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KSK-Verdienstgrenze soll angehoben werden

Branchen-News
Sandra Uschtrin
KSK-Verdienstgrenze soll angehoben werden

Die Verdienstgrenze bei der Künstlersozialkasse (KSK) für selbstständige, nicht künstlerische Arbeit soll für das Jahr 2021 angehoben werden: von 450 auf 1.300 Euro. Noch ist das Ganze aber »in der Mache«. Der Gesetzesvorschlag ist noch kein Gesetz.

 

Das Bundeskabinett hat am 12. Mai 2021 einen Gesetzesvorschlag von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) gebilligt, wonach Künstler*innen übergangsweise deutlich mehr Geld als sonst mit nicht-künstlerischer Tätigkeit verdienen dürfen, ohne ihren Versicherungsschutz in der Künstlersozialkasse (KSK) zu verlieren.

Verdienstgrenze für selbstständige, nicht künstlerische Arbeit soll vorübergend auf 1.300 Euro angehoben werden

Die Verdienstgrenze für selbstständige, nicht künstlerische Arbeit, die normalerweise wie für Minijobs bei 450 Euro liegt, wird voraussichtlich bis Ende 2021 auf 1.300 Euro pro Monat angehoben. Bis zu diesem Betrag soll der Kranken- und Pflegeversicherungsschutz über die Künstlersozialkasse bestehen bleiben, den die Kulturschaffenden andernfalls verlören.

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats, Olaf Zimmermann, begrüßte diese Entscheidung des Bundeskabinetts mit den Worten: »Das schafft für viele Kreative Entlastung in einer sehr belastenden Situation. Denn nicht wenige Künstlerinnen und Künstler haben sich auf bewundernswerte Weise ein zweites Standbein als Selbstständige inmitten der Corona-Pandemie aufgebaut um überleben zu können. Diese Eigeninitiative wird in diesem Jahr nicht mehr bestraft werden, da die KSK-Versicherten bis zu 1.300 Euro brutto pro Monat, also 15.600 Euro im Jahr, in nicht-künstlerischer, selbstständiger Tätigkeit verdienen dürfen, ohne ihren Versicherungsschutz in der KSK zu gefährden. Leider ist diese gute Maßnahme auf das Jahr 2021 beschränkt. Wir hätten uns eine Regelung bis Ende 2022 gewünscht. Vielleicht wird das Parlament bei der jetzt anstehenden parlamentarischen Debatte hier noch eine Verbesserung erreichen.«

Künstlersozialkasse wartet auf die Verabschiedung des Gesetzes

Auf der Website der Künstlersozialkasse gibt es hierzu noch keine Meldungen (Stand: 28.05.21). Man wartet auf die Verabschiedung des Gesetzes. In der KSK-Meldung vom 23. Februar 2021 heißt es daher unter dem Stichwort »Hinzuverdienst«:

»Auch die Aufnahme einer geringfügigen Beschäftigung – sogenannter 450 Euro Job oder Mini-Job – oder eine zweite selbständige nichtkünstlerische/nichtpublizistische Tätigkeit mit einem Gewinn von bis zu 5.400 Euro jährlich, führen nicht zu einem Verlust der Künstlersozialversicherung, also nicht zu einer Beendigung der Versicherung.

Hinzuverdienstmöglichkeiten in dieser Höhe sind für die Künstlersozialversicherung unbeachtlich, haben also keine Auswirkungen auf die Versicherung nach dem KSVG.

Wird hingegen eine zweite selbständige nichtkünstlerische/nichtpublizistische Tätigkeit mit einem regelmäßigem jährlichen Gewinn von mehr als 5.400 Euro aufgenommen, muss die KSK die Versicherungsfreiheit in der Kranken- und Pflegeversicherung feststellen, d. h., die Kranken- und Pflegeversicherung muss direkt und auf eigene Kosten mit der Krankenkasse geregelt werden.

Es ist ratsam, vor Aufnahme einer solchen anderen selbständigen Tätigkeit, Auskünfte über die Höhe der anfallenden freiwilligen Krankenversicherungsbeiträge bei der Krankenkasse einzuholen.«

Links
www.kulturrat.de/presse/
www.kuenstlersozialkasse.de/die-ksk/meldungen.html

Blogbild: Foto: Marek Studzinski, unsplash