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Selfpublishing - die Zukunft der Autorenakquise?

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Viele Selfpublishing-Bestsellerautoren wechseln zu einem Verlag und viele Verlage beteiligen sich am Selfpublishing-Geschäft - ist das eine neue Art der Akquise?

Es gibt heutzutage immer mehr bekannte Autoren die mit Selfpublishing begonnen haben und danach von einem renommierten Verlag angeworben wurden. Trotzdem verlagern die meisten Verlage ihre Autorenakquise nur partiell auf die verschiedenen Plattformen. Was sind also die Schwachstellen und was die Vorteile?

Problem der Unübersichtlichkeit

Zunächst einmal die Unübersichtlichkeit, die die hohe Anzahl selbst publizierter Bücher mit sich bringt. Selfpublishing-Plattformen sind ein buntes Sammelsurium aus Geschichten und unentdeckten Talenten, vollgepackt mit Schmökermaterial und Bewertungen. Daraus literarische Perlen zu fischen ist vor allem sehr zeitaufwendig, was viele Verlage abschreckt. Es ist vergleichbar mit den meterhohen Stapeln an unangeforderten Manuskripten, die Publikumsverlage Jahr für Jahr zugeschickt bekommen, von denen es nur ein minimaler Bruchteil wirklich auf den Schreibtisch eines Lektoren oder gar ins Programm schafft.

Etwas Licht ins Dunkle...

Selfpublishing-Plattformen versuchen mit Hilfe von Bewertungen und eigenen Bestenlisten etwas Ordnung in die Masse veröffentlichter Titel zu bringen, was auch oftmals gelingt und Bestsellterlisten für gedruckte Bücher nicht unähnlich ist. Anhand von Leserbewertungen und guten Rankingplätzen kommen Manuskripte nach vorne, die offensichtlich eine breite Masse ansprechen und gute Aussichten mitbringen, auch in gedruckter Form zu Bestsellern zu werden. Skeptiker weisen an dieser Stelle möglicherweise darauf hin, dass solche Rankings und Bewertungen leicht manipulierbar sind und keinesfalls von hoher Qualität zeugen müssen. Das Gegenargument dazu ist, dass es sich bei gedruckten Büchern nicht sonderlich anders abspielt: Prominente, landesweit bekannte Personen und skandalträchtige Autoren landen häufiger auf den Bestsellerlisten als der literarisch anspruchsvolle Schriftsteller der einen geringen Bekannten- und Sponsorenkreis hat. Selfpublishing-Plattformen sind dementsprechend eine kleines Abbild der Lesergesellschaft und spiegeln dahingehend die literarischen Interessen und Trends genauso wider, wie eine von Magazinen gewählte Bestsellerliste. 

Fazit

Momentan greifen Verlage noch lieber auf ihre traditionellen Wege zurück, um neue Autoren und Titel zu finden, die ins Programm passen oder starten erste Versuche über eigene Plattformen wie neobooks, epubli und Co. Bis Selfpublishing-Plattformen aber eine zentrale Rolle bei der Autorenakquise einnehmen, wird es wohl noch eine Weile dauern. Dies sollte jedoch keinesfalls negativ gesehen werden. Denn es gibt der jungen Branche genügend Zeit sich weiter zu entwickeln und zu professionalisieren.

 

von Fabienne Franz, www.spubbles.de