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Fällt der Bachmann-Wettbewerb 2020 aufgrund der Corona-Krise aus?

Branchen-News
Sandra Uschtrin
Bachmann-Preis in Klagenfurt am Wörthersee fällt 2020 wegen Corona-Virus aus

Fällt der Bachmann-Wettbewerb 2020 wirklich aus? Lassen sich die Veranstalter vom ORF Kärnten noch umstimmen? Wird es einen »Bachmannpreis spezial« geben?

Stand: 31. März 2020

Ja oder ja? Oder nein, aber doch? – Ob der Bachmannwettbewerb nun stattfinden wird oder nicht, darüber entscheidet das ORF Landesstudio Kärnten derzeit täglich neu. Denn den Bachmannpreis aufgrund von Corona einfach mal ausfallen zu lassen, das geht nun doch nicht so einfach. Auf der Website des ORF heißt es daher heute:

»Die Absage der Tage der deutschsprachigen Literatur, die von 17. bis 21. Juni im ORF-Theater Klagenfurt hätten stattfinden sollen, hat hohe Wellen geschlagen. Viele meinen, man sollte ein digitales Event daraus machen. Nun wurde eine kreative Arbeitsgruppe eingerichtet.«

»Bachmannpreis spezial« als digitales Event?

Unter dem Arbeitstitel »Bachmannpreis spezial« soll nun, wie es heißt, das Konzept für die Durchführung eines digitalen Wettbewerbs ausgearbeitet werden. Dazu sagte Landesdirektorin Karin Bernhard: »Wie das aussehen könnte, wie die Autoren vielleicht über Skype lesen könnten, wie die Diskussion der Jury aussehen könnte, all das müssen sich nun Verantwortliche anschauen. Denn alles muss ja auch eine übliche ORF-Qualität haben. So ein Konzept wird nun ausgearbeitet, denn es geht um viel wie Schaltungen, Auslosung, Preisvergabe. Es hat soviele Zurufe gegeben, wir sollen es übers Internet machen, nun wird sich eine Arbeitsgruppe überlegen, wie das funktionieren könnte.«

* * *

Stand: 30. März 2020

Die »44. Tage der deutschsprachigen Literatur« finden in diesem Jahr »in Anbetracht der Coronaviruskrise« nicht statt. So hieß es noch vor wenigen Tagen auf der Website des ORF Kärnten. Jetzt haben sich fünf der sieben Jurymitglieder in einem Schreiben gegen diese Entscheidung ausgesprochen. Sie plädieren dafür, die Statuten des Wettbewerbs zu ändern. Die sehen bis dato vor, dass es sich bei den »Tagen« um eine Präsenzveranstaltung handelt. Das müsse so aber nicht bleiben.

Änderung der Statuten?

»Wir möchten betonen, dass wir als Jury es gerade in der jetzigen Situation ausnehmend wichtig gefunden hätten, dass der Bewerb stattfindet«, heißt es in einem Schreiben an den ORF Kärnten. »Wir halten es für möglich, in Abwandlung der Statuten in dieser Ausnahmesituation eine alternative und mit den Ausgangsbeschränkungen zu vereinbarende Möglichkeit zu finden, den Bewerb auch 2020 im Fernsehen stattfinden zu lassen«, so das von Klaus Kastberger, Brigitte Schwens-Harrant, Philipp Tingler, Michael Wiederstein und Insa Wilke unterzeichnete Schreiben.
Nicht unterzeichnet haben das Schreiben demnach Hubert Winkels und Nora Gomringer.

Die »44. Tage der deutschsprachigen Literatur« sollten vom 7. bis 21. Juni 2020 stattfinden. Nach dem jetzigen Stand der Dinge ist jetzt der 16. bis 20. Juni 2021 vorgesehen.

Die Kandidatinnen und Kandidaten des diesjährigen Wettbewerbs waren bereits ausgewählt. Sie dürfen ihre Texte nun nicht lesen.

62.000 Euro werden nicht vergeben? (Oder doch?)

Nicht vergeben werden somit folgende Preise:
•    Ingeborg-Bachmann-Preis: gestiftet von der Landeshauptstadt Klagenfurt am Wörthersee, 2019 dotiert mit 25.000 Euro
•    Deutschlandfunk-Preis: gestiftet von Deutschlandradio, 2019 dotiert mit 12.500 Euro
•    Kelag-Preis: gestiftet von der Kärntner-Elektrizitäts-Aktiengesellschaft, 2019 dotiert mit 10.000 Euro
•    3sat-Preis: gestiftet von 3sat, dem Gemeinschaftsprogramm der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten ZDF, ORF, SRG und ARD, 2019 dotiert mit 7.500 Euro
•    BKS-Bank-Publikumspreis: gestiftet von der BKS-Bank, 2019 dotiert mit 7.000 Euro
Das sind 62.000 Euro weniger zur Förderung von Autorinnen und Autoren.

Links
> https://bachmannpreis.orf.at/stories/3000607/
> https://bachmannpreis.orf.at/stories/3000782/

Blogbild: Sandra Uschtrin