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Evelyne Aschwanden, Shortlist-Kandidatin beim Selfpublishing-Buchpreis 2020, über ihren Jugendroman »Lichtherz: Die Energiewandler-Chroniken«

der selfpublisher

Mit dem Jugendroman »Lichtherz: Die Energiewandler-Chroniken« hat es Evelyne Aschwanden auf die Jugendbuch-Shortlist für den Selfpublishing-Buchpreis 2020 geschafft. Der Selfpublisher-Verband hat mit Evelyne Aschwanden ein Interview für die Autorenfachzeitschrift »der selfpublisher« und die Autorenwelt geführt.

Auf die Shortlist 2020 des Selfpublishing-Buchpreises haben es neun Buchtitel geschafft, und zwar je drei aus den Kategorien Belletristik, Kinder- und Jugendbuch und Sachbuch/Ratgeber.

Neben Evelyne Aschwanden befanden sich Jeanette Bernsau mit »Finni & Fredo« und Franziska Frey mit »Elise erkundet das Meer« auf der Kinder-und-Jugendbuch-Shortlist.

 

»Ich wäre genauso stur wie Yukiko«
Interview mit Evelyne Aschwanden, Autorin des Jugendromans »Lichtherz: Die Energiewandler-Chroniken«

 

Die Urban-Fantasy-Autorin Evelyne Aschwanden hat es mit ihrem Reihenauftakt der Energiewandler-Chroniken auf die Shortlist 2020 des Selfpublishing-Buchpreises geschafft. Was das Buch so besonders macht, dass es die Jurymitglieder begeistern konnte, erfahrt ihr in diesem Interview.

Yukiko, die Protagonistin in deinem Buch, glaubt nicht an Magie und muss im Laufe der Geschichte erst vom Gegenteil überzeugt werden. Wie ist das bei dir? Wärst du leichter zu überzeugen?

Ich glaube tatsächlich, ich wäre genauso stur wie Yukiko. Obwohl ich schreib- und lesetechnisch überwiegend im Fantasy-Bereich unterwegs bin, bin ich bei angeblichen realen paranormalen Ereignissen sehr kritisch. Es bräuchte schon sehr viel, um mich zu überzeugen, dass das Übernatürliche oder gar Magie real ist. Ich wäre wohl mehrheitlich damit beschäftigt, eine rationale Erklärung für die Ereignisse zu finden.

Yukiko ist ein seltener Name. Was hat es damit auf sich?

Yukiko ist ein japanischer Vorname. Je nach Schreibweise kann er verschiedene Bedeutungen haben, zum Beispiel Schneekind (von Yuki = Schnee und Ko = Kind). Den Namen habe ich gewählt, um Yukikos japanische Wurzeln zu unterstreichen. Ihr Vater kommt aus Japan, ihre Mutter aus Deutschland. Zwischen zwei verschiedenen Kulturen aufzuwachsen konfrontiert Kinder mit vielen Herausforderungen.

 Die Energiewandler-Chroniken« von Evelyne Aschwanden

Mit Yukiko hast du eine Protagonistin erschaffen, die nicht den üblichen Klischees entspricht. Sie ist von Beginn an eine starke, selbstbewusste Person. Brichst du gerne mit Klischees oder nutzt du sie auch manchmal bewusst?

Tatsächlich finde ich nichts Verwerfliches an Klischees. Es gibt viele Klischees, die unglaublich beliebt sind und von vielen Leser:innen gerne gelesen werden. Dies hat sicherlich seinen guten Grund. Ich persönlich liebe es, mit Klischees zu spielen, sie manchmal zu brechen oder in anderen Fällen auch ganz bewusst einzusetzen. Das macht die Geschichten in meinen Augen sehr viel lebendiger.

„Bonnie“ scheint ein sehr außergewöhnlicher Typ zu sein. Immerhin ist er derjenige, der Yukiko schließlich zeigt, dass es Magie doch gibt. Kannst du uns mehr über ihn verraten?

Bonnie ist zweifellos eine der exzentrischsten Figuren, die ich je erschaffen habe. Das beginnt schon beim Namen, der bereits im Vorfeld für Verwirrung gesorgt hat und genauso einzigartig ist wie Bonnie selbst. Er legt nicht viel Wert darauf, sich anzupassen oder irgendwo dazuzugehören. Muss er auch nicht – immerhin ist er eins der mächtigsten Wesen auf dem Planeten. Seine Kräfte verleihen ihm grenzenlose Möglichkeiten, doch sie machen ihn auch einsam. Bonnie ist nämlich nicht nur mehrere Hundert Jahre alt, sondern wird auch genauso lange schon von einem Geheimorden verfolgt, der hinter seiner Macht her ist – und dabei vor nichts zurückschreckt. Das macht Bonnie nicht nur zu einer Zielscheibe, sondern (gemeinsam mit seiner teils unkontrollierbaren Magie) auch zu einer Gefahr für alle Menschen um ihn herum.

Du tendierst dazu, Reihen statt Einzelbände zu schreiben? Hat das einen bestimmten Grund?

Gute Frage! Ich glaube, es liegt daran, dass meine Geschichten extrem charakterfokussiert sind. Einer der spannendsten Aspekte beim Schreiben ist es in meinen Augen, den Weg einer Figur zu verfolgen und dabei zu sein, wenn sie sich weiterentwickelt und reifer wird. Diese Entwicklung ist ein Prozess, der oftmals nicht in einem einzigen Band abgeschlossen ist. Wir Menschen ändern uns ja auch nicht von einem Tag auf den anderen. Veränderung braucht Zeit und das spiegelt sich auch in meinen Büchern wider.

Weshalb hast du dich für das Selfpublishing entschieden?

Als ich mein erstes Buch 2017 herausbrachte, stand für mich die Veröffentlichung im Vordergrund. Ich schreibe schon mein Leben lang und wollte einfach ein eigenes Buch in den Händen halten. Dass ich mich dabei so sehr in den Prozess des Selfpublishings verlieben würde, damit habe ich nicht gerechnet. Heute kommt für mich gar nichts anderes mehr infrage. Ich liebe die Freiheit, die das Selfpublishing mir gibt: Ich kann mit tollen Lektoren und Coverdesignern zusammenarbeiten, mich ums Marketing und die Werbemaßnahmen kümmern und bin selbst für den Erfolg eines Buches verantwortlich. Das finde ich unglaublich spannend und bereichernd, sodass ich mir inzwischen gar nicht mehr vorstellen könnte, mit einem Verlag zusammenzuarbeiten.

Wie lange brauchst du im Schnitt für ein Buch, also von der Idee bis zu dem Zeitpunkt, an dem du es in den Händen hältst?

Das ist sehr unterschiedlich. Viele meiner Ideen reifen mehrere Jahre in meinem Kopf heran, bis ich mich an den Schreibtisch setze. Ab dem Zeitpunkt, an dem ich zu planen und später zu schreiben beginne, geht es dann aber umso schneller. Meine Rohfassungen entstehen meist in ein bis drei Monaten, die Überarbeitung und die Testleser nehmen dann einen weiteren Monat in Anspruch. Dazu kommen Lektorat und Korrektorat, die je nach Umfang unterschiedlich lange dauern. Meist vergehen nicht mehr als 6 bis 7 Monate vom ersten Entwurf bis zum gedruckten Buch.

Die Energiewandler-Chroniken bestehen aus drei Bänden. Wird man in Zukunft noch anderswo auf die Protagonisten Yukiko und Bonnie treffen oder wendest du dich jetzt anderen Projekten zu?

Die Geschichte von Yukiko und Bonnie ist abgeschlossen. Gerade stecke ich mitten im Schreib- und Veröffentlichungsprozess eines neuen Projekts – City of Heroes: ein Serial von einer Stadt, in der die Menschen übernatürliche Kräfte entwickeln –, von dem monatlich neue Episoden erscheinen. Das nimmt natürlich sehr viel Zeit in Anspruch. Ich schließe jedoch nicht aus, dass einige Figuren aus den Energiewandler-Chroniken in anderen Werken ein Comeback haben könnten.

Mehr über Evelyne Aschwanden: https://www.evelyneaschwanden.ch/energiewandler-chroniken/

Links
https://selfpublishing-buchpreis.de/shortlist-2020/
https://www.selfpublisher-verband.de/

Blogbild: Foto von Evelyne Aschwanden: privat