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Journaling für Selfpublisher

der selfpublisher
Anja Schreiber
Grafik von Carola Vogt zum Thema Journaling und Selbstmanagement für Selfpublisher

Schreiben, um zu veröffentlichen: Das ist das Ziel von Selfpublishern. Doch es gibt noch eine Form des Schreibens: das Notieren.
Notizen sind ein zentrales Selbstmanagement-Instrument. Sie helfen bei der Planung und Umsetzung der eigenen (Schreib-)Projekte. Denn was wir erst einmal schriftlich verfasst haben, bekommt mehr Gewicht und ist in unserer Erinnerung stärker verankert.
In Anja Schreibers Artikel geht es um dieses Notizen-Machen – auf Neudeutsch „Journaling“ – und wie Sie Ihren Schaffensprozess damit unterstützen.

Offline oder online, Papier oder digital?!
Wo soll ich meine Notizen niederschreiben? Auf Papier oder via Handy, Tablet oder Desktop? Die Antwort darauf kann nur lauten: Machen Sie es so, wie es Ihnen gefällt! Jede Art des Notierens hat seine Vorteile und Einschränkungen.
Ein schönes hochwertiges Notizbuch mag manche inspirieren. Es funktioniert auch, wenn der Akku leer und keine Stromquelle in der Nähe ist. Außerdem kann in Zeiten des ständigen Tippens das handschriftliche Verfassen von Texten eine wahre Erholung für Augen und Hirn sein.
Aber auch das Benutzen von Apps wie Evernote oder Onenote bringt Vorteile mit sich. Sie können zum Beispiel Fotos einbinden. Dateien lassen sich gut durchsuchen und weiterverarbeiten.
Natürlich muss es nicht unbedingt eine App sein. Vielleicht arbeiten Sie am liebsten mit Ihrem vertrauten Textverarbeitungsprogramm? – Nur zu!
Um Ihre Notizen später wiederzufinden, ist es hilfreich, sinnvolle Dateinamen zu verwenden, die Ihnen bei der Suche helfen. Und natürlich sind regelmäßige Backups wichtig!

Dankbarkeitstagebücher, Erfolgs- und Bullet-Journale
Sicher kennen Sie das aus Ihrem Alltag: Sie erstellen Einkaufszettel oder To-do-Listen. In diesem Fall ist Schreiben in Ihrem Leben bereits eine wichtige Gedankenstütze und ein probates Mittel gegen Vergesslichkeit.
Manche schreiben Tagebuch, in dem sie von ihrem Alltag berichten. Andere halten ihre Urlaubserinnerungen in Reisejournalen fest oder führen täglich ein Dankbarkeitstagebuch. Vielleicht haben einige von Ihnen ein Notizbuch, in dem sie ihre Gedanken und Ideen aufschreiben, die dann in ihre Buchprojekte einfließen. Manche verwenden dafür inzwischen Apps.
Egal, ob Sie Ihre Ideen analog notieren oder eine Notiz-App nutzen, Sie kennen bestimmt einen entscheidenden Vorteil dieses Vorgehens: Durch eine Notiz haben wir die Chance, später auf unsere Einfälle zurückzugreifen. Wir können das Aufgeschriebene lesen, reflektieren und weiterverarbeiten.

Das Schreiben von Journalen bringt noch weitere Vorteile mit sich: Im Dankbarkeitstagebuch wird man sich zum Beispiel der positiven Seiten des Lebens bewusst. Genau diese Bewusstwerdung ist die eigentliche Chance des Journalschreibens.
Das Gleiche gilt für ein Erfolgsjournal. Hierin notieren Schreibende ihre Ziele genauso wie ihre Erfolge. So gewinnen sie einen Überblick über die eigenen Aktivitäten und Fortschritte auf dem Weg zum selbst gesteckten Ziel. Das wiederum hat positive Auswirkungen auf Motivation und Zufriedenheit. Außerdem kommt zuvor Unbeachtetes an die Oberfläche. Dadurch lassen sich die eigenen Potenziale umfassender nutzen.
Auch ein Bullet-Journal (#Bujo) verschafft Ihnen so einen Überblick. Es enthält Aufgaben, Termine und Notizen (mehr Infos beim YouTube-Kanal „Bullet Journal“). Damit wird alles Wichtige in einem Buch gesammelt. So können Schreibende die Vergangenheit analysieren, die Gegenwart organisieren und die Zukunft planen.
Dankbarkeitstagebücher, Erfolgsjournale, Bullet-Journale oder ähnliche Formen lassen sich unter dem Begriff „Journaling“ zusammenfassen.
Journaling ist gerade im Trend. Oft fokussiert es sich eher auf das innere Erleben als auf äußere Ereignisse. So unterscheidet es sich von einem Logbuch, das lediglich tägliche äußere Vorgänge protokolliert.
Viele nutzen Journaling als Instrument der Persönlichkeitsentwicklung. Deshalb stehen dabei häufig Impulsfragen am Anfang der Reflexion.

Vorteile des Journalings
Die Beispiele zeigen, wie vielfältig wir vom Schreiben Gebrauch machen können – abseits des eigentlichen Bücherschreibens. So unterschiedlich die Methoden in ihrer Ausführung auch sein mögen, was viele eint, sind die Vorteile, die eine Verschriftlichung mit sich bringt:

  • Journaling unterstützt Sie bei der Planung und Umsetzung Ihrer Ziele.
  • Journaling schafft Klarheit und Struktur und erhöht dadurch Ihre Produktivität.
  • Journaling macht Erfolge sichtbar und steigert damit Selbstwirksamkeit und Selbstvertrauen.
  • Journaling hilft Ihnen, Dinge objektiver zu sehen. Denn Journaling verschafft Abstand.

Journaling ist also eine Selbstmanagement- und Selbstcoaching-Methode.

Wünsche und Träume benennen
Im Rahmen dieser Selbstmanagement- und Selbstcoaching-Methode ist es zu Beginn sinnvoll, über die eigenen Wünsche, Träume und Sehnsüchte nachzudenken. Entwerfen Sie eine Vision Ihres idealen Lebens. So sammeln sie Material, um daraus konkrete Ziele entwickeln zu können. Stellen Sie sich folgende Fragen und beantworten Sie diese schriftlich:

  • Was will ich erreichen?
  • Wie will ich leben?

Es lässt sich zwar trefflich darüber streiten, ob Sie Ihre große Vision vom Leben wirklich in die Tat umsetzen können. Doch genauso klar ist: Wenn Sie nicht wissen, wie Sie leben wollen, wird es Ihnen schwerfallen, Ihrem Leben eine Richtung zu geben. Seneca bringt es auf den Punkt: „Wer den Hafen nicht kennt, in den er segeln will, für den ist kein Wind ein günstiger.“ Das Definieren des eigenen Ziels ist also kein entbehrlicher Luxus, sondern die Grundvoraussetzung, um sich selbst managen zu können.
Manchmal können solche grundsätzlichen Fragen aber überfordern. Deshalb ist es hilfreich, sich ganz konkrete Fragen zu Ihrem idealen Leben zu stellen. Etwa: Wollen Sie als digitale Nomadin die Welt bereisen oder als Poet in einer von Büchern überbordenden ...

 

Autorin: Anja Schreiber | https://anjaschreiber.de
Weiterlesen in: »der selfpublisher«, Heft 11, September 2018
Grafik: Carola Vogt

 

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