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PEN tief besorgt über »NSU 2.0«

Branchen-News
Sandra Uschtrin
PEN tief besorgt über »NSU 2.0«

Der deutsche PEN verurteilt die Bedrohungen von Journalisten und Politikerinnen durch die rechtsextremistische Organisation »NSU 2.0«.

Das deutsche PEN-Zentrum ist tief besorgt über das Vorgehen der rechtsextremistischen Organisation »NSU 2.0«. Wie in den letzten Tagen bekannt wurde, erhielten mehr als ein Dutzend Personen Drohschreiben, darunter viele Politikerinnen sowie eine „taz“-Journalistin (die zu ihrem Schutz nicht namentlich genannt werden möchte) und PEN-Mitglied und „Welt“-Journalist Deniz Yücel. Der PEN beklagt, dass die hessische Polizei ihren Pflichten unverständlicherweise nicht nachgekommen sei und es versäumt habe, gleich nach dem Bekanntwerden der Schreiben die bedrohten Personen direkt über ihre Situation zu informieren.

In einer Pressemitteilung des PEN-Zentrums heißt es:
»Seit Jahren schon beobachtet der PEN eine zunehmende Bedrohung gegenüber Schriftstellern und Journalistinnen. Viele Autorinnen und Autoren in Deutschland haben in den letzten Jahren Bedrohungen, Einschüchterungsversuche und hasserfüllte Reaktionen erfahren müssen. In Zusammenarbeit mit dem Medienforschungsinstitut der Universität Rostock hat der deutsche PEN bereits im Oktober 2018 die Studie „Das freie Wort unter Druck“ durchgeführt, die eindrucksvoll zeigt, dass durch Hate-Speech die Freiheit des Wortes in Deutschland zunehmend eingeschränkt wird und sich zahlreiche Medienschaffende dadurch sogar einer Selbstzensur unterwerfen.

Wir fordern daher die zuständigen Ermittlungsbehörden von der Landesebene bis zum Verfassungsschutz auf, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um den oder die Täter zu ermitteln. Der Schutz der bedrohten Journalistinnen, Künstler und Politikerinnen ist gleichbedeutend mit der Verteidigung unserer demokratischen Grundrechte. Pluralität und Meinungsfreiheit sind ein hohes Gut, das es mit Nachdruck zu verteidigen gilt.«

PEN-Zentrum

Das deutsche PEN-Zentrum ist mit seinem Geschäftssitz in Darmstadt eine von weltweit über 150 Schriftstellervereinigungen, die im PEN International zusammengeschlossen sind. PEN steht für Poets, Essayists, Novelists. Die ursprünglich 1921 in England gegründete Vereinigung hat sich als Anwalt des freien Wortes etabliert und gilt als Stimme verfolgter und unterdrückter Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Der deutsche PEN begleitet mit Initiativen und Veranstaltungen das literarische Leben in der Bundesrepublik. Er bezieht Stellung, wenn er die Meinungsfreiheit, gleich wo, in Gefahr sieht. Er mischt sich ein, wenn im gesellschaftlichen Bereich gegen den Geist seiner Charta verstoßen wird.

Links:
https://www.pen-deutschland.de/de/2020/07/20/deutscher-pen-verurteilt-di...
https://de.wikipedia.org/wiki/NSU_2.0