (von Finden will ich hier noch gar nicht sprechen), bleibt alles beim Alten.

        Die Geschäftsmodelle sind, wie du richtig schreibst, inkompatibel. Aber muss das so bleiben? Ist das festgemeißelt und unverrückbar? Ich denke nicht.

        In einer Zeit, in der E-Book-Reader allerorten verfügbar sind, muss in Buchläden immer nur das Hard- oder Softcover im Regal stehen? Warum nicht die E-Ink-Variante zum Probelesen anbieten, sowohl beim Verlags- als auch SP-Buch? Was gefällt, wird bestellt und im gewünschten Format verkauft.

        Attraktiv machen kann, nein,  muss man das durch Lesungen, Buchvorstellungen im Laden als Event (Muss der Autor da zugegen sein? Ich denke nein), nur als,Beispiel. Und wer sagt, dass man in Zukunft nach dem Bestellen das Buch zwingend persönlich im Laden abholen muss (obwohl ich nicht verstehe, warum manch einer dazu zu faul ist)? Wieso kann es nach dem Bestellen nicht nach Hause geliefert werden? Was amazon kann, kann Buchladen doch auch? Es werden sich Modelle finden lassen.

        Man könnte auch, wie in manchen US-Shops, Smartphone Apps bieten, mit denen man im Bookstore Leseproben per Code aufs Handy lädt, das Buch gleich per Smartphone kaufen und es entweder gleich digital lesen kann oder es als "echtes" Buch am nächsten Tag zu Hause hat. In nachwachsende Rohstoffe verpackt per E-Mobil geliefert, man muss also nicht nochmal mit dem Benziner in die Stadt fahren, um es abzuholen. Die kompetente Beratung im Store ist ein gewichtiges Argument, den Store dem "Amazonas" vorzuziehen. Das muss dann aber auch gelebt werden.

        Ich denke, es gibt viele Möglichkeiten, die machbar sind, wenn man bereit ist, sich von verkrusteten Strukturen zu trennen, um das Lesen auch nach 2018 attraktiv zu gestalten. Was fehlt, sind Ideen und die entsprechenden Influencer. Und wäre die Autorenwelt nicht gerade für diesen Strukurwandel ein adäquater Motor? warum sind nicht wir die Ideengeber und Influencer?

        Autorenwelt schrieb:

        3 Phasen

        In Phase 1 - in der wir uns jetzt befinden - bilden wir den Literaturbetrieb über ein Content-Management-System neu ab. Veranstalter von Wettbewerben und Seminaren pflegen ihre Ausschreibungen bzw. Angebote selbst in das System ein. AutorInnen und alle Personen, die mit Büchern, E-Books, Schreiben und Veröffentlichen zu tun haben, tragen sich mit ihrem Profil in das System ein, zeigen, wer sie sind und was sie machen. Dasselbe gilt für literarische Einrichtungen aller Art. Phase 2 hat das Ziel, weitere Leistungen über Module anzubieten. Denkbar sind die Module »Blog«, »Forum«, »Wissen« oder »Lektorate«. Phase 3 betrifft das Veröffentlichen selbst. Das »Publishing-Modul« wird eine Mischung aus Shop und E-Book-Datenbank sein. Über dieses Modul können AutorInnen ihre Texte direkt an ihre Leserinnen und Leser verkaufen.

        Das könnte ein Anfang sein, aber Visionen und Perspektiven beginnen in den Köpfen der Schaffenden. Ich lade dazu ein, hier einfach ein wenig zu Träumen. Darin liegt oft der Anfang von etwas Großem. Schließlich geht es auch um unsere Zukunft, unsere Autorenwelt (Und damit meine ich nicht nur diese Website!).

        Liebe Grüße
        Dirk

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          RE: Buchhandlung Wortwerke
          Mi, 15.08.2018 08:48

          Phase 3 hört sich ja nach einem eigenen Ebookdistributionsmodell an. Da bin ich mal gespannt.

          Neulich hatte ich auch mal bei Tolino Media nachgefragt, ob die auch irgendwann mal Print anbieten. Indirekt wurde mir das bejaht, allerdings ohne etwas genaueres zu sagen. Da Tolino Media aber direkt mit gewissen Buchhandelsketten verknüpft ist, könnte das interessant werden.

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          RE: Buchhandlung Wortwerke
          Mi, 15.08.2018 12:30

          Lieber Manuel,

          das wäre dann ein kleiner Schritt in die richtige Richtung, betrifft aber noch nicht die stationären Buchhandlungen, solange man nicht weiß, wie das Print-Distributionsmodell aussehen soll.

          Ich kann mir nicht vorstellen, dass der gesamte Buchmarkt zu einem riesigen, seelenlosen Online-Shop-Konglomerat mutiert. Momentan deutet sich das aber an. Fast täglich werden in Deutschland Buchhandlungen geschlossen. Die großen Ketten halten sich, haben aber auch mit sinkenden Verkäufen zu kämpfen. Meiner Meinung nach braucht es die Buchhandlungen in allen Städten, mit motivierten, kompetenten Buchhändlern, die die Begeisterung für das Medium Buch mit den Leser*innen teilen und uns durch ihre Marktkenntnis an Bücher heranführen, die wir ohne sie vermutlich nie entdeckt hätten.

          Allerdings müsste sich auch in unserem Schulsystem einiges ändern. Dort wird das Lesen von Büchern selbst von manchen Deutschlehrern als Zeitverschwendung bezeichnet, weshalb mein Patenkind seine gesamte Schulzeit wohl ohne eine Buchlektüre verbringen wird. Lese- und Schreibkompetenz oder der kreative Einsatz von Sprache sind kein Thema mehr. Auch das dürfte ein Grund für zurückgehende Verkaufszahlen im Buchmarkt sein.

          Wir sind auf Leser*innen angewiesen, daher sollten optimale Bedingungen unser Anliegen sein. Nur, wie schaffen wir diese?

          Liebe Grüße
          Dirk

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            RE: Buchhandlung Wortwerke
            Mo, 05.11.2018 10:05

            Um noch einmal auf das Ausgangsthema zurückzukommen: Das Modell "Wortwerke" basiert darauf, dass Bücher von Selfpublishern und von Klein(st)verlagen, Regalfläche mieten. Und das in einem Umfeld, in dem kein einziges Buch aus der klassischen Verlagswelt gezeigt wird, oder erhältlich ist. Die "Wortwerke" Buchhandlungen sind also gar keine Buchhandlungen im eigentlichen Sinn! Die Verkaufszahlen liegen dementsprechend bei gelegentlichen Mitnahmekäufen, die sich aus dem eigentlichen Sortiment dieser Läden ergeben. Den Mietpreis dieser Regalzentimeter durch Verkaufserlöse zu erwirtschaften ist in der Praxis nicht möglich! Dazu kommt, dass sogenannte "Schmökerexemplare" zulasten der Autoren oder Kleinverlage ausgelegt werden, die durch Aufkleber und durch die Benutzung als Ansichtsexemplare, nicht mehr verkaufsfähig sind. Mieter dieses Systems zahlen also in jedem Fall ordentlich drauf; Nutznießer sind lediglich die Geschäfteinhaber, die ihrem übrigen Sortiment einen dekorativen und anspruchsvollen Rahmen geben. Mit dem gesamten Verkauf der Bücher haben die Geschäftsinhaber rein gar nichts zu tun. Sie treten lediglich als Inkassovertreter für die einzelnen Mitglieder auf, nehmen also eventuelle Verkaufserlöse in Empfang und leiten diese an die betreffenden Autoren weiter. Da sie keinerlei Provision für ihre Tätigkeit erhalten, kann es ihnen auch völlig schnurz sein, ob die Bücher nun verkauft werden, oder einfach weiter im Regal stehen bleiben und den Laden schmücken! Das ist kein Modell, welches SP-Autoren auch nur einen Millimeter weiterhilft!

            Was die Inkompatibilität von PoD und stationären Buchhandel betrifft, so bieten die meisten PoD-Dienstleister sehr wohl ein Remissionsrech an, meist sogar zu ähnlichen Konditionen, wie klassische Verlage. Das Problem liegt bei PoD, genauso wie bei Kleinverlagen, an der Handelspräsenz. Auf Deutsch gesagt, fehlt es ihnen an Handelsvertretern, die den Buchhandel über Novitäten informieren und ihre Bücher dort platzieren. Es wird wohl keinen Buchhändler geben, der sein Sortiment nach Google-Recherche ergänzt. Handelsvertreter sind jedoch Spezialisten, die mit ihrer Tätigkeit ihren Lebensunterhalt finanzieren müssen. Das kostet nun mal Geld, und das muss andererseits erst einmal erwirtschaftet sein!

             

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              RE: Buchhandlung Wortwerke
              Mo, 05.11.2018 10:48

              Andreas Tietjen schrieb:

              Um noch einmal auf das Ausgangsthema zurückzukommen: Das Modell "Wortwerke" basiert darauf, dass Bücher von Selfpublishern und von Klein(st)verlagen, Regalfläche mieten. Und das in einem Umfeld, in dem kein einziges Buch aus der klassischen Verlagswelt gezeigt wird, oder erhältlich ist. Die "Wortwerke" Buchhandlungen sind also gar keine Buchhandlungen im eigentlichen Sinn! Die Verkaufszahlen liegen dementsprechend bei gelegentlichen Mitnahmekäufen, die sich aus dem eigentlichen Sortiment dieser Läden ergeben. Den Mietpreis dieser Regalzentimeter durch Verkaufserlöse zu erwirtschaften ist in der Praxis nicht möglich! Dazu kommt, dass sogenannte "Schmökerexemplare" zulasten der Autoren oder Kleinverlage ausgelegt werden, die durch Aufkleber und durch die Benutzung als Ansichtsexemplare, nicht mehr verkaufsfähig sind. Mieter dieses Systems zahlen also in jedem Fall ordentlich drauf; Nutznießer sind lediglich die Geschäfteinhaber, die ihrem übrigen Sortiment einen dekorativen und anspruchsvollen Rahmen geben. Mit dem gesamten Verkauf der Bücher haben die Geschäftsinhaber rein gar nichts zu tun. Sie treten lediglich als Inkassovertreter für die einzelnen Mitglieder auf, nehmen also eventuelle Verkaufserlöse in Empfang und leiten diese an die betreffenden Autoren weiter. Da sie keinerlei Provision für ihre Tätigkeit erhalten, kann es ihnen auch völlig schnurz sein, ob die Bücher nun verkauft werden, oder einfach weiter im Regal stehen bleiben und den Laden schmücken! Das ist kein Modell, welches SP-Autoren auch nur einen Millimeter weiterhilft!

              Genau das habe ich mir auch gedacht. Auf den ersten Moment klang das ja ganz toll. Hey, eine Buchhandlung, die nur Selfpublisher anbietet! Aber auf den zweiten Blick hatte ich mich gefragt, wenn ich denen die Regalmiete zahle, wie motiviert sind die überhaupt, mein Buch zu verkaufen?

              Andreas Tietjen schrieb:

              Was die Inkompatibilität von PoD und stationären Buchhandel betrifft, so bieten die meisten PoD-Dienstleister sehr wohl ein Remissionsrech an, meist sogar zu ähnlichen Konditionen, wie klassische Verlage. Das Problem liegt bei PoD, genauso wie bei Kleinverlagen, an der Handelspräsenz. Auf Deutsch gesagt, fehlt es ihnen an Handelsvertretern, die den Buchhandel über Novitäten informieren und ihre Bücher dort platzieren. Es wird wohl keinen Buchhändler geben, der sein Sortiment nach Google-Recherche ergänzt. Handelsvertreter sind jedoch Spezialisten, die mit ihrer Tätigkeit ihren Lebensunterhalt finanzieren müssen. Das kostet nun mal Geld, und das muss andererseits erst einmal erwirtschaftet sein!

              Das wäre möglicherweise ein Punkt, wo der Selfpublisherverband ansetzen könnte bzw. sollte.

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                RE: Buchhandlung Wortwerke
                Mo, 05.11.2018 17:20

                colwyn schrieb:

                Das wäre möglicherweise ein Punkt, wo der Selfpublisherverband ansetzen könnte bzw. sollte.

                Das wäre zumindest ein guter Ansatz! Wie das praktisch umgesetzt werden könnte, wüsste ich jedoch auch nicht so auf die schnelle!

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                RE: Buchhandlung Wortwerke
                Di, 04.12.2018 00:37

                Andreas Tietjen schrieb:
                Das wäre zumindest ein guter Ansatz! Wie das praktisch umgesetzt werden könnte, wüsste ich jedoch auch nicht so auf die schnelle!

                Das wäre dann tatsächlich etwas, was man im Selfpublisherverband besprechen sollte. Bist du dort schon Mitglied?

                Liebe Grüße
                Dirk