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Thalia und Mayersche fusionieren

Branchen-News
Sandra Uschtrin
Blogbild zum stationären Buchhandel

Das Bundeskartellamt hat am 9. Mai 2019 die Fusion zwischen den beiden Buchhandelsketten Thalia und Mayersche Buchhandlung freigegeben. Zusammen betreiben sie in Deutschland und Österreich 330 Buchhandlungen.

Schätzung nach kamen die beiden Buchhandelsketten 2017 auf einen Umsatz von 1,1 Milliarden Euro.

»Ich freue mich sehr, dass die Fusionskontrollbehörden unseren Zusammenschluss genehmigt haben«, sagt Dr. Hartmut Falter von der Mayerschen, zukünftiger geschäftsführender Gesellschafter bei Thalia. »Jetzt können wir in die konkrete Zusammenarbeit starten und die Stärken beider Unternehmen zum Nutzen der Kunden zusammenführen.«
Michael Busch von Thalia, CEO und geschäftsführender Gesellschafter, ergänzt: »Hartmut Falter und ich werden die Integration von Mayersche und Thalia mit viel Energie vorantreiben. Ich bin sicher, dass wir mit der Unterstützung aller Mitarbeiter zu einem modernen und wettbewerbsfähigen Buchhändler zusammenwachsen werden, der Besonderes leisten kann und wird.«

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, über die Fusion: »Wir haben uns das Vorhaben sehr genau angesehen. Es kommt vor allem in einzelnen regionalen Märkten in Nordrhein-Westfalen zu relativ hohen gemeinsamen Marktanteilen der Beteiligten beim stationären Verkauf von gedruckten Büchern. Trotzdem bestehen gegen den Zusammenschluss letztlich weder aus Sicht des Verbrauchers noch aus Sicht der Verlage durchschlagende wettbewerbliche Bedenken. Den Verbrauchern stehen mit dem wachsenden Online-Handel sowie mit der Vielzahl von kleineren und mittleren Buchhändlern des traditionellen Sortimentsbuchhandels gute Einkaufsalternativen zu Verfügung. Wegen der gesetzlich vorgegebenen Buchpreisbindung findet der Wettbewerb auf der Bucheinzelhandelsebene ganz überwiegend nicht bei den Preisen, sondern bei der Angebotsqualität wie z.B. der Sortimentsauswahl, der Beratung sowie der Gestaltung der Geschäfte statt, was auch Chancen für kleinere Händler bietet.«

In der Pressemeldung des Bundeskartellamts heißt es weiter: »Auch den Buchverlagen droht kein wettbewerblich problematischer Zuwachs von Nachfragemacht. Thalia ist zwar einer der wichtigsten Abnehmer von Verlagen und dem Buchgroßhandel in Deutschland. Letztlich bleiben aber die gemeinsamen Beschaffungsanteile von Thalia und Mayersche auf einem unbedenklichen Niveau. [...] Auf den Beschaffungsmärkten erlangen die Zusammenschlussbeteiligten eine durchaus herausgehobene Marktstellung. Dennoch stehen den Verlagen und Großhändlern hinreichende Absatzalternativen in Form von anderen stationären und Internet-Sortimentsbuchhändlern, sonstigen Verkaufsstellen und dem Direktvertrieb zur Verfügung. Einige Verlage haben die Sorge geäußert, dass die Unternehmen künftig über eine große Einkaufsmacht verfügen und daher auch Konditionenverbesserungen fordern könnten. Das Bundeskartellamt wird dies im Sinne der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes zum sogenannten Anzapfverbot beobachten.

Die von der Fusion betroffenen weiteren Märkte waren wettbewerblich unproblematisch. Die Bereiche der E-Books und der E-Book-Lesegeräte („Reader“) sind insbesondere durch den intensiven Wettbewerb von Amazon geprägt. Thalia ist an der bekannten E-Book-Plattform „Tolino“ beteiligt, die durchaus erfolgreich am Markt tätig ist und zu dem Marktführer Amazon Kindle aufschließen konnte. Die Zusammenschlussbeteiligten kommen hier jedoch nicht auf wettbewerblich bedenkliche gemeinsame Marktanteile.«

Links
> https://www.bundeskartellamt.de/SharedDocs/Meldung/DE/Pressemitteilungen/2019/09_05_2019_Thalia_Mayersche.html
> https://unternehmen.thalia.de/
> https://www.mayersche.de/ueber-uns/

Blogbild: Foto von Levi Jones auf Unsplash: Last Bookstore, Los Angeles, USA