
Jedes Jahr können sich Buchbranchen relevante Start-ups darum bewerben, zum »Content-Start-up des Jahres« gewählt zu werden. An welchen neuen Lösungen für die Buchbranche wird gerade gearbeitet? Der Wettbewerb CONTENTshift-Accelerator zeigt es.
In diesem Jahr hat die Jury des CONTENTshift-Accelerator 2023 erneut zehn Start-ups nominiert. Sie kommen aus vier Ländern. Insgesamt bewarben sich 44 Start-ups aus drei Kontinenten für diesen Jahrgang des Förderprogramms. Darunter waren Gründerinnen und Gründer aus den USA, Frankreich, Niederlande, Rumänien und von den Philippinen.
Am 27. Juni präsentieren alle zehn Start-ups ihre Geschäftsideen im Rahmen eines Pitch-Events in Frankfurt am Main. Die Jury wird fünf von ihnen für das diesjährige Förderprogramm auswählen. Die Gründer*innen dieser Unternehmen erhalten in den darauffolgenden Monaten Zugang zu einem hochkarätigen Netzwerk aus Investorinnen sowie Gründungs- und Branchenexperten der Buch- und Medienbranche. Sie durchlaufen Coachings und einen sogenannten Co-Creation-Workshop. Dabei können sie ihre Geschäftsmodelle prüfen und Kooperationsmöglichkeiten ausloten.
Am 19. Oktober 2023 wählt die Jury auf der Frankfurter Buchmesse dann das „Content-Start-up des Jahres“. Es erhält eine Förderprämie von 10.000 Euro.
Die Top den des Wettbewerbs CONTENTshift-Accelerator 2023
Die Top-10-Auswahl zeigt, welche neuen Möglichkeiten KI-Einbindung unserer Branche eröffnet, sie beschreitet neue Wege bei Vertriebsmodellen und macht Leseförderung noch digitaler.
Die nominierten Start-ups in alphabetischer Reihenfolge:
1. Bookplay kombiniert ein innovatives Loyalty-Programm mit empathischer Gamification: Das Start-up macht klassische Bücher digital erlebbar, reichert sie mit zahlreichen Lernspielen und Feedbackelementen an und belohnt das (Vor)lesen mit Punkten, die eingelöst werden können.
2. Factiverse sagt der Verbreitung von irreführenden oder falschen Inhalten im Netz den Kampf an: Ihr Produkt überprüft Textinhalte und erkennt Verzerrungen. Das funktioniert über eine downloadbare Webbrowser-Erweiterung (Factiversing) oder die Integration von anpassbaren und leistungsstarken APIs (Application Programming Interfaces) in die eigene Plattform.
3. GoLexic bietet eine App zur Leseförderung bei Kindern, die zu Hause oder in der Schule genutzt werden kann. Die App ermöglicht es den Kindern, anhand von 15-minütigen Trainingseinheiten selbstständig zu arbeiten und verschiedene Fähigkeiten zu trainieren, die zur Verbesserung des Lesens und der Rechtschreibung beitragen.
4. headwAI entwickelte einen „Knowledge-Access-Point“ für Fachliteratur. Das Ergebnis: vertrauenswürdige Informationen aus nachvollziehbaren Quellen, individuell aufbereitet. Dank KI sind zahlreiche intelligente Funktionalitäten (z.B. Zusammenfassungen, Referenzen, Folgefragen, Widersprucherkennung, etc.) integriert.5. LeReTo bietet einen Bookscreener – also ein interaktives, multi-disziplinäres Recherche- und Fachbuch-Tool, das den gesamten Fachbuchbestand von Verlagen zugänglich machen kann. Mit vielen interaktiven Elementen soll es die Recherche nach Fachwissen deutlich erfreulicher gestalten.
6. Lit-X macht Literaturerfolg anhand von Literaturdaten transparent und vorhersagbar. Hierfür bietet das Start-up Dashboards und Anwendungen wie „Trend Scouting“ oder „Preissetzung“. Zum Beispiel können Verlage die Erfolgstreiber eines Genres detailliert auseinandernehmen, einander gegenüberstellen und durch Modifikation einzelner Faktoren unterschiedliche Erfolgswahrscheinlichkeiten errechnen.
7. Maple Tales entwickelte Entscheidungsgeschichten, bei denen Kinder alle drei bis fünf Minuten zwischen zwei und drei Optionen entscheiden können, um damit den Verlauf der Geschichte zu beeinflussen. Hinzu kommen viele Gamificiation-Faktoren, wie eine erhöhte Personalisierung, Lesehilfen, wie Silbentrennung und Wörterbuchfunktion sowie KI-basiertes Lesefeedback. Auch Buchtrailer sind Bestandteil des Plattform-Angebots.
8. SUMM AI bezeichnet sich als „Google Translate für Leichte Sprache”: Das KI-basierte Tool übersetzt jeden komplizierten Text automatisch in den im Bereich Barrierefreiheit definierten Sprachstil „Leichte Sprache“ – macht also Texte mit kurzen Sätzen, leichter Wortwahl und zusätzlichen Erklärungen für alle Menschen verständlich und zugänglich.
9. thea bietet mit „to-teach“ eine Plattform, die es Bildungsanbietern durch KI ermöglicht, auf Knopfdruck analoge Inhalte zu digitalisieren und anzureichern, digitale Inhalte zu erstellen und diese dann an die Zielgruppe auszuspielen. Die Plattform hilft bei der Erstellung von Übungsaufgaben, aber auch ganzen Arbeitsblättern und anderen Unterrichtsmaterialien – bestehend aus Text, Audio und Gamification.
10. XigXag entwickelte eine App, die Hör- und Lesekonzept samt dazugehöriger sozialer Plattform vereint. Hier können die Hörer*innen zwischen Hören und Lesen hin und her wechseln, ohne zweimal zu bezahlen. Sie erhalten außerdem Zugriff auf Funktionen wie Notizen machen, Zitate teilen, Wörter nachschlagen und Illustrationen einsehen sowie die Möglichkeit, eine Community anderer Hörer zu finden, um sich mit ihnen auszutauschen.
Die Gewinnerinnen und Gewinner des CONTENTshift-Accelerators der letzten Jahre finden Sie hier.
Blogbild: Logo des Wettbewerbs CONTENTshift-Accelerator 2023
