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Doris Hermanns ist BücherFrau des Jahres 2021

Branchen-News
Sandra Uschtrin
Doris Hermanns ist BücherFrau des Jahres 2021

Die Autorin, Übersetzerin, Herausgeberin und Redakteurin Doris Hermanns wird BücherFrau des Jahres 2021.

Jedes Jahr ehren die BücherFrauen eine Frau als BücherFrau des Jahres. Der Preis würdigt Frauen innerhalb der Buchbranche, die sich herausragend für Frauen engagieren. 2021 erhält die Autorin, Übersetzerin, Herausgeberin und Redakteurin Doris Hermanns diese Auszeichnung.

Die BücherFrauen ehren Doris Hermanns mit dieser Auszeichnung als Kämpferin für die Sichtbarmachung von Frauen und ihrem Werk und würdigen ihr jahrelanges, ehrenamtliches Engagement für das Netzwerk.

Doris Hermanns – BücherFrau des Jahres 2021

Doris Hermanns wurde 1961 in Bardenberg bei Aachen geboren. Sie hat 25 Jahre als Antiquarin in den Niederlanden gelebt: Erst arbeitete sie als Angestellte in einem Antiquariat in Utrecht, dann übernahm sie das Antiquariat Vrouwenindruk in Amsterdam. Das Antiquariat Vrouwenindruk war auf Bücher von und über Frauen spezialisiert; später zog sie mit dem gesamten Antiquariat nach Utrecht um. Seit 2015 lebt und arbeitet Doris Hermanns in Berlin als Autorin, Publizistin, Redakteurin und Übersetzerin.

In ihrem gesamten Schaffen steht die Sichtbarmachung von Frauen und ihrem Werk stets im Vordergrund. Dabei hat sie sich auf Biografien spezialisiert: Sie verfasste eine Biografie über die Schriftstellerin und Tierbildhauerin Christa Winsloe (»Meerkatzen, Meißel und das Mädchen Manuela«, AvivA Verlag). Außerdem schreibt sie für die Datenbank femBio.org regelmäßig Porträts von Frauen. Seit 2000 ist sie in der Redaktion der Virginia Frauenbuchkritik, seit 2012 in der Redaktion des Online-Magazins AVIVA-Berlin.de. Sie ist die Herausgeberin der Anthologie niederländischer Autorinnen »Wär mein Klavier doch ein Pferd« (edition fünf) und übersetzt aus dem Niederländischen und Englischen, zuletzt zum Beispiel »Mietmutterschaft: Eine Menschenrechtsverletzung« von Renate Klein (Marta Press). Beim Verbrecher Verlag erschien »Bibliodiversität. Manifest für unabhängiges Publizieren« von Susan Hawthorne, das sie übersetzt und mit einem Nachwort versehen hat.

Neben alldem ist sie Herausgeberin der Feuilletonsammlung »Auto-Biographie und andere Feuilletons« von Christa Winsloe sowie Herausgeberin und Übersetzerin von »Sixty to Go. Roman vom Widerstand an der Riviera« von Ruth Landshoff-Yorck. Im Frühjahr hat sie den Roman »Christian Voß und die Sterne« aus dem Jahr 1947 von Hertha von Gebhardt neu herausgegeben (AvivA Verlag), an deren Biographie sie derzeit arbeitet. Im Herbst erscheint im Querverlag ein kleines Erinnerungsbuch an Renate von Gebhardt, im nächsten Frühjahr ein Buch über deutschsprachige Schriftstellerinnen im Exil in Großbritannien 1933–45 (AvivA Verlag).

Doris Hermanns ist seit Jahrzehnten eine unermüdliche Bücherfrau. Selbst von den Niederlanden aus engagierte sie sich für das Netzwerk und nahm regelmäßig an regionalen wie überregionalen Treffen teil. In der Berliner Städtegruppe ist sie immer wieder in verschiedenen Funktionen aktiv, zuletzt bis 2020 als Städtesprecherin. Im Verein ist sie dafür bekannt, stets dort anzupacken, wo praktische Unterstützung nötig ist.

Aktuell betreut sie im BücherFrauen-Blog die Reihe »Drei Frauen – drei Bücher« und befeuert so das literarische Gespräch unter den BücherFrauen. Daneben interviewt sie in diesem Jahr monatlich Verlegerinnen unabhängiger Verlage und macht diese somit innerhalb wie außerhalb des Netzwerks bekannt. Außerdem schreibt sie jedes Jahr einen Beitrag zum Tag der Bücherverbrennung über eine Autorin, deren Werke während der nationalsozialistischen Zeit verboten waren.

Doris Hermanns ist jederzeit bereit, ihr Wissen über feministische Aspekte in der Literatur, ihre Leidenschaft für Frauenbiografien und ihre sprachliche und organisatorische Kompetenz den BücherFrauen zur Verfügung zu stellen. Sie ist ein großes Geschenk für diesen Verein: uneitel, zuverlässig, engagiert, zupackend – und immer solidarisch für Frauen.

Blogbild: Doris Hermanns. Foto: Sharon Adler