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Frauen in Kultur und Medien

Branchen-News
Sandra Uschtrin
Bild zur Studie des Deutschen Kulturrates

Deutscher Kulturrat veröffentlicht Studie zur Geschlechtergerechtigkeit im Kulturbereich.

Wie viele Frauen studieren und arbeiten in künstlerischen Fächern und was verdienen sie? Sind sie in führender Position oder in Beratungs- und Entscheidungsgremien in der Kultur- und Medienbranche tätig? Welche Stolpersteine, aber auch Ermutigungen und Förderungen gibt es? Wie ist Geschlechtergerechtigkeit im Kultur- und Medienbetrieb erreichbar?

Mit diesen und anderen Fragen befasst sich eine neue Studie des Deutschen Kulturrates. Kulturstaatsministerin Monika Grütters wird sie am 28. Juni im Bundeskanzleramt vorstellen.

Erstellt wurde die Studie mit Steuergeldern. Jedenfalls bedankt sich der Präsident des Deutschen Kulturrates, Christian Höppner, in seinem Vorwort bei Monika Grütters, „die die Erstellung der vorliegenden Studie finanziell gefördert und damit die Erarbeitung erst ermöglicht hat“.

Leider ist das 491-seitige Werk mit 24,80 Euro in der Printfassung nicht gerade billig. Und auch der „günstige Subskriptionspreis“, so die Pressemeldung, von 18,60 Euro, der bis zum 27. Juni gilt, reizt nicht wirklich dazu, die Broschüre zu kaufen.
Selbst Pressevertreter bekommen nicht – wie bei Büchern sonst üblich – ein kostenloses Besprechungsexemplar im Printformat. Sie müssen mit einem PDF vorliebnehmen, um das sie per Mail bei g.schulz@kulturrat.de bitten müssen.

„Ich freue mich auf spannende und produktive Debatten“, schreibt Christan Höppner im Vorwort der Studie. Ob solche Debatten bei dieser Preispolitik zustande kommen, ist fraglich. Er, Monika Grütters, die Verfasserinnen und ein paar Auserwählte müssen die Studie schließlich nicht kaufen, um mitreden zu können. Sie erhalten die  teuren Printexemplare gratis. Alle anderen – etwa die Frauen in Kultur und Medien – wären vermutlich glücklich und dankbar, wenn der Deutsche Kulturrat die Studie als PDF zum kostenlosen Download anbieten würde.

Schade.

Und ärgerlich.

Denn wie es mit der Geschlechtergerechtigkeit – oder -ungerechtigkeit? – im Kulturbereich bestellt ist, das wüssten viele Steuern zahlende Künstlerinnen bestimmt gerne. Aber dafür mal eben 24,80 Euro ausgeben? Das dürfte vielen Frauen schwerfallen:

Das durchschnittliche Jahreseinkommen der KSK-Versicherten* im Bereich Wort lag zum 1.1.15 bei 19.061 Euro; Männer des Wortes verdienten 21.942 Euro, Wort-Frauen rund 25 Prozent weniger, nämlich nur 16.471 Euro. KünstlerInnen in den Bereichen bildende Kunst, Musik und darstellende Kunst verdienen noch weniger, doch auch dort herrscht Geschlechterungerechtigkeit.

Vielleicht kann sich der Deutsche Kulturrat ja wenigstens zu einem 25-prozentigen Preisnachlass für Käuferinnen der Studie durchringen ...

Bibliografische Angaben:
Frauen in Kultur und Medien: Ein Überblick über aktuelle Tendenzen, Entwicklungen und Lösungsvorschläge
Gabriele Schulz, Carolin Ries, Olaf Zimmermann, Theresa Brüheim, Barbara Haack, Ruth Sandford, Friederike Wapler, Olaf Zimmermann
1. Auflage. Berlin: Deutscher Kulturrat 2016. 491 Seiten. Broschur: 21,2 x 28 cm.
978-3-934868-41-0. EUR 24.80 (DE), EUR 25.50 (AT)

*Siehe KSK-Website: www.kuenstlersozialkasse.de/wDeutsch/ksk_in_zahlen/statistik/durchschnittseinkommenversicherte.php

Links:
http://www.kulturrat.de/wp-content/uploads/2016/06/Frauen-in-Kunst-und-Kultur_Buchvorschau_bea.pdf
http://www.kulturrat.de/pressemitteilung/studie-frauen-in-kultur-und-medien-subskription/