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Umfrage zur Prekarisierung im Journalismus und zum Ausstieg aus diesem Beruf

Branchen-News
Sandra Uschtrin
Ausstieg aus dem Journalismus wegen Prekarisierung

Im Rahmen einer Studie werden ehemalige Journalist*innen gesucht, die an einer Online-Befragung zum Ausstieg aus dem Journalismus teilnehmen. Die Umfrage richtet sich auch an Autor*innen, die in den vergangenen fünf Jahren hauptberuflich als Journalist*innen tätig waren. Die Forscher*innen bitten, ihr Projekt zu unterstützen und sich bis Anfang Dezember an der Umfrage zu beteiligen.

Prekarisierung im Journalismus

Welche Beweggründe führen dazu, einen Beruf im Journalismus aufzugeben? Dieser Frage gehen Forscher*innen der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München im Rahmen des Projektes »Prekarisierung im Journalismus« nach.

Die Forscher*innen wollen aufdecken, wie die Arbeitsbedingungen im Journalismus sind. Sie befragen dabei deutschlandweit neben derzeit hauptberuflich und nebenberuflich tätigen Journalist*innen auch ehemalige Journalist*innen, die in den letzten fünf Jahren (2015–2020) ihren Beruf gewechselt haben und nun nicht mehr im Journalismus arbeiten. Durch die Befragung möchten die Forscher*innen unter anderem herausfinden, wie der Berufswechsel erlebt wurde und welche Folgen er mit sich bringt.

Projektbeschreibung

Auf einer Webseite der Deutschen Forschungsgemeinschaft wird das Projekt folgendermaßen beschrieben:

»Ziel ist zu ergründen, wie Medienschaffende den Einfluss der Arbeitsmarktsituation auf ihre Person, ihr berufliches Handeln und ihre Arbeitsprodukte wahrnehmen und welche Kompetenzen (im Sinne von Kenntnissen und Fertigkeiten) für Anpassungsleistungen – etwa für eine berufliche (Neu-)Orientierung im Bereich des unternehmerischen Journalismus – erforderlich sind.

In theoretisch-konzeptioneller Hinsicht beschreitet das Projekt Neuland, indem es die Journalismusforschung mit der soziologischen Prekarisierungsforschung verbindet. Mithilfe dieses Ansatzes schließt die Studie eine Forschungslücke, indem es nach den Auswirkungen prekärer Beschäftigungsverhältnisse auf Journalistinnen und Journalisten in verschiedenen Erwerbssituationen fragt und dabei insbesondere die subjektive Wahrnehmung von Prekarität in den Blick nimmt – deren Konsequenzen für den journalistischen Arbeitsalltag wie auch für journalistische Produkte.

Darüber hinaus will das Projekt erforschen, welche Lösungsansätze freiberuflich tätige Journalistinnen und Journalisten verfolgen, da sich vor allem diese Berufsgruppe in prekären Arbeitsverhältnissen befindet.

Anhand einer (1) standardisierten Befragung von 600 Journalistinnen und Journalisten will die Studie beleuchten, wie sich die Prekarisierung des Berufsstands auf ihre Person und Arbeit auswirken. Zur Vertiefung der Erkenntnisse werden (2) Leitfadeninterviews mit insgesamt 50 ausgewählten Journalistinnen und Journalisten durchgeführt. In einem (3) projektbezogenen Workshop sollen die Forschungsergebnisse schließlich mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft und Praxis diskutiert und somit in die Journalistenausbildung wie auch in das journalistische Berufsfeld zurückgespielt werden.«

Bitte bis zum 6. Dezember 2020 an der Umfrage teilnehmen

Die Feldphase läuft noch bis zum 6. Dezember 2020. Bis dahin sollten Teilnahmewillige an der Umfrage teilnehmen. Die Daten der Teilnehmer*innen werden absolut vertraulich behandelt; die Studienergebnisse werden in anonymisierter Form aufbereitet.

Die Forscherinnen und Forscher hoffen sehr auf die Unterstützung dieses Projekts und bitten darum, an der Umfrage teilzunehmen!

Unterstützende Organisationen

Die Befragung wird unter anderem unterstützt vom Freischreiber, dem Berufsverband freier Journalistinnen und Journalisten, dem Deutschen Journalisten-Verband (DJV) und der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju in ver.di) sowie dem Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV), dem Verband Deutscher Sportjournalisten e.V. (VDS) und der Initiative Qualität (IQ). 

Definition »Prekarisierung«/»Prekariat«

Prekarisierung ist – so der Duden – eine »Entwicklung, durch die jemand, etwas dem Prekariat zugerechnet wird.« Prekariat definiert der Duden so: »Bevölkerungsteil, der, besonders aufgrund von anhaltender Arbeitslosigkeit und fehlender sozialer Absicherung, in Armut lebt oder von Armut bedroht ist und nur geringe Aufstiegschancen hat«.

Link zur Umfrage: https://survey.ifkw.lmu.de/Journalismus_und_Prekarisierung/

Blogbild: Foto: Kevin Wang auf Unslash