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Prinz Rupi Kulturstiftung gegründet

Branchen-News
Sandra Uschtrin
Logo der Prinz Rupi Kulturstiftung

Wilhelm Ruprecht Frieling, alias Prinz Rupi, hat im Februar 2024 in Dresden die Prinz Rupi Kulturstiftung gegründet.

Wilhelm Ruprecht Frieling, alias Prinz Rupi, hat die Prinz Rupi Kulturstiftung gegründet. Er ruft alle Kulturbegeisterten dazu auf, sich darin einzubringen. Das Stiftungskapital beträgt 500.000 Euro. Die rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts ist als gemeinnützig anerkannt. Nun werden, so der Stifter, »Menschen mit Visionen und Eigensinn gebraucht, die sich dem Stiftungsgedanken anschließen und ihn unterstützen wollen«.

Prinz Rupis Statement zur Gründung seiner Kulturstiftung

Nichts ist unmöglich. Denn die Grenzen unserer Welt sind häufig nur die Grenzen unserer Vorstellungskraft.

Aus einem Funken kann ein Steppenbrand entstehen, ein leises Flüstern der Veränderung, das sich zu einem mächtigen Ruf nach Freiheit, nach Erneuerung ausweitet. Es ist der Beweis dafür, dass selbst die kleinste Handlung, der zarteste Impuls, das Potenzial in sich birgt, die Welt um uns herum positiv zu verwandeln.

Das alte Sprichwort »Glaube versetzt Berge« lehrt, dass der unerschütterliche Glaube an eine Sache, an uns selbst oder an eine höhere Macht, die Kraft hat, das scheinbar Unmögliche möglich zu machen. Diese Überzeugung füllt Dunkelheit mit Licht, pflanzt Hoffnung in Verzweiflung und erlaubt uns, über unsere eigenen Grenzen hinaus zu wachsen.

[...] In jedem von uns steckt genügend Potenzial, die Funken unserer Träume in Flammen der Realität zu verwandeln. Sie fordern uns auf, mutig zu sein, über den Horizont hinauszublicken und das Unbekannte zu erforschen.

Mein Leben hat mich von einem Ausreißer und Hippie ohne einen Cent Startkapital dank Pfiffigkeit, Hingabe und Fleiß zu einem Garagenmillionär geformt, der unbeirrt seinem Stern folgte und nun am Ende seines Lebens ein wenig Gutes tun und Spuren hinterlassen kann. Ich halte es mit der Kunstfigur des Don Quichotte, der in dem mitreißenden Musical von Brian Stokes Mitchell von seinem Quest, seiner großen Herausforderung, singt und dabei das lebenslange Streben nach dem unerreichbaren Stern betont.

So wie ein Schmetterling mit jedem Flügelschlag den Lauf der Winde beeinflusst, so können auch wir mit unseren Entscheidungen und Taten Wellen schlagen, die weit über unser unmittelbares Umfeld hinausreichen. Jeder Schritt, den wir setzen, jede Entscheidung, die wir treffen, trägt das Potenzial in sich, nicht nur unser eigenes Leben, sondern auch das der Menschen um uns herum und letztlich der ganzen Welt zu beeinflussen.

In dieser Erkenntnis liegt eine unendliche Hoffnung: Denn wenn nichts unmöglich ist, dann liegt die Zukunft, die wir uns erträumen, buchstäblich in unseren Händen. Es liegt an uns, die Funken der Veränderung zu entzünden, den Glauben an das Gute zu bewahren und mutig genug zu sein, die Berge zu versetzen, die sich uns in den Weg schieben.

Lasst uns den Mut finden, an die Unmöglichkeit zu glauben, denn in diesem Glauben liegen die Samen der Veränderung, die unsere Welt zum Besseren wenden können. Aus diesem Bewusstsein wurde die Prinz Rupi Kulturstiftung ins Leben gerufen.

Projekte der Prinz Rupi Kulturstiftung

Die im Februar 2024 gegründete Stiftung kann man mit Spenden, freiwilliger Mitarbeit, Werbung und Netzwerken ehrenamtlich unterstützen. Folgende Projekte gibt es derzeit:

Literaturpark Groß Breesen: Die neue Stiftung unterstützt den Förderverein Literaturpark Groß Breesen e.V. und das Bücherparadies Literaturien in Mecklenburg.

Kunstschloss Lilllliput: »Schloss Lilllliput von König Victor I. ist ein einzigartiges Gesamtkunstwerk, das sich als brandenburgisches Versailles des Eigensinns präsentiert und die volle publizistische Unterstützung der Prinz Rupi Kulturstiftung genießt.«

Weltverband Allschlaraffia: Die Prinz Rupi Kulturstiftung fördert außerdem den Künstlerbund Allschlaraffia. »Bei diesem 1859 gegründeten deutschsprachigen Künstlerbund handelt es sich um ein weltweites Netzwerk von Freunden, die sich unter der Devise von Kunst, Freundschaft und Humor treffen. Geschaffen wurden bislang UHU-Radio, der Fernsehsender LULU-TV mit »UHUs tönende Wochenschau« sowie mehrere Buchveröffentlichungen.«

Gustaf Nagel, Arendsee: Der Stifter möchte außerdem das Andenken an Gustaf Nagel fördern, den »Jesus von Arendsee«.

Über Wilhelm Ruprecht Frieling

Wilhelm Ruprecht Frieling, geboren 1952 in Bielefeld, gründete 1983 den Frieling Verlag, den er bis Ende 2002 betrieb. Sein »Verlag« war damals einer der bekanntesten Zuschussverlage und daher immer umstritten.

Denn der Begriff Verlag kommt von »vorlegen« und das heißt: Verlage legen das Geld vor, das es für Lektorat, Marketing, Druck, Vertrieb, Pressearbeit etc. braucht. Autorinnen und Autoren sind diejenigen, die Geld in Form eines Honorars erhalten. Es gilt in der Branche als inakzeptabel, wenn Verlage – wofür auch immer – Geld von ihren Autor:innen einfordern. Siehe dazu die Website vom Aktionsbündnis für faire Verlage. Die führenden Autorenverbände im deutschsprachigen Raum haben sie vor vielen Jahren eigens entwickelt, um aufzuklären, was Verlage auszeichnet und woran man schwarze Schafe erkennt.

Wilhelm Ruprecht Frieling sieht das naturgemäß anders. Auf seiner Website schreibt er: »Als Verleger begründete ich unter dem Slogan Verlag sucht Autoren mit meinem Verlag das klassische Selfpublishing im deutschsprachigen Raum. Zehntausend Autoren vertrauten mir ihre Werke an, um sie in Buchform zu veröffentlichen und sie wurden glücklich.« ... und in der Regel ein ganzes Stück ärmer, weil sie für alles zur Kasse gebeten wurden, was der »Verlag« für ihre Werke tat.

In seinem Buch »Der Bücherprinz« beurteilt er sein Gewerbe so: »Privatverlage, Zuschussverlage, Dienstleisterverlage, Eitelkeitsverlage, Pseudoverlage, Bezahlverlage, Selbstzahlerverlage, Vanity Press oder wie auch immer sie oft abwertend genannt werden, umwerben mit erheblichem Werbewind Autoren. Sie bieten eine konkrete Dienstleistung und nehmen dafür so wie andere Dienstleistungsberufe Geld. Autoren, die sich an derartige Unternehmen wenden, sollten dies in ihren Überlegungen berücksichtigen und nicht aus allen Wolken fallen, wenn ihnen nach psychologischer Vorbereitung (helle Begeisterung über das eingesandte Werk und tiefes Bedauern über das derzeit leider ausgelastete Programm) ein Kostenvoranschlag unterbreitet wird. [...] Das eigentliche Dilemma des Zuschussverlegers ist, Betreiber eines weitläufigen Bücherfriedhofes zu sein. Damit ist zugleich seine Achillesferse beschrieben. Seine Motivation, sich für den Verkauf der vorliegenden Werke einzusetzen, ist gering, da die Autoren die komplette Produktion sowie den so genannten Overhead, das sind die Gemeinkosten und der unternehmerische Gewinn, als Eintrittsgeld in den Bücherhimmel vorab entrichtet haben. Mit der Herstellung sowie dem Bereithalten der Bücher ist sein Job erledigt. Außerdem handelt es sich oft um Bücher, die schon aufgrund ihrer inhaltlichen und stilistischen Qualität unverkäuflich sind. [...] Die Möglichkeiten der technischen Entwicklung im Bereich der Druckindustrie und des Internets bieten inzwischen Alternativen zum Dienstleistungsverlag. „Printing on demand“ und „Book on demand“ lauten die entsprechenden Stichworte. Damit kann jeder sein eigener Verleger werden und viel Geld sparen.«*

Was man Wilhelm Ruprecht Frieling zugute halten kann, ist seine Ehrlichkeit und Offenheit. Er machte – auch damals schon – nie einen Hehl daraus, dass man als Autor:in das Geld, das man an seinen Zuschussverlag überwies, in der Regel niemals wiedersehen würde.

Und so verzieh ihm die Branche und betrachtet ihn seit vielen Jahren so, wie er sich selbst gerne sehen möchte: als humorvollen »Paradiesvogel der Kulturszene«.

Wilhelm Ruprecht Frieling, alias Prinz Rupi, im Blumenhemd

Prinz Rupi: »Verkleidet Euch als Blumen, und die Bienen werden kommen« | Foto: Sammlung Frieling

* Zitiert nach: Wilhelm Ruprecht Frieling: Zuschussverleger – Friedhofsgärtner im Buchgewerbe. In: Federwelt - Zeitschrift für Autorinnen und Autoren. Heft 90, Oktober 2011, Seite 19–21.

Blogbild: Logo der Prinz Rupi Stiftung