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PEN Berlin gegründet

Branchen-News
Sandra Uschtrin
PEN Berlin gegründet

Am 10. Juni 2022 wurde im Literaturhaus Berlin der PEN Berlin gegründet. Nun gibt es in Deutschland zwei PEN: den neuen PEN Berlin und das alten PEN-Zentrum Deutschland e.V. Das Sprecherduo besteht aus Eva Menasse und Deniz Yücel.

Weil eine Gruppe von über 200 Mitgliedern des PEN-Zentrums Deutschland sich mit diesem Verein nicht mehr identifizieren konnte, wurde am 10. Juni 2022 ein zweiter landesweiter PEN gegründet, der PEN Berlin. Als Sprecher:in wurden Eva Menasse und Deniz Yücel gewählt. Organe des PEN Berlin sind die Mitgliederversammlung und das Board.

»Wir wollen einen neuen PEN«

Zu den Beweggründen der Gründung heißt es auf der Website des PEN Berlin:

»Wir wollen einen neuen PEN.
Einen zeitgemäßen und diversen PEN, in dem sich auf Deutsch schreibende oder in Deutschland lebende Schriftsteller:innen und Übersetzer:innen aller literarischen und publizistischen Genres zusammenfinden.
Einen PEN von und für Kolleg:innen, die sich für Meinungsfreiheit und einen offenen Diskurs einsetzen, ohne Präsident:innen und andere Titel, mit einem paritätischen Board an der Spitze.
Einen PEN, der sich im Sinne der Charta des internationalen PEN gegen jede Form von Menschenhass wendet, dessen Mitglieder sich in den Dienst der Meinungsfreiheit stellen und die gemeinsam für eine bessere Zukunft eintreten.
Im Geiste unserer Namensgeberin Berlin, der Vielsprachigen, der Stadt, die heute für Offenheit und für die Überwindung von Grenzen steht, nennen wir uns PEN Berlin – eine NGO, die sich den Idealen der Aufklärung, der Meinungsvielfalt, der Toleranz und der Solidarität verpflichtet.
Denn die Freiheit des Wortes ist weltweit bedrohter als jemals zuvor. Immer mehr Autor:innen fürchten um ihr Leben und ihre körperliche Unversehrtheit. Unser Fokus wird deshalb auf der materiellen und ideellen Unterstützung verfolgter Kolleg:innen liegen.
Wir brauchen diesen neuen PEN, um dem Wort, der Literatur, der Poesie und jedem anderen textbasierten Genre den Raum zu geben, der notwendig ist, um sich frei zu entfalten.
Und wir brauchen diesen neuen PEN, der gemeinsam und unabhängig von Herkunft und Haltung Missstände anprangert und denjenigen hilft, die in ihrer freien Meinungsäußerung bedroht werden.
Uns sind alle willkommen, die mit dem Wort arbeiten und bereit sind, sich uns bei diesem Vorhaben anzuschließen.«

PEN Berlin mit flachen Hierarchien

Wichtig sind dem PEN Berlin flache Hierarchien. Auf der Website heißt es dazu: »Titel wie Präsident, Vizepräsident und Generalsekretär, die von ihrem Pomp und Dekorum abgesehen keinerlei intrinsische Notwendigkeit tragen, halten wir für überholt und setzen auf ein paritätisch arbeitendes Board aus gewählten Repräsentant:innen. Dieses stellt die innere und äußere Führung des Vereins dar, mit einer Doppelspitze aus Sprecher:innen als primae inter pares. Um kontinuierliche Erneuerung zu gewährleisten werden diese Ämter auf maximal drei Amtszeiten [zu je 2 Jahren] begrenzt. Das erste Board wird bei der Gründung gewählt. [...]

Der Verein hilft in Not geratenen und verfolgten Autor:innen aus aller Welt, nach Möglichkeit auch wirtschaftlich, durch die Organisation und Gewährung von Aufenthaltsstipendien, sowie durch publizistische und persönliche Hilfe beim Einleben in Deutschland und in der deutschen literarischen Öffentlichkeit«

Satzung des PEN Berlin

Laut Satzungsentwurf wirkt der PEN Berlin »im Sinne der Charta des Internationalen PEN. Er steht für kulturelle Diversität und setzt sich uneingeschränkt für die Kunstfreiheit sowie Meinungsvielfalt ein. Insbesondere setzt er sich für Autor:innen ein, die aus politischen oder religiösen Gründen, wegen ihres Geschlechts, ihrer sexuellen Orientierung und Identität, oder ihrer ethnischen Herkunft bedroht, verfolgt und in ihrer freien Meinungsäußerung behindert werden.«  

Zum Thema Mitgliedschaft heißt es im Satzungsentwurf: »Für eine Mitgliedschaft im PEN Berlin müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:
a) die Veröffentlichung schriftstellerisch beachtlicher Werke, eine publizistische Tätigkeit von nachhaltig überregionaler Reichweite, andere herausragende
Verdienste um die Literatur oder um die Freiheit des Wortes;
b) die Empfehlung zur Zuwahl durch das Board;
c) die Zuwahl durch die Mitgliederversammlung;
d) das Bekenntnis zu den Grundsätzen des Internationalen PEN, bezeugt durch die Unterzeichnung der PEN-Charta.«
Mitglieder zahlen einen Jahresbeitrag.

Wie die Tagesschau meldet, wurde der in Großbritannien inhaftierte Wikileaksgründer Julian Assange auf der Gründungsveranstaltung zum Ehrenmitglied ernannt, was dieser angenommen habe.

Der PEN Berlin in den Social Media

Der PEN Berlin ist bereits auf Twitter und Instagram aktiv.

Links
www.penberlin.de/
https://de.wikipedia.org/wiki/PEN_Berlin
https://de.wikipedia.org/wiki/PEN-Zentrum_Deutschland
www.pen-deutschland.de/
www.pen-international.org/

Blogbild: Foto: Sunil Ray auf Unsplash