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Mainzer Minipressen-Messe soll erneut verschoben werden

Branchen-News
Sandra Uschtrin
Mainzer Minipressen-Messe soll 2022 erneut verschoben werden

Die vom 26. bis zum 29. Mai 2022 in der Rheingoldhalle geplante 26. Mainzer Minipressen-Messe (MMPM) soll aufgrund der Coronapandemie nicht stattfinden und erneut um ein Jahr verschoben werden.

Bei der Mainzer Minipressen-Messe handelt es sich um einen Branchentreff von Minipressen, Kleinverlagen, Handpressen, Buchkünstlerinnen und -künstlern, Autorinnen und Autoren. Von der Absage betroffen ist auch die Vergabe des V. O. Stomps-Preises der Landeshauptstadt Mainz. Der Preis wird traditionellerweise während der Messe vergeben. Er zeichnet die herausragende Arbeit kleinverlegerischer Tätigkeit aus.

»Eine Messe, die davon lebt, dass viele Menschen in Innenräume eingeladen werden und in einen regen und vielfältigen Austausch miteinander gebracht werden sollen, ist für uns momentan nicht vorstellbar«, erklärte Kulturdezernentin Marianne Grosse in einer Pressemeldung vom 23. Februar 2022. Ein unkomplizierter, reger und unbeschwerter Austausch, der die Messe ausmache, sei aufgrund der pandemischen Lage auch in diesem Jahr noch problematisch, so Grosse.

Bei der Mainzer Minipressen-Messe präsentieren bibliophile Handpressen, Klein- und Selbstverlage in zweijährigem Turnus die neuesten Ideen und Trends der Branche. Genau das soll in altbewährter Form nun erst wieder 2023 stattfinden. Das vom Gutenberg-Museum organisierte »Eldorado für Buchliebhaber« gilt als zentraler Handelsplatz für Kleinverlagsbücher und künstlerische Pressendrucke.

Proteste gegen die erneute Verschiebung der Mainzer Minipressen-Messe

Zum letzten Mal fand die Mainzer Minipressen-Messe 2019 statt. Bereits 2021 hatte man die alle zwei Jahre stattfindende Messe um ein Jahr verschoben: auf 2022. Gegen die erneute Absage haben zahlreiche Verlage protestiert. Das  berichtet das Börsenblatt. Die Absage zu einer Zeit, in der alles wieder geöffnet wird, sei nicht nachzuvollziehen. pmv-Verlegerin Annette Sievers wird mit den Worten zitiert: »Unsere Ressourcen sind an ihre Grenzen geraten. Wir leben vom Publikum, der Kundschaft, dem Austausch. Wir sind hungrig. Wir sind durstig. Und wir sind es leid, hoffnungsvoll zu planen – und dann wieder ins Leere laufen zu müssen.«

Die Mainzer Minipressen-Messe mit etwa 360 ausstellenden Kleinverlagen und durchschnittlich 10.000 Besucherinnen und Besuchern zählt zur größten Buchmesse der Kleinverlage und künstlerischen Handpressen in Europa. Es gibt sie seit 1970.

Blogbild: Collage: Sandra Uschtrin